Gebärdensprache in Göttingen

Die Lebensgeschichten tauber Senior*innen



An der Universität Göttingen werden seit mehr als zwei Jahren im Rahmen eines einmaligen Projekts die Lebensgeschichten tauber Menschen, die zwischen 1930 und 1950 geboren wurden, mithilfe von Interviews erfasst, annotiert, dokumentiert und analysiert. Das Projekt wird von der EU (Horizon 2020) und dem Land Niedersachsen (PRO*Niedersachsen) gefördert. Die Interviews sind ein wichtiger Schritt, das einzigartige kulturelle und sprachliche Erbe einer in unserer Gesellschaft weitgehend unsichtbaren sprachlichen und kulturellen Minderheit in Deutschland langfristig zu sichern. Die lautsprachlich orientierte Mehrheit weiß bisher nur sehr wenig über die Gemeinschaft tauber Menschen, über ihre Kultur und Geschichte und über die Struktur, Variation und Veränderung ihrer Sprache, der Deutschen Gebärdensprache (DGS). Um dies zu ändern, haben Studierende der Universität Göttingen im Rahmen eines Projektseminars zunächst ausgewählte Interviews tauber Senior*innen aus sprachlicher, historischer und soziokultureller Perspektive ausgewertet. Die Ergebnisse wurden dann in einem zweiten Schritt für diese Ausstellung aufbereitet, mit dem Ziel, sie einem breiten hörenden und tauben Publikum zugänglich zu machen. Das Seminar wurde durch das Programm 'Forschungsorientiertes Lehren und Lernen (FoLL)' unterstützt.