Geförderte Projekte des Gleichstellungs-Innovations-Fonds

4. Förderrunde 2019

#meinmathesommer – Social Media-Projekt
Ein im Sommerstudium beworbener Wettbewerb schafft erste Beiträge für den neu eingerichteten Instagram-Account der Mathematik. Außerdem werden Korrespondent_innen/Blogger_innen/Social Media-Botschafter_innen für den Studienbeginn in Mathematik rekrutiert, die ein halbes Jahr über ihre Erfahrungen mit dem Studium berichten. Die gewählten Medien und Kanäle sind dabei frei wählbar (Videos, podcasts, Blogbeiträge, Instagram etc.).
Antragstellende Einheit: Fakultät für Mathematik und Informatik, Bereich Mathematik

Seminar „Genderaspekte in der Informatik“
Erstmalig wird am Institut für Informatik eine Lehrveranstaltung angeboten, die den Zusammenhang von Gender und Informatik in den Blick nimmt. Vermittelt werden theoretische Grundlagen, empirische Befunde und praktische Implikationen. Neben Studium (z.B. Einfluss von Rollenmodellen auf die Studienfachwahl, Geschlechterstereotype etc.) und Berufsleben (z.B. Perspektiven für Frauen in der Informatik heute, Gender Pay Gap, Gender Bias) wird das Image der Informatik sowie Nachwuchsförderung (z.B. Mentoring, Networking) angesprochen. Die Studierenden erhalten Einblick in Forschungsmethoden der Gender Studies, Verständnis für Theorien in diesem Bereich und in Maßnahmen zur Förderung von Mädchen und Frauen in der Informatik. Zusätzlich werden noch sehr gute Informationsbeiträge von Studierenden (Kurzvorträge) prämiert und veröffentlicht, um Sichtbarkeit für das Thema zu schaffen.
Antragstellende Einheit: Fakultät für Mathematik und Informatik, Bereich Informatik

Girls Camps – Science Camp für Schülerinnen
Im didaktisch anspruchsvollen Girls Camp wird erstmalig an der Universität Göttingen ein monoedukatives Science Camp für Schülerinnen angeboten, die über das bundesweite Exzellenznetzwerk MINT-EC rekrutiert werden. Rückschlüsse aus der Veranstaltung sollen in die fakultäre Lehre und Lehramtsausbildung einfließen. Zentral für die Gestaltung des Science Camps ist die Vermittlung eines authentischen Bildes der Denk- und Arbeitsweisen der Fächer in der Hochschule. Mit dieser Perspektiverweiterung sollen die Schülerinnen einen neuen Zugang zu den Fächern außerhalb der Schule finden und ihre Vorstellungen über die Chemie bzw. Physik erweitern, ggf. revidieren und die Fächer neu bewerten. Außerdem soll das Fähigkeitsselbstkonzept der Schülerinnen verbessert werden, indem sich die Schülerinnen im experimentellen Handeln mit chemischen und physikalischen Problemstellungen selbstwirksam und kompetent erleben. Durch eine monoedukative Lerngruppe und Tutorinnen als Role Models wird dies gefördert, da Schülerinnen eine geschützte und offene Lernatmosphäre geboten wird und die Tutorinnen inspirieren und informieren.
Antragstellende Einheiten: Fakultät für Chemie, Fakultät für Physik, XLab

Genderforschung für Naturwissenschaften – Adaptierte Primärliteratur und digitaler Aufsteller
Da Sprachduktus und Darstellungsformen in der Geschlechterforschung und sozialwissenschaftlichen Forschung zu Gleichstellung sich erheblich von Fachaufsätzen in den Naturwissenschaften unterscheiden, wird im Rahmen dieses Projekts eine „Übersetzung“ vorgenommen und relevante Ergebnisse in den in den Fachkulturen Chemie und Physik üblichen Sprachgebrauch und Darstellungsformen überführt, um Zugang, Verständnis und Lesbarkeit für Naturwissenschaftler_innen zu verbessern (analog zu dem Konzept der Adapted Primary Literature).
Sozialwissenschaftliche Erkenntnisse zu Gleichstellung an Hochschulen und disziplinenspezifische Erkenntnisse aus der Geschlechterforschung zu den Fächern Chemie und Physik (z.B. zu Gender bias bei Studienfachwahl und in Prüfungen, Selbstfähigkeitskonzepten von Studentinnen) werden für Naturwissenschaftler_innen passend aufbereitet und über einen digitalen Aufsteller in Form eines Mikroskops, ein niedrigschwelliges Mittags-Informationsformat für Lehrende und in Aufsätzen in wissenschaftlichen Fachjournals im Bereich Didaktik vermittelt. Der Aufsteller greift die naturwissenschaftliche Herangehensweise auf, informiert und regt seine Besucher an, auch selbst zu Experimentator_innen zu werden und verschiedene Themen und Aspekte "mikroskopisch" zu untersuchen. Er bietet schließlich in Form eines Logbuchs eine Plattform für Feedback.
Antragstellende Einrichtungen: Fakultät für Physik, Fakultät für Chemie

