Programm


9.00 - 9.30 Uhr
Begrüßung

9.30 - 11.30 Uhr
1a | Sexualaufklärung als feministische Praxis
1b | Who Cares? Sorgearbeit in Co-Elternschaften

11.30 - 12.00 Uhr
Pause

12.00 - 14.00 Uhr
2a | Soziale Isolation durch Elternschaft
2b | Trans* und Elternschaft

14.00 - 15.30 Uhr
Mittagessen

15.30 - 17.30 Uhr
3a | Feministische Perspektiven auf Geburt
3b | Familie und Rassismus - Erlebter Alltagsrassismus von Schwarzen Menschen und People of Color

19.00 - ca. 20.30 Uhr
Lesung: "Das ist meine Geschichte. Frauen im Gespräch über Flucht und Ankommen" mit dem Kollektiv Polylog im Stadtlabor

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1a | "Sexualaufklärung als feministische Praxis" -
Wie wir über Sexualität reden und was wir darüber lernen ist eingebettet in die Werte unserer Gesellschaft. Dies klingt zunächst völlig logisch, doch wie und wo sich dies überall wiederfindet, ist uns häufig gar nicht bewusst. Unser gesellschaftlicher Umgang mit Sexualität beinhaltet vor allem viele geschlechterspezifische Bewertungen. Dies zeigt sich z.B. darin was wir über verschiedene Genitalien lernen (oder auch nicht) und welche Vorstellungen wir davon haben was Sex eigentlich genau ist.
In diesem Workshop/Input werden wir uns einige dieser Aspekte genauer anschauen und uns damit befassen, welche Möglichkeiten sowohl sexuelle Bildung als auch unser ganz persönlicher Umgang mit Sexualität bieten, um Gleichberechtigung in unserer Gesellschaft zu fördern.


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1b | "Who Cares? Sorgearbeit in Co-Elternschaften" -

In diesem Workshop wollen wir uns das Konzept von Co-Elternschaften genauer anschauen. Co-Elternschaft, also freund*innenbasierte (Mehr-)Elternschaft, meint Menschen, die sich unabhängig von einer Liebesbeziehung bewusst dazu entscheiden, gemeinsam Eltern zu werden. Was bedeutet das im Familien-Alltag? Welche rechtlichen und alltäglichen Hindernisse können sich auftun? Und welche Vorteile können entstehen, wenn nicht die romantische Liebesbeziehung im Zentrum von Aushandlungen rund um Sorgearbeit steht? Weist Co-Elternschaft ein Potential auf, Sorgearbeit gleichberechtigter auszuhandeln und zu leben? Der Workshop nähert sich dem Thema durch einen Input sowie interaktive Austauschmomente. Er ist offen für für alle Geschlechter und es ist egal, ob Du Sorgearbeitserfahrung hast oder nicht.

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2a | "Soziale Isolation durch Elternschaft" -

Einsam trotz Familienzuwachs? Gerade im ersten Jahr nach der Geburt fallen die meisten Aufgaben innerhalb der Familie auf eine Person zurück. Die Übernahme und Zuschreibung der Alleinverantwortung innerhalb einer Kleinfamilie können unter Anderem zur Überforderung führen und ist meistens unsichtbar. Wie kommt es, dass Elternschaft auf individueller Ebene verhandelt wird, obwohl Reproduktion ein gemeinschaftlicher Prozess ist? Dieser Workshop soll einen Raum für Austausch bieten und die Probleme sozialer Isolation sichtbar machen. Wir wollen gemeinsam nach Möglichkeiten suchen, wo wir allein nicht weiterkommen, und Inspirationen für empowernde Familienvisionen finden.


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2b | "Trans* und Elternschaft" -

Es ist nicht sehr verwunderlich, dass es kaum Forschung über trans* Eltern gibt: Erst seit 2011 ist eine Zwangssterilisation für trans* Menschen nicht mehr Pflicht, sofern sie eine Personenstands- und Namensänderung wollen. Andererseits gab es in den letzten Jahren durchaus einige Publikationen rund um feministische Elternschaft. Die Perspektiven von trans* Eltern jedoch werden darin häufig marginalisiert und kommen leider immer noch viel zu kurz. Insbesondere wenn es um Elternschaft geht, sind die Biologismen nicht weit.
Red Panda interviewte Eltern, welche erst nach der Geburt der Kinder ihr trans* Coming Out hatten. In diesem Vortrag werden einige Ergebnisse der Forschung präsentiert: Es geht um Rollenanforderungen die sich ändern, Umgangsstrategien mit vergeschlechtlichen Anrufungen während der Schwangerschaft, Widersprüche um Selbstbeschreibungen (Der Mama? Die Papa?), um Kindeswohl in vermeintlicher Gefahr, Ansprüche an die Erziehung, und letztlich auch um Handlungsoptionen, nicht nur für Eltern.

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3a | "Feministische Perspektiven auf Geburt" -

Was soll eine ‚natürliche‘ Geburt sein? Sind Schmerzmittel dabei nun ‚gut‘ oder ‚böse‘? Und wie lassen sich ‚Wunschkaiserschnitte‘ begreifen? Geburten und ihre Regulierung finden in einem vermachteten Kontext statt, in dem verschiedenste Diskurse ineinandergreifen: Vorstellungen von Risiko und Sicherheit, Natürlichkeit und Geschlechterrollen, Selbstbestimmung und professionellen Kompetenzen. Hinzu kommt, dass Geburten heutzutage unter den Bedingungen eines ökonomisierten Gesundheitswesens stattfinden. In diesem Workshop werden wir verschiedene feministische Perspektiven auf Geburt als körperpolitisches Moment erarbeiten und beleuchten, welche Potentiale aber auch Fallstricke sie mit sich bringen können. Außerdem werden wir den Blick richten auf Möglichkeiten und Grenzen individueller Entscheidungsfindungen rund um Geburt. Wie können wir hier mit solidarischen Praxen und gegen shame & blame ansetzen?

