Forest Resilience: Science and Practice
Das Projekt „Forest Resilience: Science and Practice“ verbindet Spitzenforschung mit gesellschaftlicher Einbindung, um ein besseres Verständnis von Waldgesundheit und Resilienz zu schaffen.
Im Mittelpunkt stehen eine Online-Seminarreihe mit internationalen Expert*innen zu Waldgesundheit, Klimaauswirkungen und nachhaltigem Management sowie eine Forstexkursion in Göttingen, bei der die lokale Gemeinschaft Waldforschung aus nächster Nähe erleben kann. Von der Fernerkundung bis zur Baumphysiologie erfahren die Teilnehmenden, wie Wissenschaft zur Widerstandsfähigkeit von Landschaften beiträgt.
Ziel ist es, Wissenschaft und Praxis enger miteinander zu verknüpfen und Wissen über Waldresilienz über Grenzen und Disziplinen hinweg zugänglich zu machen – insbesondere mit Blick auf die Förderung von Nachwuchsforschenden.
Waldökosysteme sind zunehmend Dürren, Hitzewellen, Schädlingen und anderen Extremereignissen ausgesetzt. Dies wirft dringende Fragen auf, wie die Resilienz von Wäldern sowohl durch ökologisches Verständnis als auch durch Managementpraktiken gestärkt werden kann. Das Outreach-Projekt „Waldresilienz: Wissenschaft und Praxis“ hatte zum Ziel, den Dialog zwischen wissenschaftlicher Forschung und praktischer Erfahrung zur Waldresilienz im Kontext des Klimawandels zu fördern. Das Projekt basierte auf der Idee, dass Resilienz am besten verstanden wird, wenn wissenschaftliche Konzepte gemeinsam mit Beobachtungen aus der Praxis diskutiert werden. Durch die Schaffung von Austauschformaten für Forschende, Praktiker:innen, Studierende und interessierte Bürger:innen sollte das Projekt disziplinäre und berufliche Grenzen überbrücken und aktuelle Waldforschung zugänglicher machen.
Zwei sich ergänzende Formate prägten das Projekt: eine Waldexkursion und eine Online-Seminarreihe. Eine zentrale Aktivität war die geführte Waldexkursion „Waldresilienz“ am 20. September 2025. Diese Exkursion ermöglichte es den Teilnehmenden, Waldresilienz direkt vor Ort anhand mehrerer thematischen Stationen zu erkunden. Zu den Teilnehmenden gehörten angehende Forststudierende, Forstpraktiker:innen, Nachwuchswissenschaftler:innen, Lehrkräfte sowie Mitglieder der interessierten Öffentlichkeit. Mehrere Waldforscherinnen und -forscher leiteten Diskussionen zu unterschiedlichen Themen, die von Bodenprozessen, Nährstoffkreisläufen und Kohlenstoffspeicherung bis hin zu Baumwachstum, Wasserstress und dem Mikroklima der Baumkronen reichten. Die Teilnehmenden konnten Messmethoden beobachten, wissenschaftliche Instrumente selbst in die Hand nehmen und über einen Steg Zugang zur Baumkrone erhalten, wodurch abstrakte Konzepte anschaulich erfahrbar wurden. Zum Abschluss wurde ein Picknick organisiert, das den Teilnehmenden und Forschenden einen informellen Austausch ermöglichte.
Das zweite Format war eine Online-Seminarreihe, die von September bis Dezember zweimal pro Monat stattfand und insgesamt sieben Seminare umfasste. Referent:innen aus verschiedenen Regionen und mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen behandelten Themen wie Baumphysiologie, Trockenheitsresistenz, Bodenkunde, Waldmanagement in Deutschland, Entwaldung in Argentinien sowie Agroforstwirtschaft und Landschaftsgestaltung. Darüber hinaus gaben sie Einblicke in ihre persönlichen Karrierewege, was insbesondere für Nachwuchswissenschaftler:innen und Studierende wertvolle Orientierung bot. Dieses Format ermöglichte eine internationale Teilnahme, bot eine thematische Erweiterung und förderte den Aufbau von Netzwerken.
Die Kombination aus praxisorientiertem Lernen im Gelände und Online-Wissensaustausch erwies sich als äußerst effektiv. Die Waldexkursion war besonders erfolgreich darin, Diskussionen anzuregen, da die Beobachtung konkreter Beispiele im Wald den Teilnehmenden half, komplexe Konzepte wie Resilienz, Zielkonflikte und Unsicherheiten in Managemententscheidungen besser zu verstehen. Die hohe Motivation und das Engagement der beteiligten Forschenden stellten eine wesentliche Stärke dar.
