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Presseinformation: Auf der Karte nach Jerusalem

Nr. 100 - 27.07.2026

Novus Stiftung fördert neues Projekt am Archäologischen Institut der Universität Göttingen

 

(pug) In den Sammlungen des Archäologischen Instituts der Universität Göttingen befindet sich eine einzigartige großformatige Kopie der Madaba-Karte. Diese gilt als älteste kartografische Darstellung des Heiligen Landes, vor allem Jerusalems. Im Rahmen des Projekts „Auf der Karte nach Jerusalem. Die Madaba-Karte in Göttingen – Kopie, Kontext und Vermittlung eines spätantiken Mosaiks“ sollen Studentinnen und Studenten nun interaktive Stationen, Ausstellunginhalte und digitale Formate entwickeln. Dafür unterstützt die Novus Stiftung das Projekt mit 10.000 Euro.

 

Die Madaba-Karte ist Teil eines spätantiken Bodenmosaiks in der Kirche St. Georg in Madaba, Jordanien. Das Mosaik besteht aus tausenden Steinchen. Es entstand im 6. Jahrhundert und zeigt Städte, Landschaften und Pilgerorte vom Libanon bis zum Nildelta. „Auf diese Weise wird deutlich, wie man sich in der Spätantike die biblische Landschaft vorstellte“, so Projektleiter Dr. Jon C. Cubas Díaz.

 

Die Kopie der Karte in der Sammlung der Gipsabgüsse antiker Skulpturen wurde in den 1970er-Jahren auf Grundlage von Originalabformungen angefertigt. „Diese Kopie ist nicht nur ein eindrucksvolles Schauobjekt, sondern auch ein wichtiges Dokument der Forschungsgeschichte der Madaba-Karte“, erklärt Cubas Díaz. Studierende analysieren daher die Material- und Entstehungsgeschichte der Göttinger Kopie, sie recherchieren ihre archivalische Überlieferung und setzen sich mit der Rezeptionsgeschichte auseinander.

 

Parallel entwickeln sie Formate für unterschiedliche Zielgruppen: für Kinder und Schulklassen, interessierte Besucherinnen und Besucher, Kirchengemeinden und Fachleute. Geplant sind interaktive Kioske mit hochauflösenden Bilddaten, VR-Elemente, die den Besuch der Kirche in Madaba virtuell erfahrbar machen, sowie temporäre Pop-up-Formate in Universität, Stadt und Region. Mit der Förderung werden Ausstellungsequipment und Medientechnik angeschafft, die dauerhaft in der Sammlung verbleiben und künftig für weitere Projekte genutzt werden können.

 

Kontakt:

Dr. Jon C. Cubas Díaz

Georg-August-Universität Göttingen

Archäologie und Kunstgeschichte der Spätantiken und Byzantinischen Welt

Nikolausberger Weg 15, 37073 Göttingen

E-Mail: spaetantike.byzanz@uni-goettingen.de

Telefon: 0551 39-27505

Internet: www.uni-goettingen.de/de/605399.html