Bachelor- und Masterarbeiten

Leitfaden zum Konzipieren und Schreiben wissenschaftlicher Arbeiten

Zu vergebende Bachelor- und Masterarbeitsthemen im Arbeitsbereich Landwirtschaftliche Betriebslehre

1. Technische Effizienz und Tierwohl in der Milchviehhaltung: Eine Fallstudie für ein ausgewähltes Bundesland (Masterarbeit)
Anhand von betrieblichen Daten soll eine Effizienzanalyse durchgeführt werden. Dabei sollen unterschiedliche Verfahren untersucht werden: stellt Tierwohl ein Input dar? Ist Tierwohl ein Output? Oder ist es geeigneter, die Technischen Effizienzwerte in einem zweiten Schritt detailliert auf Zusammenhänge zum betrieblichen Tierwohl zu untersuchen? (Betreuer: Mußhoff)



2.Der Einfluss der Big Five Persönlichkeitseigenschaften auf ökonomisches Entscheidungsverhalten von Landwirten
Gemäß des Fünf-Faktoren-Modells (Big Five) aus der Persönlichkeitspsychologie lassen sich generelle Verhaltensunterschiede zwischen Individuen anhand von fünf Persönlichkeitseigenschaften (Neurotizismus, Extraversion, Offenheit für Erfahrungen, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit) erklären. Basierend auf experimentell erhobenen Daten soll im Rahmen der Abschlussarbeit untersucht werden, welchen Einfluss Persönlichkeitsmerkmale auf den Einsatz von Pflanzenschutzanwendungen haben können. Zudem soll analysiert werden, welcher Zusammenhang zwischen der Persönlichkeit eines Landwirts und seiner Reaktion auf verschiedene Politikmaßnahmen zur Pflanzenschutzmittelreduktion besteht. (Betruer: Buchholz/Mußhoff)




3. Mikrofinanzierung
Im Gegensatz zu Landwirten in entwickelten Volkswirtschaften, verfügen Landwirte in Transformations- und Entwicklungsländern häufig nur über einen eingeschränkten Kreditzugang. Besonders betroffen sind davon informelle, kleinste und kleine landwirtschaftliche Unternehmen. Ein mangelnder Kreditzugang kann zur verringerten Investitionstätigkeit im landwirtschaftlichen Sektor führen, was angesichts der hohen Bedeutung der Landwirtschaft in Transformations- und Entwicklungsländern für Wirtschaftswachstum und Beschäftigung als kritisch zu bewerten ist. Als eine Ursache ist hierbei die nicht adäquate Aufstellung von Finanzinstitutionen und Finanzprodukten in vielen Transformations- und Entwicklungsländern für landwirtschaftliche Unternehmen und landwirtschaftliche Produktionsprozesse. Forschungsgegenstand ist daher die Untersuchung von Kreditzugang und Kreditrückzahlungsverhalten landwirtschaftlicher Unternehmen, um Handlungsempfehlungen für Finanzinstitutionen herausarbeiten zu können. (Betreuer: Weber)




4. Nutzen von CO2-Zertifikaten für die Wirtschaftlichkeit von Biogasanlagen
Fehlende Wachstumsperspektiven für Biogasanlagen im Rahmen des EEGs lassen die Branche mehr und mehr in Richtung Mobilität (aufbereitetes Gas) und CO2-Zertifikate schauen.
In Kooperation mit dem Maschinenring Kassel soll analysiert werden, wie Zertifikate im landwirtschaftlichen Sektor genutzt werden können. Das scheint für die nicht EEG vergütete Energiebereitstellung, also dem Wärmeteil, möglich zu sein. Das gleiche gilt für die Produktion von Gas für die Mobilität. Zertifikate könnten in diesem Bereich genauso viel bringen, wie der Gasverkauf.
Betreuung: Augustin/Mußhoff in Kooperation mit Maschinenring Kassel




