Seminar für Deutsche Philologie

Germanistische Mediävistik

Die Germanistische Mediävistik beschäftigt sich mit der deutschen Sprache und Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Ihr Interesse gilt damit nicht nur der gesamten Textüberlieferung der Zeit vom 9. bis zum 16. Jahrhundert, sondern auch deren spezifischen medialen und kulturellen Bedingungen. Zur alt-, mittel- und frühneuhochdeutschen Literatur zählen demnach nicht nur Geschichtsdichtung, Heldenepik und geistliche Dichtungen, Minnelyrik und höfischer Roman, kleine Erzählformen, Schwankroman und Fastnachtsspiel, sondern auch pragmatische und lehrhafte Texte aus den verschiedenen Bereichen mittelalterlichen Wissens.
Um diese im erweiterten Sinne literarischen Gegenstände in philologischen Lektüren zu erfassen, um ihre Übergänge von der Mündlichkeit zur Schriftlichkeit der mittelalterlichen Handschriften und des frühen Buchdrucks in den Blick zu nehmen, um ihre historischen Bedeutungsgehalte im Rahmen der mittelalterlichen Geschichte und Kultur als symbolischen Praktiken zu interpretieren, arbeitet das Fach mit aktuellen Methoden und Theorien. Im Seminar werden dazu historisch-narratologische, medientheoretische sowie kultur- und diskurstheoretische Modelle in einer forschungsbasierten Lehre erprobt und in der Forschung weiterentwickelt.
Germanistische Mediävistik versteht sich damit historisch und konzeptionell als eine Grundlagenwissenschaft der Germanistik, bildet aber auch mit den anderen Mittelalterdisziplinen bzw. Mediävistiken in Göttingen über das Zentrum für Mittelalter- und Frühneuzeitforschung (ZMF) ein Lehr- und Forschungsnetzwerk.



Aktuelles

  • Nacht des Wissens
    Bei der „Nacht des Wissens“ am 26.01.2019 ist die Abteilung ,Germanistische Mediävistik‘ vertreten:

    Ist Geiz geil? Die sieben ,Todsünden‘ in der mittelhochdeutschen Literatur (KWZ, Raum 0.608: Posterausstellung, Vortrag; Beginn zu jedervollen Stunde)

    Hochmut, Geiz, sinnliche Begierde, Zorn, Völlerei, Missgunst, Trägheit – diese Einstellungen und Verhaltensweisen gibt es nicht erst seit heute, aber die Konzepte dahinter ändern sich: Warum zum Beispiel wurde im christlichen Mittelalter das Horten von Geld als Abwendung von Gott verstanden? Mehr zu den sogenannten ,Todsünden‘ erfahren Sie in Kurzvorträgen zu deutschen Texten des Mittelalters.
    (Henrike Manuwald, Studierende der Deutschen Philologie [Germanistische Mediävistik])

    Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

  • Altgermanistisches Kolloquium
    Ort und Zeit: Mi, 18 Uhr c.t. in Raum 1.245 (Medienraum) des Seminars für Deutsche Philologie
    Alle sind herzlich eingeladen!

    14.11.2018
    Dr. Sarah Bowden (London)
    „In Sünde schreiben: menschliche Sündhaftigkeit und dichterische Produktion im 12. Jahrhundert“

    19.12.2018
    Rita Schlusemann (Berlin)
    „Drucken ohne Grenzen. Gheraert Leeu als erster europäischer Druckverleger“

    30.01.2019
    Stefan Rosmer (Basel / Göttingen)
    „Erzähltes Handeln und Handlungswissen. Vorüberlegungen zum Verhältnis von praxeologischer Narratologie und frühmittelalterlicher Literatur“


  • Veranstaltungen des ZMF - Zentrum für Mittelalter- und Frühneuzeitforschung
    (Mi, 18-20 Uhr, Goßlerstr. 10, Hörsaal AP des Sprachlehrzentrums (ZESS))
    Alle sind herzlich eingeladen!

    07.11.2018
    Prof. Dr. Arndt Brendecke
    (Geschichte der Frühen Neuzeit, München)
    ‚Das Archiv von Simancas im 16.
    Jahrhundert. Ein Ort des Wissens?‘

    28.11.2018
    Prof. Dr. Regina Toepfer
    (Germanistik, Braunschweig)
    ‚Anthropologische Übersetzung.
    Ovids Schöpfungserzählungen in
    Mittelalter und Früher Neuzeit‘

    23.01.2019
    Prof. Dr. Sita Steckel
    (Geschichte, Münster)
    ‚Falscher Schein. Religiöse Polemiken
    und Alteritätskonstruktionen im
    Inneren des hochmittelalterlichen
    Christentums‘

  • 13.–15. März 2019
    Interdisziplinäre Tagung zum Thema „vita perfecta?
    Formen der Aushandlung divergierender Ansprüche an ein religiöses Leben“

    Das Programm finden Sie hier.
    Konzeption: Henrike Manuwald, Daniel Eder, Christian Schmidt
    Anmeldungen – möglichst bis zum 31.01.2019 - bei Christian Schmidt
    Email: christian.schmidt1@uni-goettingen.de
    Alle sind herzlich willkommen!