Göttinger Centrum für Geschlechterforschung

GenderLabor


06.12.18 | 18 Uhr | GSGG
Antifeminismus und Antisemitismus

Den Auftakt des GenderLabors geben Merle Ayecke und Merle Mangels mit ihren Vorträgen zum Thema Antifeminismus und Antisemitismus:

Antifeminismus und Antisemitismus im Vereinswesen des Deutschen Kaiserreichs mit Merle Ayecke

Die Vorstellung, dass Frauenbewegung und Judentum gemeinsam als Bedrohung im Fin de Siècle agieren, war in völkischen Kreisen des Kaiserreichs weit verbreitet. Aus dieser entwickelten sich vielschichtige Ressentiments gegen die beiden Feindgruppen, deren konkrete Überschneidungen hier auf ideologischer, struktureller und personeller Ebene untersucht werden.

Verschränkungen von Antifeminismus und Antisemitismus in der AfD am Beispiel Wolfgang Gedeons mit Merle Mangels

Die AfD ist eine Partei, die offen antifeministisch und in Teilen antisemitisch auftritt. Doch gibt es auch Verschränkungen zwischen den beiden Phänomenen innerhalb der Partei? Dies wird anhand eines Beispiels, dem Politiker Wolfgang Gedeon, erläutert: Welche antifeministischen und antisemitischen Stereotypen zeigen sich in seinem Buch „Der grüne Kommunismus und die Diktatur der Minderheiten“?

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20.12.18 | 18 Uhr | GSGG
Von kämpfenden Prostituierten und maurischen Sodomiten. Geschlecht, Sexualität und Religion in altportugiesischer Spottlyrik mit Alexander Altevoigt

Der Vortrag soll zeigen, wie die Kategorien Geschlecht, Sexualität und Religionszugehörigkeit zum Zwecke des Spotts in mittelalterlicher galicisch-portugiesischer Lyrik miteinander verschränkt werden. Angesichts der These Bachtins, das Lachen im Mittelalter hatte eine zutiefst revolutionäre Funktion, muss auch nach dem Subversionspotenzial der untersuchten Texte gefragt werden.

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10.01.19 | 18 Uhr | GSGG
„…mehr als ein Mutterschaftsding.“ Geburt als Thema feministischer Kämpfe rund um Reproduktion mit Marie Fröhlich

Aktuelle Aushandlungen rund um „Gewalt unter der Geburt“ verdeutlichen, wie sehr Geburt vor allem als „Mütter*thema“ verhandelt wird. Im Vortrag wird dafür plädiert, Politiken rund um Geburt als Teil feministischer Kämpfe im übergreifenden Spektrum von Politiken der Reproduktion und Zugriffen auf reproduktive Körper zu integrieren.

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Situiertes Wissen - Theorie, Methodologie, Empirie
17.01.19 | 14 - 16 Uhr Vortrag & 16 - 18 Uhr Methodenwerkstatt | AStA
Fremdverstehen und Involviertheit im Forschungsprozess. Praxis der Ethnografie am Beispiel von Demenz-Care mit Andrea Newerla

Dieses Format des Genderlabors richtet sich an all jene, die sich methodisch und theoretisch in einem unhierarchischen Setting über ihre (Forschungs-)Fragen auseinandersetzen und vernetzen wollen. Im Rahmen dieses Workshops werden in einem ersten Teil die Grundzüge des ethnografischen Arbeitens präsentiert. Fokussiert wird dabei die Frage nach der Subjektivität der Forschenden im Prozess der Datenerhebung und –auswertung. Daran anschließend werden in einem zweiten Teil gemeinsam empirische Beispiele aus der ethnografischen Feldforschung von Demenz-Care-Settings diskutiert und ausgewertet. Gerahmt werden die einzelnen Schritte des Workshops durch Übungen zur Praxis der Ethnografie.

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31.01.19 | 18 Uhr | GSGG
Eine Frage der Verwandtschaft ?

Mit der Frage von Verwandtschaft beschäftigen sich Alicia Schlender und Claudia Klank im GenderLabor:

Geschlechtergerechtigkeit in Co-Elternschaften. Untersuchungen zur Aushandlung und Verteilung von Sorgearbeit mit Alicia Schlender

Wie wird Geschlechtergerechtigkeit in Familienformen fernab der heterosexuellen Kleinfamilie ausgehandelt? Der Fokus des Vortrags richtet sich auf Co-Elternschaften, also auf Menschen, die sich unabhängig von einer Liebesbeziehung bewusst dazu entscheiden, gemeinsam Eltern zu werden. Birgt diese Familienform das Potential, Haus- und Sorgearbeit gleichberechtigter auszuhandeln und zu leben? (Wie) Kommt in den Aushandlungen Geschlecht zum Tragen?

„Die Vorzeigefamilie Brisch war kaputt.“ Über Texte zu spätem Coming Out und die Frage, was Familie ist mit Claudia Klank

Nur ein rarer Teil von deutschsprachiger Literatur der Gegenwart thematisiert ein spätes Coming Out. Der Vortrag beschäftigt sich unter anderem mit Bastian Brischs Text "Seitenwechsel. Die Geschichte eines schwulen Familienvaters" (2000 und 2011) und geht Fragen über Auswirkungen beim Bruch mit der sogenannten “Normalität“ (Ehe, Familie, Kinder) nach. Wie ist die vorherrschende Heteronormativität gesellschaftlicher Wirklichkeit dargestellt? Was implizieren sprachliche Begriffe, wie "Vorzeigefamilie"? Welche Macht- und Herrschaftsverhältnisse werden innerhalb der Sozialstruktur von Familie und Verwandtschaft deutlich?

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Alle Veranstaltungen finden im Veranstaltungsraum der Graduiertenschule für Geisteswissenschaften (GSGG), Friedländer Weg 2, 37073 Göttingen, statt. Der Raum ist nicht barrierefrei, sondern nur über Treppen erreichbar.
Am 17. Januar 2019 findet die Veranstaltung "Situiertes Wissen" im Gebäude des AStA der Universität Göttingen, Goßlerstraße 16a, 37073 Göttingen, statt. Der Raum ist eingeschränkt barrierefrei.

Wenden Sie sich bei Bedarf bitte an info@gcg.uni-goettingen.de. Weitere Informationen zur Barrierefreiheit in den Gebäuden der Universität Göttingen finden Sie im Lageplan zur Barrierefreiheit (GRAS Geo).