5. Management von Klimarisiken in der Landwirtschaft
Es ist seit langem bekannt, dass das Wetter den Hauptunsicherheitsfaktor in der landwirtschaftlichen Produktion darstellt; und es ist davon auszugehen, dass Schwankungen im Witterungsverlauf infolge des globalen Klimawandels weiter zunehmen werden. In der Vergangenheit haben Landwirte versucht, sich durch den Kauf von Versicherungen gegen wetterbedingte Ertragsschwankungen abzusichern. Ein relativ neues Instrument zur Steuerung des Mengenrisikos stellen sog. "Wetterderivate" dar. Obwohl Wetterderivate gegenüber traditionellen Versicherungen Vorteile aufweisen, ist der Markt für diese Produkte in der Landwirtschaft noch relativ klein. Dies wird u.a. darauf zurückgeführt, dass nicht klar ist, ob und in welchem Umfang Wetterderivate ein nützliches Risikomanagementinstrument in der Landwirtschaft darstellen. Daher soll für ausgewählte Betriebe die risikomindernde Wirkung quantifiziert werden, die durch den Einsatz von Wetterderivaten erzielt werden kann. (Betreuer: Buchholz)




6. Managing weather risks in agricultural microfinance through meso-level insurance
Weather risks in agricultural production are assumed to be a main driver of the risk in agricultural lending. In many developing countries, weather risk is substantial. Weather risks influence the profitability of agricultural production and increase the volatility of the annual cash flow. This jeopardizes the small-scale farmers? capacity to handle their installment payments in due time. Accordingly, weather shocks are assumed to render the agricultural loan portfolios of financial institutions considerably riskier than urban business loan portfolios. In the absence of adequate risk management measures, e.g., insurance, the only option for financial institutions to deal with weather shocks is avoiding it. This often leads to partially or fully credit rationing of agricultural loan applications.
For overcoming this dilemma, meso- or macro-level insurance solutions especially for insuring agricultural weather risks bear a high potential. In contrast to micro-level insurance solutions, where individuals are insured, meso- or macro-level insurance solutions focus on insuring agricultural intermediaries. In this context, agricultural intermediaries can be any institution along the agricultural value chain, e.g., agricultural input suppliers, financial institutions, producer organizations, agricultural traders, which is exposed to the risks of primary agricultural production.
Within the master thesis a meso-level index based weather insurance product for a microfinance institution (MFI) in Madagascar shall be developed and a a cost-benefit-analysis of such product for the MFI and the MFI?s clients under different weather scenarios be carried out. Therefore, we have access to a rich database of the MFI?s agricultural loan portfolio (mainly rice farmers) comprising client and loan information. Furthermore we have precipitation and wind speed data from different weather stations of Madagascar's central plateau.
(Supervisor: Weber)

Bei Interesse an der Bearbeitung dieses Themas melden Sie sich bitte bei uns (ron.weber@agr.uni-goettingen.de oder betriebslehre@agr.uni-goettingen.de).




7. Das Selbstverständnis deutscher Landwirte
In den allgemeinen Wirtschaftswissenschaften wird seit längerem über die Bedeutung des individuellen Selbstverständnisses (Identity) für das ökonomische Entscheidungsverhalten diskutiert. Es erscheint einleuchtend, dass auch das Selbstverständnis von Landwirten ihr Entscheidungsverhalten beeinflusst. Jedoch ist dieses Thema ist in der agrarökonomischen Literatur bisher kaum untersucht worden. Im Rahmen der Arbeit soll mithilfe von qualitativen und quantitativen Methoden ein Konzept für eine psychometrische Skala zur Messung möglicher Dimensionen des Selbstverständnisses landwirtschaftlicher Entscheider entwickelt werden.
(Betreuer: Schaak)




8. Faktorielle Survey (Masterarbeit)
Die Entwicklungen auf den landwirtschaftlichen Bodenmärkten werden sowohl von wissenschaftlicher als auch von Seite der Praxis mit großem Interesse verfolgt. Eine wichtige Besonderheit, im Gegensatz zu den meisten anderen Märkten, ist hierbei die Immobilität des Bodens. Hierdurch ist es denkbar, dass es örtlich begrenzte Bedingungen (bspw. ungewöhnlicher Konkurrenzdruck oder außergewöhnliche Marktteilnehmer) auf dem Bodenmarkt einen Einfluss auf das Verhalten der Marktteilnehmer haben. Im Rahmen einer sog. faktoriellen Survey (auch Vignettenanalyse genannt) sollen potentielle Einflüsse der örtlichen Marktsituation auf das Kauf- und Pachtverhalten von Landwirten untersucht werden. Die faktorielle Survey ist eine quantitative sozialwissenschaftliche Methode, bei der in die Teilnehmer mit konkreten Szenarien, anstelle von abstrakten Werten, konfrontiert werden können.
(Betreuer: Schaak)




