Deutsch Digital

Digitale Lehr-/Lernmaterialien, Workshops und technische Unterstützung im Fremdsprachenunterricht

Das Projekt „Deutsch Digital“ ist im Februar 2018 angelaufen und hat das übergreifende Ziel, ein Blended Learning/E-Learning-Angebot für das Lektorat Deutsch als Fremdsprache zu etablieren.
Das Projekt umfasst einerseits die Materialentwicklung in Bezug auf digitale (Selbst-)lernmaterialen, den sogenannten Deutschlernsnacks inklusive didaktischer Handreichungen und Best-Practice Beispielen sowie E-Prüfungen für den Bereich Deutsch als Fremdsprache. Andererseits steht die Aus- und Weiterbildung sowohl der Lehrkräfte des Lektorats Deutsch als Fremdsprache als auch Studierender des Masterstudiengangs Interkulturelle Germanistik/Deutsch als Fremdsprache und der ZIMD (Zusatzqualifikation für Interkulturalität und Mehrsprachigkeit) hinsichtlich digitalem Lehren und Lernen im Kontext von Fremdsprachen(-unterricht) im Vordergrund.

Im Folgenden finden Sie einen Überblick über die Arbeitsbereiche des Teams Deutsch Digital.

→ direkt zu den Deutschlernsnacks!



Bis heute konnten bereits über 50 Lernmodule auf den Niveaustufen A1 bis C1 erstellt und Angehörigen der Universität Göttingen über Stud.IP zur Verfügung gestellt werden. Bei den Deutschlernsnacks handelt es sich um kleine Lerneinheiten, in denen Grammatik, Lernstrategien oder sprachliche Handlungsfelder interaktiv mithilfe von Lernvideos, Präsentationen, und verschiedenen Übungsformaten vermittelt wird. Gleichzeitig behandeln die Deutschlernsnacks aber auch Themenbereiche wie “Leben und Studieren in Göttingen” oder “Hochschulkommunikation.” Studierende können mit den Snacks Deutsch üben, Inhalte wiederholen und ihre Kenntnisse erweitern und vertiefen. Dabei können sie individuell und flexibel entscheiden, wo, wann und mit welchem zeitlichen Umfang sie lernen möchten. Lehrkräfte können die Deutschlernsnacks über Stud.IP in ihren Kursen verlinken sowie diese natürlich auch aktiv in ihren Unterricht einbeziehen.

Die Erstellung der Deutschlernsnacks erfolgt unter Anderem unter Einbezug von Studierenden der Lehrveranstaltung E-Learning im Fremdsprachenunterricht und Mithilfe von studentischen Hilfskräften. Dieses Projekt bietet somit nicht nur DaF-Lernenden eine große Auswahl an Zusatzmaterial, sondern ermöglicht auch Studierenden einen Einblick in die digitale Lehrmaterialentwicklung und den Umgang mit Tools wie ILIAS, H5P und LearningApps zu gewinnen. Ergänzt werden die Lernmodule durch didaktische Handreichungen und Vorschläge, wie mit bestimmten Lernsnacks gearbeitet werden kann zum Beispiel in Form von Projektarbeit oder im Rahmen von Flipped Classroom.

Im Sinne der Nachhaltigkeit wird bis Projektende eine Auswahl der Deutschlernsnacks als OER aufbereitet und allen Interessierten über OpenILIAS unter der CC BY SA 4.0 Lizenz bereitgestellt – zur freien Verwendung und Weiterentwicklung.
Für die Erstellung von E-Prüfungen bietet der Service für Digitales Lernen und Lehren eine separate ILIAS-Plattform. Auf dieser wurden für alle Kurse und alle Teilniveaustufen des Lektorats Deutsch als Fremdsprache Fragenpools mit über 500 verschiedenen Testfragen angelegt, aus denen Lehrkräfte ihre Prüfungen individuell zusammenstellen können. Weiterhin besteht die Möglichkeit, den Fragenpool stetig zu füttern und neue Prüfungsfragen hinzuzufügen. Dafür wurden diverse Schulungen angeboten, damit Lehrkäfte zum einen wissen, wie sie aus den Fragenpools eine Prüfung zusammenstellen können und zum anderen die notwenigen Kenntnisse vermittelt bekommen, um eigene Fragen anzulegen. Für die Durchführung der Prüfungen steht ein E-Prüfungsraum zur Verfügung. Dieser Raum bietet neben der Durchführung klassischer E-Prüfungen auch die Möglichkeit Prüfungen zum Sprechen durchzuführen. Der Umstieg auf digitale Prüfungen ohne Papier ist ressourcenschonend und die Fragenpools können nachhaltig genutzt werden.