3. Förderrunde 2018

Gendergerechte Inklusion für Promovendinnen
Eine bundesweit bislang wenig beachtete Zielgruppe für Karriereförderung sind Promovendinnen mit Behinderung/chronischer Erkrankung oder Pflegeverantwortung. Dieses Projekt will dies ändern. In Biographiezirkeln wird Teilnehmerinnen Raum gegeben, Hürden und Best Practice im Karriereverlauf zu identifizieren. Flankiert wird das Angebot von Expert Talks erfolgreicher Wissenschaftler*innen mit ähnlichem Hintergrund sowie Fachvorträgen zum Thema „Geschlechtergerechtigkeit und inklusives Promovieren“. Aus den drei Formaten werden zentrale Ergebnisse festgehalten und in Form von Handlungsempfehlungen der Universitätsleitung und Fachabteilungen zur Verfügung gestellt.
Antragstellende Einheiten: GGG, GSGG, Abteilung Studium und Lehre

Probieren geht über und Studieren – Stipendienprogramm für angehende Wirtschaftsinformatikerinnen
Die zunehmende Digitalisierung führt zu einer erhöhten Nachfrage nach Fachkräften in der Wirtschaftsinformatik, doch der Frauenanteil in diesem Fach ist erschreckend niedrig. An der Universität Göttingen liegt der Anteil der Wirtschaftsinformatikstudentinnen im Bachelor bei 13,8 % (Stand 12/2017). Dieses Projekt will mit Stipendien einen Anreiz für Studentinnen der Wirtschaftswissenschaften setzen, die vermeintlich schwierigen Module im Studiengang Wirtschaftsinformatik auszuprobieren. Durch die finanzielle Unterstützung wird das finanzielle Risiko verringert, dass die Studentinnen bei der Wahl von Modulen eingehen, die nicht explizit aus ihrem Studiengang stammen (z.B. Verlängerung der Studienzeit, Verlust des BAföG-Anspruchs).
Antragstellende Fakultät: Fakultät für Wirtschaftswissenschaften

Förderung von Studentinnen in der Studieneingangsphase am Institut für Informatik
Mit diesem Projekt wird Studienanfängerinnen in der Informatik der Einstieg ins Fach erleichtert und es werden Möglichkeiten der Vernetzung und des Austauschs geboten. Es umfasst eine monoedukative Vertiefungsübung, Veranstaltungen mit Frauen aus der Informatik aus fortgeschritteneren Karrierestufen sowie eine wöchentliche Sprechstunde für Studentinnen. In der Vertiefungsübung soll eine Arbeitsatmosphäre geschaffen werden, die konstruktiv auf Unsicherheiten reagiert und Nachfragen erleichtert.
Antragstellende Fakultät: Fakultät für Mathematik und Informatik, insb. Institut für Informatik

Schlüsselqualifikation Genderkompetenz
Neue Studien zu Geschlechterungleichheiten im juristischen Studium und in der juristischen Praxis sowie Diskussionen und Initiativen von Studierenden der juristischen Fakultät haben gezeigt, dass ein hoher Bedarf an der Vermittlung von Genderwissen mit Bezug auf die Fachlichkeit gegeben ist. Auf diesen Bedarf reagiert das vorliegende Projekt. Es handelt sich um ein Schlüsselkompetenzmodul, in dem u.a. Grundlagen der Legal Gender Studies, der Zusammenhang von Gender und Recht, geschlechtergerechte Sprache im juristischen Berufsalltag sowie die Wirkung von Geschlechterstereotypen im Kontext von Studien- und Berufsinhalten thematisiert werden. Ziel des Kurses ist die Vermittlung von Gender- und Diversitykompetenz.
Antragstellende Fakultät: Juristische Fakultät

2. Förderrunde 2017

Welcome to the Community – Know How über das deutsche Wissenschaftssystem für internationale PostDocs (Frauen) der Natur- und Lebenswissenschaften
Für ausländische Wissenschaftlerinnen kann der Einstieg in das deutsche Wissenschaftssystem voller Herausforderungen sein, gerade, wenn die akademische Sozialisation nicht in Deutschland erfolgt ist: Seien es die Eigenheiten der Hochschul- und Antragslandschaft, ungewohnte Verhaltens- und Redeweisen in Kolloquien und Forscher_innengruppen oder auch die Schwierigkeiten beim Kontakteknüpfen – viel Wissen über diese Zusammenhänge ist informell und nirgendwo festgeschrieben. Internationale Postdoktorandinnen sollen während der Programmphase fit(ter) für das Wissenschaftssystem gemacht und dabei optimal in ihrem Karriereweg an der Universität Göttingen unterstützt werden. Im Fokus steht dabei die oft schwierige Einstiegsphase in die wissenschaftliche Gemeinschaft. Eingeübt werden dabei für viele Teilnehmerinnen neue, für sie kulturell eher untypische Handlungsweisen. Call for application, Bewerbungsschluss 15.08.18
Antragstellende Fakultät: Fakultät für Agrarwissenschaften