Gleichzeitig traten einige Herausforderungen auf. Als Nicht-Muttersprachler:in stellten die Kommunikation mit deutschsprachigen Teilnehmenden während der Exkursion zunächst eine Schwierigkeit dar. Dies konnte durch die Unterstützung engagierter Kolleg:innen abgefedert werden und bot zugleich die Gelegenheit, die eigenen Deutschkenntnisse zu üben und zu verbessern. Logistisch war es anspruchsvoll, zahlreiche Themen und Aktivitäten in einen begrenzten Zeitrahmen zu integrieren und alle Schritte der Veranstaltung zu organisieren (vom Abholen der Teilnehmenden und dem Transport zum Treffpunkt bis hin zur Vorbereitung eines informellen Begegnungsraums). Dies erforderte eine umfangreiche Vorbereitung und Unterstützung durch die Abteilung. Bei den Online-Seminaren lagen die größten Herausforderungen im Bereich Reichweite und Zugänglichkeit. Es erwies sich als schwierig, Zielgruppen in unterschiedlichen Ländern und Zeitzonen zu erreichen, und die Bewerbung der Veranstaltungen erforderte mehr Aufwand als ursprünglich erwartet.
Das Projekt erzielte sowohl im Präsenz- als auch im Online-Format konkrete Outreach-Ergebnisse. An der Waldexkursion nahmen mehr als 30 Personen aus unterschiedlichen Bereichen teil, darunter Studierende, Praktiker:innen, Forschende, Lehrkräfte und interessierte Bürger:innen. Die Exkursion wurde von fünf Wissenschaftlerinnen aus der Forstforschung geleitet, die ihre Expertise zu Böden, Baumphysiologie und Prozessen in der Baumkrone einbrachten. Ihr Engagement gewährleistete nicht nur eine hohe wissenschaftliche Qualität, sondern erhöhte auch die Sichtbarkeit von Frauen in den Forstwissenschaften.
Die Online-Seminarreihe verzeichnete insgesamt mehr als 150 Anmeldungen über sieben Seminare hinweg. Teilnehmende und Referent:innen kamen aus mehreren Ländern, darunter Deutschland, Brasilien, Argentinien, Indien und Bangladesch, was die internationale Relevanz von Waldresilienz und Herausforderungen der Landnutzung unterstreicht. Insgesamt erreichte das Projekt eine breite Öffentlichkeit, stärkte den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis und zeigte die Wirksamkeit der Kombination aus feldbasierten und digitalen Formaten.
Dr. Michela Audisio
Axel Lautaro Gualdoni BecerraOutreach-Projekte
2025Online-Seminarreihe und Exkursion „Forest Resilience: Science and Practice“
Impressionen
Exkursion im Wald am Nordcampus.
Thalea Stuckenberg zu Bodenorganismen in Buchenwäldern.
Teilnehmende messen den Baumdurchmesser.
Sensorik zur Messung des Wasserflusses einzelner Bäume.
Teilnehmende im Austausch mit den Forschenden.
Dendrometer zur Messung des Baumwachstums.
Dr. Christina Hackmann zu Baumwachstum und Trockenheit.
Kronenpfad-Begehung mit Rebecca Schwutke.
Einsatz eines Bodenstechers zur Probenentnahme.
Sicherheitseinweisung vor dem Kronenpfad.
Dr. Klara Mrak zu Bodenchemie und Baumnährstoffversorgung.
Doktorand Axel Gualdoni Becerra.
Fotos: FWPhys.com/LUX
Ergebnisse & Reflexion
Hintergrund und Forschungsansatz
Methoden
Erfolge und Herausforderungen
Ergebnisse & Ausblick
Highlights
Videoaufzeichnungen von ausgewählten Seminaren (auf Englisch)
Sharath S. Paligi - Tree hydrology
Climbing tree canopies and crossing ecosystems: my scientific quest to understand plant water regulations
Axel Gualdoni Becerra - Deforestation in Argentina
Are you allergic to your study site? Stories of biodiversity, degradation, and unexpected career paths
Alice Penanhoat - Forest complexity
Understanding complex forests requires many collaborations
Ziva Pecenko - Landscape architecture
What is contemporary landscape design?
Kontakt
E-Mail: michela.audisio@uni-goettingen.de
Phone: +49-551-39-19679
Mitantragsstellende
Christina Hackmann
Klara Mrak
Rebecca Schwutke
Dr. Hyojin Kim