Bachelor- und Masterarbeiten

Leitfaden zum Konzipieren und Schreiben wissenschaftlicher Arbeiten

Zu vergebende Bachelor- und Masterarbeitsthemen im Arbeitsbereich Landwirtschaftliche Betriebslehre

1. Masterarbeiten zu vergeben!
Von der Digitalisierung werden sich viele Vorteile für den landwirtschaftlichen Sektor versprochen. Dazu gehören unter anderem die Erhöhung der Produktivität, der Lebensmittelqualität, des Tierwohls sowie des Einkommens der landwirtschaftlichen Betriebe bei gleichzeitiger Reduzierung negativer Externalitäten der landwirtschaftlichen Produktion. Die Ergebnisse aus der bestehenden Literatur deuten allerdings auf viele Barrieren, wie z. B. unzureichende (mobile) Internetversorgung und fehlende Erfahrung im Umgang mit den Technologien, hinsichtlich der Digitalisierung in der Landwirtschaft aus Sicht der potenziellen Anwender*innen hin. Im Rahmen einer qualitativen Untersuchung sollen tiefergehende Erkenntnisse über die wahrgenommenen Chancen und Barrieren aus Sicht aktueller und zukünftiger Leiter*innen landwirtschaftlicher Betriebe gesammelt werden. Weiterführend sollen Ansatzpunkte zur Beseitigung der Barrieren diskutiert werden. Im Rahmen der Arbeit sollen explizit die Unterschiede zwischen den Einschätzungen und Einstellungen zwischen zukünftigen und aktuellen Betriebsleiter*innen ausgearbeitet werden. Daher sollen nicht nur Landwirte*innen befragt werden, sondern auch Studierende der Agrarwissenschaften in der Rolle als zukünftige Betriebsleiter*innen. Daraus ergeben sich folgende konkrete Forschungsfragen:

  • Wie werden die aus der Literatur identifizierten Chancen und Barrieren zur Digitalisierung in der Landwirtschaft gerankt und wo sehen die Befragten konkrete Ansatzpunkte zur Beseitigung der Barrieren?
  • Gibt es Unterschiede zwischen Landwirte*innen und Studierenden der Agrarwissenschaften?
  • Im Rahmen von zwei Masterarbeiten sollen mittels qualitativer Interviews mit jeweils ca. 20 Landwirten*innen und Studierenden der Agrarwissenschaften ein besseres Verständnis der assoziierten Chancen und Barrieren gewonnen werden. Im Detail soll die Q-Methode zur Analyse der Interviews angewendet werden.

    Wir erwarten:
  • Bereitschaft zur eigenständigen Einarbeitung in die relevante Literatur zur Digitalisierung
  • Bereitschaft zur eigenständigen Einarbeitung in die Q-Methode
  • Bereitschaft zur eigenständigen Durchführung der Interviews mit Landwirt*innen und Studierenden der Agrarwissenschaften

    Wir bieten:
  • Unterstützung bei der Identifizierung der Literatur
  • Unterstützung bei der Erstellung der Interviewleitfäden
  • Unterstützung bei der Auswertung



Die beiden Masterarbeiten sollen jeweils in Artikelformat verfasst werden (<8000 Wörter insgesamt).
Bei Interesse bitte melden bei:
Dr. Marius Michels, E-Mail: marius.michels@agr.uni-goettingen.de




2. Risikomanagement (MASTERARBEIT)

Volatile Märkte und Erträge in den vergangenen Jahren verdeutlichen, dass das Risikomanagement landwirtschaftlicher Betriebe immer mehr an Bedeutung gewinnt. Trotzdem zeigen Erfahrungen aus der Praxis sowie Ergebnisse aus der empirischen Forschung, dass viele am Markt verfügbare Preisrisikomanagementinstrumente wie zum Beispiel Kontrakte an Warenterminbörsen (Futures; Commodity Futures Contracts) oder Mehrgefahrenversicherungen wenig von den Landwirten verwendet werden.
Im Rahmen von zwei Masterarbeiten sollen mittels qualitativer Interviews mit ca. 20 Landwirten/innen jeweils ein besseres Verständnis der assoziierten Chancen und Risiken mit den beiden genannten Risikomanagementinstrumenten gewonnen werden. Im Detail soll die Q-Methode zur Analyse der Interviews angewendet werden.

Wir erwarten:

  • Bereitschaft zur eigenständigen Einarbeitung in die relevante Literatur zu Akzeptanz der genannten Risikomanagementinstrumente
  • Bereitschaft zur eigenständigen Einarbeitung in die Q-Methode
  • Bereitschaft zur eigenständigen Durchführung der Interviews mit Landwirten/innen

  • Wir bieten:
  • Unterstützung bei der Identifizierung der Literatur
  • Unterstützung bei der Erstellung der Interviewleitfäden
  • Unterstützung bei der Auswertung


Die Masterarbeiten sollen in Artikelformat verfasst werden (<8000 Wörter insgesamt).
Kontakt: Bei Interesse bitte melden bei:
Dr. Marius Michels, E-Mail: marius.michels@agr.uni-goettingen.de




