hautnah. Die farbigen Bronzestatuen der Griechen:
Kunst und Technik
VERLÄNGERT BIS ZUM 9. AUGUST 2026
Ausstellung in der Sammlung der Gipsabgüsse, 23. November 2025 - 31. Mai 2026
Öffnungszeiten: sonntags 11-16 Uhr
Dass antike Marmorskulpturen ursprünglich nicht weiß waren, sondern farbig bemalt, ist kein Geheimnis mehr – nicht zuletzt dank der weltweit erfolgreichen Wanderausstellung „Bunte Götter“, die 2011 auch in Göttingen zu sehen war. Die neue Ausstellung „hautnah“ knüpft an die dort präsentierten Forschungsergebnisse an und zeigt, dass im antiken Griechenland nicht nur Marmorfiguren, sondern auch Bronzestatuen farbig gestaltet waren. Denn das Ziel und die Fähigkeit der griechischen Meisterbildhauer war es, täuschend lebensechte, ‚hautnah‘ erlebbare Figuren zu schaffen.
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen vier maß- und materialgetreue Rekonstruktionen von Schlüsselstücken der griechischen Bronzeplastik: die beiden Krieger von Riace, der Faustkämpfer und der sog. Thermenherrscher vom Quirinal in Rom. Sie wurden in einem aufwendigen Forschungsprojekt der Frankfurter Liebieghaus Skulpturensammlung hergestellt und bereits in führenden europäischen und amerikanischen Museen gezeigt.
Die Göttinger Ausstellung stellt diese Rekonstruktionen und ihre Deutung zur Diskussion. Weitere Hauptwerke der griechischen Bronzeplastik ergänzen als Gipsabgüsse aus der hiesigen Sammlung das Bild. Schwerpunkte liegen auf der Herstellungstechnik und auf den naturwissenschaftlichen Untersuchungen der tönernen Gusskerne aus den Riace-Bronzen. Deren Zusammensetzung wird verglichen mit Materialproben aus Forschungen des Göttinger Archäologischen Instituts in Sizilien, Unteritalien und Attika. Sie versprechen neue Einsichten in die umstrittene Frage nach der regionalen Herkunft der Statuen.
Eine Ausstellung des Archäologischen Instituts in Zusammenarbeit mit der Liebieghaus Skulpturensammlung Frankfurt am Main, gefördert durch den Universitätsbund Göttingen e.V. und die Dr.-Walther-Liebehenz-Stiftung
Führungen durch die Ausstellung jeden Sonntag um 11:15 Uhr
Führungen mit thematischem Schwerpunkt:
30.11. Dr. Daniel Graepler, ‚Atmendes Erz‘: Farbigkeit und Realismus griechischer Bronzen
14.12. Dipl.-Rest. Jorun Ruppel, Täuschend echt: Aus Gips wird Bronze
11.01. Amelie Tietz, Bunte Götter: Die Farbenpracht griechischer Skulpturen
25.01. Prof. Dr. Vinzenz Brinkmann / Dr. Ulrike Koch-Brinkmann: Griechische Bronzen. Farben und Erzählung
08.02. Dr. Julius Roch, Grieche oder Römer? Der sog. Thermenherrscher
22.02. Pia Hirschfeld, Nach dem Kampf: Der Boxer vom Quirinal
08.03. Liliana Prietzel, Techne: Die hohe Kunst der griechischen Bronzegießer
22.03. Merlin F. Wolff, Scheinbar Brüder: Die Riace-Bronzen im Vergleich
12.04. Sarah Fröhling, Griechische Bronzen aus chemischer Sicht
26.04. Paula Tavener, Who is who? Die Debatte um die Deutung der Riace-Krieger
10.05. Marieke Lottmann, Poseidons Schatzkiste: Bronzestatuen aus dem Meer
31.05. Prof. Dr. Johannes Bergemann, Die Herkunft der Bronzen von Riace: Naturwissenschaftliche Analysen
14.06. Laura Lohmann, Rätselhafte Jünglinge: Bronzefunde aus Marathon und Antikythera
28.06. Jessica Rinnus, Wer hat den Boxer blutig geschlagen? Die Bronzen vom Quirinal
12.07. Iris Depreux, Der Wagenlenker von Delphi
Informationen zur Theater-Performance „Hohle Helden“
Das erfolgreiche Schauspieler-Team Götz Lautenbach & Philipp-Michael Schlöter erzählt in bissigen und drastischen Texten von Homer bis Lukian vom Bodybuilding-Wahn der Antike, den Schlächtereien des Kampfes um Troja und zeigt, wie schließlich die Frauen den sinnlosen Metzeleien des Krieges ein Ende bereiten.
Und das inmitten der weltberühmten antiken Statuen von Riace und vom Quirinal, deren Bronzeabgüsse derzeit in Göttingen zu Gast sind.

Termine:
Sa, 6. Juni
So, 7. Juni
Sa, 20. Juni
So, 5. Juli
So, 12. Juli
Beginn:
Jeweils um 16:15 Uhr
Dauer:
ca. 70 Minuten
Anmeldung:
sammlungen.archinst@uni-goettingen.de
Aufgrund der Räumlichkeiten hat die Veranstaltung „Hohle Helden“ eine begrenzte Platzkapazität von 25 Plätzen.
Sie reservieren Plätze, indem sie an die obenstehende E-Mail-Adresse verbindlich mitteilen:
1) Datum der gewählten Veranstaltung
2) Anzahl der gewünschten Reservierungen
3) Ihre E-Mail-Adresse, ggf. eine Telefonnummer
4) Ggf. eine Angabe, falls eine rollstuhlfahrende Person an der Veranstaltung teilnimmt (ermöglicht uns die Vorab-Organisation)
Sie erhalten eine Bestätigung bzw. eine Mitteilung, falls die von Ihnen gewählte Aufführung bereits ausgebucht ist.
Bitte beachten:
Falls Sie vom Besuch der Veranstaltung verhindert sind, bitten wir Sie dringendst, dies bis 1 Tag vorher, allerspätestens am Aufführungstag bis 12 Uhr per E-Mail mitzuteilen, damit wartende Gäste später eine Chance zum Nachrücken haben.
Reservierte Karten sind bis spätestens 10 Minuten vor Aufführungsbeginn abzuholen.
Über die meiste Zeit der Aufführung, jedoch nicht zu jedem Zeitpunkt, sind Sitzplätze vorhanden. Die Aufführung spielt in zwei Stockwerken, über Treppen erreichbar, jedoch ist die Aufführung barrierefrei besuchbar (s.o. Punkt 4).
Wir empfehlen einen Besuch der Aufführung ab 16 Jahren.
Der Eintritt ist frei.
Spenden zur Unterstützung der Sammlung sind sehr willkommen.
Spendenkonto:
Universitätsbund Göttingen e.V.
DE51 2605 0001 0000 0528 03
Betreff: Archäologisches Institut Göttingen