Daniel Ochterbeck
Forschungsprojekt
Während der Dürreperiode von 2018 bis 2022 wurde die Vulnerabilität niedersächsischer Wälder gegenüber den zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels deutlich. Unser derzeitiges Verständnis des natürlichen Potenzials von Wäldern, sich an klimawandelbedingte Störungen anzupassen, ist jedoch begrenzt.
Die Biodiversität höherer trophischer Ebenen spielt eine zentrale Rolle für das Funktionieren von Wäldern und kann daher für die Stabilität dieser Ökosysteme bei Umweltveränderungen entscheidend sein. Natürliche Störungen können je nach Waldbewirtschaftungsform unterschiedlich auf die Diversität und die Funktionsweise höherer trophischer Ebenen wirken. Die Entwicklung von Strategien zur Erhaltung der biologischen Vielfalt und der Stabilität von Wäldern erfordert allerdings ein besseres Verständnis, wie sich rezente Veränderungen der Störungsregime auf i) die Reorganisation der biologischen Vielfalt und ii) die Regulierung von Schädlingen und Pathogenen auswirken.
Meine Doktorarbeit ist Teil des Teilprojekts 4 des Klima Zukunftslabor DIVERSA und adressiert bestehende Wissenslücken zu Störungseinflüssen, indem die Auswirkungen von Störungen auf die Nachtfalterdiversität sowie die damit verbundenen Veränderungen quantifiziert werden. Nachtfalter (Lepidoptera) sind eine äußerst vielfältige Insektengruppe, die als Nahrungsquelle, Bestäuber und manchmal als Schädlinge eine Schlüsselrolle spielt. Viele Arten sind zudem europaweit im Rückgang begriffen und daher für den Naturschutz von besonderem Interesse. Wir untersuchen die lokale Nachtfaltergemeinschaft mittels Lichtfang und nutzen etablierte Feldprotokolle, um die biologische Kontrolle und die Resistenz gegen Schädlinge und Pathogene zu quantifizieren.