3. Einstellung deutscher Landwirte zur Subventionierung von Versicherungsprämien

Wo früher Hagel das Hauptrisiko für die Landwirtschaft war, führte der Klimawandel zu einer Zunahme an Dürren, Spätfrösten oder Starkregen, die einen erheblichen Einfluss auf die landwirtschaftliche Produktion haben, was letztendlich zu erheblichen Einkommensschwankungen der landwirtschaftlichen Betriebe führen kann. Dementgegen wirken könnte ein Ernte-Mehrgefahrenversicherung, die einen umfassenden Versicherungsschutz gegenüber Hagel, Sturm, Starkregen, Frost und Trockenheit liefert (Agrarministerkonferenz, 2019) und gemäß der EU Verordnung 2017/2393 mit zu 70 % der Versicherungsprämie gefördert werden kann. Die Ergebnisse aus der Literatur zeigten allerdings, dass die erfolgreiche Etablierung von Versicherungslösungen im landwirtschaftlichen Kontext insbesondere von der Teilnahme- und Zahlungsbereitschaft, vom bestehenden einzelbetrieblichen Risikomanagementsystem, von der subjektiven Risikoexposition, dem Wissen über Versicherungen sowie soziodemographischen und betrieblichen Charakteristika abhängig ist
Um Einblicke in die Akzeptanz und Zahlungsbereitschaft für eine Mehrgefahrenversicherung auf einzelbetrieblicher Ebene zu sammeln wurde Anfang 2022 eine Online-Umfrage durchgeführt. Die Online-Umfrage gliedert sich in vier Abschnitte: I) Allgemeine Angaben zum Betrieb und zum Betriebsleiter, II) Fragen zum einzelbetrieblichen Risikomanagement und zur subjektiven Risikoexposition sowie zur Risikoeinstellung, III) Statements zur Messung der subjektiven Einstellung gegenüber einer (staatlich geförderten) Versicherung sowie IV) Erfassung der maximalen Zahlungsbereitschaft für eine (staatlich geförderte) Versicherung im landwirtschaftlichen Kontext.
Ziel der Arbeit ist es auf Basis des vorliegenden Datensatz (N>200) mittels Cluster-Analyse Gruppen sowie deren Merkmale im Kontext der Subventionierung von Versicherungsprämien zu identifizieren.
Kontakt: Dr. Marius Michels, E-Mail: marius_michels@agr.uni-goettingen.de




4. Mikrofinanzierung
Im Gegensatz zu Landwirten in entwickelten Volkswirtschaften, verfügen Landwirte in Transformations- und Entwicklungsländern häufig nur über einen eingeschränkten Kreditzugang. Besonders betroffen sind davon informelle, kleinste und kleine landwirtschaftliche Unternehmen. Ein mangelnder Kreditzugang kann zur verringerten Investitionstätigkeit im landwirtschaftlichen Sektor führen, was angesichts der hohen Bedeutung der Landwirtschaft in Transformations- und Entwicklungsländern für Wirtschaftswachstum und Beschäftigung als kritisch zu bewerten ist. Als eine Ursache ist hierbei die nicht adäquate Aufstellung von Finanzinstitutionen und Finanzprodukten in vielen Transformations- und Entwicklungsländern für landwirtschaftliche Unternehmen und landwirtschaftliche Produktionsprozesse. Forschungsgegenstand ist daher die Untersuchung von Kreditzugang und Kreditrückzahlungsverhalten landwirtschaftlicher Unternehmen, um Handlungsempfehlungen für Finanzinstitutionen herausarbeiten zu können. (Betreuer: Weber)




5. Managing weather risks in agricultural microfinance through meso-level insurance
Weather risks in agricultural production are assumed to be a main driver of the risk in agricultural lending. In many developing countries, weather risk is substantial. Weather risks influence the profitability of agricultural production and increase the volatility of the annual cash flow. This jeopardizes the small-scale farmers? capacity to handle their installment payments in due time. Accordingly, weather shocks are assumed to render the agricultural loan portfolios of financial institutions considerably riskier than urban business loan portfolios. In the absence of adequate risk management measures, e.g., insurance, the only option for financial institutions to deal with weather shocks is avoiding it. This often leads to partially or fully credit rationing of agricultural loan applications.
For overcoming this dilemma, meso- or macro-level insurance solutions especially for insuring agricultural weather risks bear a high potential. In contrast to micro-level insurance solutions, where individuals are insured, meso- or macro-level insurance solutions focus on insuring agricultural intermediaries. In this context, agricultural intermediaries can be any institution along the agricultural value chain, e.g., agricultural input suppliers, financial institutions, producer organizations, agricultural traders, which is exposed to the risks of primary agricultural production.
Within the master thesis a meso-level index based weather insurance product for a microfinance institution (MFI) in Madagascar shall be developed and a a cost-benefit-analysis of such product for the MFI and the MFI?s clients under different weather scenarios be carried out. Therefore, we have access to a rich database of the MFI?s agricultural loan portfolio (mainly rice farmers) comprising client and loan information. Furthermore we have precipitation and wind speed data from different weather stations of Madagascar's central plateau.
(Supervisor: Weber)

Bei Interesse an der Bearbeitung dieses Themas melden Sie sich bitte bei uns (ron.weber@agr.uni-goettingen.de oder betriebslehre@agr.uni-goettingen.de).




6. Qualitative analysis (Master thesis)
Obstacles to Sustainable Economic Growth of Smallholder Farmers in the Larger Mekong Region

The student will analyze around 60 qualitative interviews conducted in Vietnam and Cambodia among smallholder farmers, extension workers, village chiefs, and other officials. The aim of the analysis is to understand why some smallholder farmers seem to be stuck in poverty.

The student should:
• Be interested in qualitative research (previous experience is a plus)
• Possess good English language skills

If you are interested, please send your motivation and CV to selina.bruns@uni-goettingen.de




7. Sonstige Themen:

Eigene Ideen und Konzepte sind ebenfalls herzlich Willkommen!