Das Team Deutsch Digital hat im Rahmen des Projektes E-Prüfungen für Deutsch als Fremdsprache Kurse entwickelt und steht als Ansprechpartner für die digitale Testentwicklung Kolleg*innen zur Verfügung. (Siehe auch: Digital Buddies).
In diesem praxisorientierten Seminar zum Thema E-Learning im Fremdsprachenunterricht werden drei Perspektiven erarbeitet. In einem ersten Schritt werden allgemein und oft verwendete Begriffe des Bereichs Digitales Lehren und Lernen erläutert sowie diskutiert: Was bedeuten E-Learning und Blended Learning? Was sind Lernumgebungen und Lernarrangements? Was umfasst Medienkompetenz und ist diese messbar? Welche Ansätze und Erkenntnisse gibt es hinsichtlich Medienmündigkeit und digitaler Gesundheit?

Zweitens beschäftigen wir uns nach dieser ersten theoretischen Grundlegung mit speziell für den Fremdsprachenkontext bedeutenden Begriffen und Konzepten. Wir erarbeiten einerseits, unter welchen Bedingungen die digitale Anreicherung im Fremdsprachenunterricht sinnvoll erscheint und andererseits, wie er als Onlineformat zielführend und lernerorientiert gestaltet werden kann. Hierbei fassen wir die Methodik und Didaktik beim digitalen Lehren und Lernen, Verzahnung und Anwendungsmöglichkeiten synchronen und asynchronen Lehrens und Lernens, (sinnvolle) digitale Aufgabenformate, den Einsatz von Videos und zuletzt Bereiche wie die Aktivierung der Lernenden und den Aspekt des sozialen Miteinanders ins Auge.

In der letzten Phase reflektieren wir das erarbeitete Wissen und Anwendungsperspektiven. Die Studierenden sollen nach Schulungen zu ILIAS nicht nur einen eigenen digitalen 'Deutschlernsnacks" mit ILIAS erstellen, sondern auch in dem von den Dozierenden parallel angebotenen Deutschkurs hospitieren und eine Unterrichtseinheit im Team übernehmen. Das Seminar deckt von der Konzeption über die Anwendung bis hin zur Reflexion und Evaluation die verschiedenen Stadien des E-Learning/E-Teaching ab und ermöglicht den Teilnehmenden, verschiedene Perspektiven kennenzulernen.
Seit dem Wintersemester 2020/2021 existiert das Angebot der „Digital Buddys“ für Mitarbeitende des Lektorats Deutsch als Fremdsprache. Damit sollen Lehrkräfte bei Fragen und Anliegen hinsichtlich digitaler Lehre feste Ansprechpartner*innen haben, die ihnen auch mögliche Ängste und Sorgen vor dieser Umstellung nehmen können. Des Weiteren werden individuelle Beratungen angeboten, die von dem ausgewählten Einsatz verschiedenster digitaler Medien im Unterricht über den Umgang von ZOOM oder Big Blue Button bis hin zu elektronischen Klausuren und die Durchführung dieser über ILIAS reichen. 20220609_172114
Im Rahmen des Projekts DeutschDigital wurde eine technisch-didaktische Handreichung für Lehrkräfte zur Verwendung der Deutschlernsnacks verfasst. Die Handreichung befasst sich mit Fragen der Lizensierung und Nutzungsrechte, der didaktischen Konzeption der Snacks sowie praktischen Anwendungsszenarien in synchronen und asynchronen Unterrichtsphasen. Es werden praktische Hinweise für die Auswahl von Materialien und die Verteilung in online, offline oder hybriden Unterrichtskontexten gegeben.