9. Qualitative analysis (Master thesis)
Obstacles to Sustainable Economic Growth of Smallholder Farmers in the Larger Mekong Region

The student will analyze around 60 qualitative interviews conducted in Vietnam and Cambodia among smallholder farmers, extension workers, village chiefs, and other officials. The aim of the analysis is to understand why some smallholder farmers seem to be stuck in poverty.

The student should:
• Be interested in qualitative research (previous experience is a plus)
• Possess good English language skills

If you are interested, please send your motivation and CV to selina.bruns@uni-goettingen.de




10. Geschlechterbestimmung im Hühnerei – was denkt der Verbraucher?
Die Problematik des Kükentötens nach dem Schlupf ist hochaktuell. Neue Methoden ermöglichen eine Geschlechterbestimmung im Ei, bevor das Küken geschlüpft ist. In einer Verbraucherbefragung wurden Daten erhoben, die sich mit der Einstellung der Verbraucher zu dieser Thematik befassen. Ziel einer Bachelor-/Masterarbeit ist es mittels Faktoren- und Clusteranalyse die Verbrauchereinstellung zu analysieren und verschiedene Einstelllungsdimensionen herauszuarbeiten. (Betreuer: Hr. Danne)




11. Gruppendiskussionen zur Tierproduktion
Züchterischer Fortschritt gewährleistet günstige tierische Lebensmittel bei einer reduzierten Belastung von Klima und Umwelt. Allerdings führt züchterischer Fortschritt auch zu Tierschutzproblemen. Ein Teil der Lösung für eine Verbesserung des Tierwohls in der intensiven Landwirtschaft könnten technischer Fortschritt und die Digitalisierung sein. Hieraus entsteht ein Spannungsfeld: Teile der Gesellschaft äußern den Wunsch nach bäuerlicher Landwirtschaft, wohingegen effizienter Ressourceneinsatz und Klimaschutz immer wichtiger werden. Beispielhaft für dieses Spannungsfeld ist die Suche nach Alternativen zum Töten männlicher Eintagsküken. Im Rahmen von Gruppendiskussionen sollen folgende Punkte kontrovers diskutiert werden: 1) Erwartungen an den Spezialisierungsgrad in der Tierproduktion sowie in der Tierzucht 2) Bewertung technischer Lösungen, die das Tierwohl in spezialisierter Tierproduktion verbessern 3) Die moralische Bewertung von Lebenszeit und Lebensqualität landwirtschaftlicher Nutztiere. Die Abschlussarbeit beinhaltet die Unterstützung bei der Durchführung der Gruppendiskussionen sowie deren Auswertung. (Betreuer: Reithmayer/Mußhoff, corrina.reithmayer@agr.uni-goettingen.de)




12. Sonstige Themen:


  • Analyse der relativen Vorzüglichkeit von Zuckerrüben und Mais als Substrat für Biogasanlagen im deutschlandweiten regionalen Vergleich (Master) Betreuer: Dr. Dirk Augustin und Prof. Dr. O. Mußhoff
  • Hedging von Beregnungskosten mit Wetterindexversicherungen (Betreuer: Buchholz)
  • Gesamtbetriebliche Folgenabschätzung einer möglichen Pflanzenschutzmittelsteuer unter Anwendung des zustandsabhängigen Ansatzes (Masterarbeit, Betreuer: Buchholz)
  • Ansätze zur Optimierung landwirtschaftlicher Betriebe unter Berücksichtigung von Risiko: Ein Methodenvergleich (Betreuer: Buchholz)
  • Möglichkeiten und Grenzen der teilflächenspezifischen Applikation von Pflanzenschutzmitteln: Eine ökonomische Bewertung (Bachelor/Master) Betreuer: Buchholz
  • Präferenzen landwirtschaftlicher Entscheider für die teilflächenspezifische Applikation von Pflanzenschutzmitteln: Ein Discrete Choice Experiment (Master): Betreuer Buchholz/Danne



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