Ungehaltene Reden – Kurzfilmreihe über Karrierewege von Professorinnen und Wissenschaftlerinnen in der Habilitationsphase
In der hier geplanten Filmreihe kommen Frauen zu Wort, die den langen Weg zur Professur auf sich genommen haben. Sie berichten von entscheidenden Etappen ihrer Laufbahn: Was hat sie in ihrem Karriereziel bestärkt? Was ist das Reizvolle an ihrem akademischen Lebensweg? Was lässt sie zweifeln, aber auch wieder Mut schöpfen? In welchen Situationen haben Sie die Wirkmächtigkeit der Kategorie Geschlecht und/oder Klasse, ethnisch-kulturelle Zugehörigkeit, Alter erfahren? Was lässt sie hier gleichsam besonders „ungehalten“ sein? Dieses implizite Wissen soll (erstmalig) zur Rede gebracht werden. Ziel des Projekts ist es, durch eine visualisierte und personalisierte Darstellung und durch den Enthusiasmus und die Offenheit der Aussagen Nachwuchswissenschaftlerinnen nachhaltig für das Karriereziel Professur zu gewinnen. Produziert werden die Clips von visuellen Anthropolog_innen, die in einem reflektierten Umgang mit Kameras und Filmästhetiken geschult sind und von Studierenden der Philosophischen Fakultät, die im Rahmen universitärer Lehre in das Projekt eingebunden werden. Weitere Informationen
Antragstellende Fakultät: Philosophische Fakultät
Weitere Beteiligte: Fakultät für Physik, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften

1. Förderrunde 2016

„Jenseits von Dackel und Lodenmantel“ – Imagefilm und Plakatkampagne zur Akquise von Studentinnen für das forstwissenschaftliche Studium
Studieninteressierte Frauen für die Forstwissenschaften zu begeistern ist Ziel dieses Projekts. Vom klassischen Bild des Försters als „Schutzpatron des Waldes“ fühlen sich viele junge Frauen nicht angesprochen. Der Imagefilm stellt den stereotypen Vorstellungen über die Forstwissenschaften ein positives Bild fernab gängiger Klischees entgegen und setzt die Vielfalt des Studiums und der späteren Berufsmöglichkeiten in Szene.
Umgesetzt wurde der Film durch eine professionelle Produktionsfirma; Social Media-Kanäle sowie Berufsinformationsseiten werden zur Verbreitung genutzt.
Antragstellende Fakultät: Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie

Qualitatives Benchmarking und aktive Rekrutierung von Wissenschaftlerinnen in Berufungsverfahren
Dieses Projekt setzt an einer zentralen Herausforderung in den Agrarwissenschaften an, die auch in vielen anderen Fakultäten virulent ist: Häufig bewerben sich zu wenig Frauen auf ausgeschriebene Professuren. Wie kann eine Fakultät bereits im Rahmen eines Berufungsverfahrens tätig werden, um talentierte Frauen auf vakante Stellen aufmerksam zu machen und zur Bewerbung zu motivieren? Wie kann ein solcher Prozess zielführend, transparent und professionell gestaltet werden? Im Dialog mit anderen Fakultäten und in Austausch mit anderen Universitätsstandorten im Rahmen eines Benchmarking-Prozesses sollen diese Fragen beantwortet und Handlungsempfehlungen für eine chancengerechte Berufungspolitik formuliert werden.
Für weitere Informationen zum Projekt siehe hier: Qualitatives Agrar-Benchmarking
Antragstellende Fakultät: Fakultät für Agrarwissenschaften
Weitere Beteiligte: Fakultät für Wirtschaftswissenschaften

Publikationsförderung für Wissenschaftlerinnen
Um Karriere im Wissenschaftssystem zu machen, sind Publikationen eine wichtige, wenn nicht gar die entscheidende Währung. Wissenschaftlerinnen und ihre Forschung sichtbarer und finanziell etwas unabhängiger zu machen, ist das Ziel dieses Projekts.
Um die Mittel aus dem Publikationsfonds können sich promovierte oder in der Endphase der Promotion befindliche Wissenschaftlerinnen der Fakultät für Geowissenschaften und Geographie bewerben. Diese Maßnahme ist eine sinnvolle Ergänzung zum Open-Access-Publikationsfonds der Universität und unterstützt Frauen dabei, ihre Publikationsproduktivität zu erhöhen und ihre wissenschaftliche Karriere weiter erfolgreich voranzutreiben.
Antragstellende Fakultät: Fakultät für Geowissenschaften und Geographie