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3b | "Familie und Rassismus – Erlebter Alltagsrassismus von Schwarzen Menschen & People of Color" - Gespräch und anschließende Diskussion

Offen über Rassismus zu sprechen, ist in der deutschen Gesellschaft immer noch ein Tabu. Deshalb ist es schwierig, Zurückweisungen aufgrund von Hautton, Nationalität, vermeintlicher religiöser Zugehörigkeit oder zugeschriebener kultureller Eigenschaften als Rassismus zu erkennen und zu benennen. Dennoch findet rassistische Diskriminierungen täglich statt: So werden Schwarze Menschen und People of Color im Alltag ununterbrochen zu "Anderen" gemacht, indem unterschiedlichste Merkmale als unüberbrückbare Unterscheidung betont werden. Diese wirken im persönlichen Umfeld, ebenso wie in Schulen, auf dem Arbeitsmarkt, in Ämtern und Institutionen ab- und ausgrenzend. Bereits in jungen Jahren erfahren rassifizierte Kinder und Eltern diese Formen der Ausgrenzungen und müssen Mechanismen entwickeln, um ihre Kinder zu stärken. Wie können Eltern damit umgehen? Welche Erfahrungen machen Kinder die ausschließlich in einem weißen Umfeld sozialisiert werden?

Der Workhop "Familie und Rassismus" bietet daher eine Raum des Austausches mit und für Betroffenen und auch für weiße Menschen, die Betroffene unterstützen möchten. In einem geschützten Rahmen werden die eigenen Rassismuserfahrungen und die der Familienmitglieder ausgetauscht. Gleichzeitig soll dieser Raum eine Sensibilisierung ermöglichen und kritisches Weiß-sein thematisieren.


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Lesung: „Das ist meine Geschichte. Frauen im Gespräch über Flucht und Ankommen“

Flyer deutsch: 154464 Flyer arabisch 154465

  • Flyer deutsch
  • Flyer arabisch العربية

  • Im Mittelpunkt dieses Buches stehen die Lebensrealitäten und Perspektiven von Frauen, die in den letzten Jahren nach Deutschland geflüchtet sind. In sieben Gesprächen geben sie einander Antwort auf elementare Fragen: Was bedeutet die Situation als Schutzsuchende für uns im Alltag? Wie empfinden wir das Zusammenleben mit unterschiedlichen Menschen und unser Frau-Sein in einem neuen Land? Wie haben sich unsere Sichtweisen auf das Leben geändert, seitdem wir unsere Heimat verlassen mussten? Die Erzählerinnen erheben ihre Stimmen als Zeuginnen aktueller Geschehnisse und geben – mal ernst, mal humorvoll – Einblick in ihre persönlichen Erfahrungen mit den (Un-)Möglichkeiten des Ankommens in Deutschland. Mit diesem Buch fordern sie Kontrolle über die Darstellung ihrer Lebensrealitäten im öffentlichen Raum.

    An diesem Abend werden wir als Autor*innen und Mitglieder des Kollektivs Polylog über die Entstehung unseres Buches sprechen und Auszüge aus den Dialogen und Narrationen lesen. Einige der Illustrationen, welche von der syrischen Künstlerin Huda Takriti für die einzelnen Geschichten angefertigt wurden, werden ausgestellt und für einen guten Zweck verkauft.

    Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Arabisch statt.

    Mehr zum Buch unter Kollektiv Polylog sowie Unrast Verlag und zum Kollektiv auf Facebook.


    عرض الكتاب والقراءة

    هذ هي قصتي:قراءة الكتاب

    السبت 12 أكتوبر 2019 الساعة 19:00

    StadtLabor

    Schildweg 1, 37085 Göttingen

    یركز ھذا الكتاب على واقع حیاة ووجھات نظر بعض النساءاللاتي أتين إلى ألمانیا طلباً للجوء في السنوات الأخیرة.

    سبع محادثات، تجیب النساء من خلالھا على بعض الأسئلة الجوھریة: كیف یؤثر وضعنا كطالبات للحمایة في حیاتنا الیومیة؟ كیف نستشعر العیش مع أشخاص مختلفین، كیف نستشعر كینونتنا كنساء في بلد جدید؟ كیف تغیرت وجھات نظرنا حول الحیاة منذ أن اضطررنا إلى مغادرة أوطاننا؟ ترفع الراویات أصواتھن كشاھدات على الأحداث الجاریة وتعطین – بجدیة أحیانًا، وأحیاناً من خلال الدعابة - فكرة عن تجاربھن الشخصیة حول الممكن وغیر الممكن ( فیما یتعلق بالمجيء إلى ألمانیا) مع هذا الكتاب يستطعن التحكم بطرح حقائق من حياتهم ضمن مساحة مفتوحة.

    في هذا المساء سنتحدث نحن كمؤلفين و أعضاء في بوليلوغ عن نشأة كتابنا و سيتم قراءة مقتطفات من الحورات و الروايات.

    سيكون هذا الحدث باللغات الألمانية و العربية))