Die vollständige Handreichung ist hier verfügbar.
Eine Vorlage für einen Unterrichtskurzplan ist hier verfügbar.
Teilnahme am Camp durch Johanna Güth und Jens Steckler. Teilnahme an OER-Fortbildung von Twillo durch Johanna Güth, Max Bittenbinder, Julius Reinmuth, Kieu Anh Nguyet
Seit dem Wintersemester 2020/2021 existiert das Angebot der „Digital Buddys“ für Mitarbeitende des Lektorats Deutsch als Fremdsprache. Damit sollen Lehrkräfte bei Fragen und Anliegen hinsichtlich digitaler Lehre feste Ansprechpartner*innen haben, die ihnen auch mögliche Ängste und Sorgen vor dieser Umstellung nehmen können. Des Weiteren werden individuelle Beratungen angeboten, die von dem ausgewählten Einsatz verschiedenster digitaler Medien im Unterricht über den Umgang von ZOOM oder Big Blue Button bis hin zu elektronischen Klausuren und die Durchführung dieser über ILIAS reichen.
Das Lektorat Deutsch als Fremdsprache stellt mit fortlaufenden Evaluationen der DaF-Kurse sicher, dass die Wünsche der Studierenden berücksichtigt und Angebote des Lektorats stetig verbessert und angepasst werden. Aus der jüngsten Auswertung des Sommersemesters 2022 haben wir wichtige Impulse für unsere Kursstrukturen und Lernmateriallien mitgenommen.

Forschung zu digitaler Wissensvermittlung im Bereich Deutsch als Fremdsprache

Im Sommersemester 2020 musste die Umstellung auf virtuelle Lehre ad hoc geschehen, was sowohl Lehrende als auch Lernende vor Herausforderungen stellte. Um einen ersten Eindruck in die Erfahrungen aller Beteiligter zu gewinnen, wurden bereits im Sommersemester 2020 verschiedene Umfragen durchgeführt, um den digitalen Unterricht am Lektorat Deutsch als Fremdsprache evaluieren zu können. Darauf aufbauend wurde ein Forschungsdesign entwickelt, welches es uns ermöglichte, uns diesen neuen Gegebenheiten des Lehrens und Lernens anzunähern und diese empirisch zu erforschen. Der gesamte Forschungsprozess wurde dabei von der zentralen Fragestellung „Welche Potentiale und Herausforderungen sind im Digitalen Lehren und Lernen im Bereich Deutsch als Fremdsprache erkennbar und welche didaktischen Schlussfolgerungen lassen sich daraus ableiten“ geleitet. Mit Lehrenden als auch Lernenden unterschiedlicher Niveaustufen führten wir zu verschiedenen Zeitpunkten im Semester leitfadengestützten Interviews durch, welche neben Fragen zur Umstellung auf digitales Sprachenlehren und -lernen auch Erzählanstöße zum Lehr- und Lerngeschehen im virtuellen Raum und die damit in Zusammenhang stehenden empfundenen Herausforderungen und Potentiale enthalten. Die Auswertung der Daten erfolgt durch Qualitative Inhaltsanalyse und einen deduktiv-induktiven Analyseansatz. Das ausgearbeitete Kategoriensystem umfasst fünf Oberkategorien (Kursorganisation, Methodik und Didaktik im synchronen Unterricht, Verständnis und Einsatz asynchronen Lernens, Soziale Interkationen sowie Individuelle Kompetenzen im digitalen Kontext) und die dazu induktiv entwickelten Unterkategorien. Die Studie als auch eine ausführliche Darstellung der gewonnenen Ergebnisse wurde im September 2021 unter dem Titel „Digitale Wissensvermittlung im Bereich Deutsch als Fremdsprache“ in dem Sammelband „Hochschulen auf dem Weg zur hybriden Lehre? Forschung als Impuls für Hochschuldidaktik und Hochschulentwicklung“ der Technischen Hochschule Köln veröffentlicht.