Türkische Bibliothek im Unionsverlag



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Die insgesamt 20 Bände umfassende Bibliothek präsentiert die Meilensteine der türkischen Literatur von 1900 bis in die unmittelbare Gegenwart und erscheint im Unionsverlag auf Initiative der Robert Bosch Stiftung.

Die Reihe enthält Romane, Erzählungen, Biographien, Essays und Gedichte, herausgegeben von Erika Glassen und Jens Peter Laut. Jeder Band wird durch ein informatives Nachwort, Worterklärungen und Autorenbiographie ergänzt.

Die Türkische Bibliothek wurde am 12. März 2010 auf der Internationalen Tourismus Börse in Berlin (ITB) mit dem Award "Literarisches Reisebuch" ausgezeichnet.



Türkische Bibliothek im Unionsverlag












  • Halide Edip Adıvar

  • Mein Weg durchs Feuer
    Freiheitskämpferin, Schriftstellerin und Weggefährtin Atatürks

    Mein Weg durchs Feuer Kurzbeschreibung

    Halide Edip Adıvars Lebensgeschichte spiegelt den stürmischen Umbruch ihres Landes. Mit wachem Blick verfolgt sie den Untergang des Osmanischen Reichs und das Erstarken der Nationalen Bewegung. Emanzipiert und eigensinnig wirft sie sich ins Geschehen. Schon früh entdeckt sie ihr Talent zum Schreiben. 1919, als die Alliierten Istanbul besetzen, flieht sie unter abenteuerlichen Umständen nach Anatolien. Die erfolgreiche Schriftstellerin stellt sich in den Dienst der neuen Türkei, bewahrt jedoch ihren kritischen Blick.

    Über den Autor

    Halide Edip Adivar

    Halide Edip Adıvar (1884-1964) engagierte sich schon in jungen Jahren politisch für die Republik, überwarf sich 1926 jedoch mit der Regierung und musste die Türkei verlassen. Nach Atatürks Tod kehrte sie 1939 in ihre Heimat zurück und lehrte Englische Literatur an der Universität von Istanbul. Als erste weibliche Abgeordnete zog sie 1950 ins türkische Parlament ein.




















  • Halid Ziya Uşaklıgil

  • Verbotene Lieben

    Kurzbeschreibung

    Mit diesem Meisterwerk beginnt die moderne türkische Literatur: ein episches Sittengemälde der mondänen Istanbuler Oberschicht am Ende des Osmanischen Reiches.

    Die junge und schöne Bihter träumt von eleganten Kleidern, von edlem Schmuck und von einer prächtigen Villa. Als der reiche Witwer Adnan Bey um ihre Hand anhält, scheint Bihters sehnlichster Wunsch in Erfüllung zu gehen. Unerfüllt aber bleibt ihre Sehnsucht nach Liebe und Leidenschaft, heimlich beginnt sie eine verhängnisvolle Beziehung mit dem abenteuerlustigen Neffen ihres Mannes.
    Doch die verbotene Liebe bleibt nicht lange verborgen. Als Bihters intrigante und frivole Mutter in die Villa am Bosporus zieht, ist die Katastrophe unausweichlich.


    Über den Autor


    Halid Ziya Uşaklıgil gilt als der erste große Romancier der türkischen Literatur. Er wurde 1865 in Istanbul geboren und genoss in Izmir eine französische Erziehung. Schon als Schüler übersetzte er französische Literatur ins Türkische. Zunächst arbeitete er als Französischlehrer, später als Sekretär der Monopolverwaltung. Er ist wichtiger Vertreter der neuen Sprachbewegung, einflussreicher Journalist und Herausgeber literarischer Zeitschriften. Halid Ziya Uşaklıgil starb 1945 in Istanbul.









  • Sabahattin Ali

  • Der Dämon in uns

    Kurzbeschreibung

    Ein großer Istanbul-Roman über die ruhelose Generation der frühen Republikjahre: Ömer und Macide, beide heimatlos in der vibrierenden Großstadt, suchen ihr Glück und verlieren es wieder.Als Ömer bei einer Fahrt auf dem Bosporus Macide erblickt, durchfährt es ihn wie ein Blitz: Er kennt diese Frau bereits! Macide bricht alle Brücken hinter sich ab, verlässt ihre Familie und zieht zu ihm in seine Kammer. Eine Weile leben die beiden selig in ihrer eigenen Welt. Doch dann melden sich die Dämonen in Ömer: Zweifel, Unsicherheit, Verlockungen. Wirre Kaffeehaus-Intellektuelle ziehen ihn in gefährliche Abenteuer.
    Sabahattin Ali war ein Bahnbrecher der türkischen Literatur. Sein Roman ist eine Liebeserklärung an Istanbul und seine Bewohner. Die junge Republik hat das Oberste zuunterst gekehrt. In den Kneipen, Tanzsälen, Konzert-Cafés, Kinos, dunklen Werkstätten, Märkten und Straßen begegnen sich Luxus und Armut, Absteiger und Neureiche.


    Über den Autor

    Sabahattin Ali wurde 1907 in Gümülcine (im heutigen Nordgriechenland) geboren. Von 1928 bis 1930 studierte er in Deutschland und arbeitete später als Deutschlehrer in der Türkei. Zusammen mit Aziz Nesin gab er satirische und literarische Zeitschriften heraus, wurde jedoch aufgrund seiner sozialkritischen Positionen immer wieder verhaftet. Beim Versuch, nach Bulgarien zu fliehen, wurde Sabahattin Ali am 2. April 1948 kurz vor der Grenze in Kırklareli ermordet. Die genauen Umstände seines Todes hat man nie ganz klären können. Sabahattin Ali gilt als Großmeister der türkischen Prosa, seine Werke gehören zu den Klassikern der literarischen Moderne.





  • Yusuf Atılgan

  • Der Müßiggänger

    Kurzbeschreibung

    Wie "eine schwankende Brücke ohne Geländer" ist das Leben für den jungen Flaneur. Ziellos treibt er durch die Straßen Istanbuls. Er geht in Kinos, trifft sich mit Künstlern und macht sich einen Spaß daraus, die Heuchelei der anderen zu entlarven. Mal provoziert er Passanten, mal Kellner in den Cafés, immer ist er unglücklich und auf der verzweifelten Suche nach der Frau seiner Träume. Eines Tages erblickt er ein Mädchen im blauen Regenmantel; er spürt, dass sie die Gesuchte ist. Sie steigt in einen Bus und fährt davon. Verzweifelt stürzt er ihr nach und kommt dabei fast unter die Räder. Er weiß, er hat sein Glück im gleichen Augenblick gefunden und wieder verloren.

    Yusuf Atılgan erregte mit seinen Schilderungen von Haltlosigkeit und Entfremdung Aufsehen, weil er damit die Werte der jungen Türkischen Republik in Frage stellte.


    Über den Autor

    Yusuf Atılgan wurde 1921 in Manisa (Westanatolien) geboren. Nach dem Abitur studierte er in Istanbul Literatur. 1945 arbeitete er ein Jahr lang als Türkischlehrer, zog sich dann aber aufs Land zurück. Erst 1976 kehrte er wieder nach Istanbul zurück, wo er für verschiedene Verlage als Übersetzer und Lektor arbeitete. 1989 starb Yusuf Atılgan in Istanbul.












  • Leylâ Erbil

  • Eine seltsame Frau

    Kurzbeschreibung

    Die neunzehnjährige Studentin Nermin erfährt am eigenen Leib, was es bedeutet, erwachsen zu werden in einer Gesellschaft, die ihr ein traditionelles Frauenbild entgegenhält. Die Mutter keift, wenn sie zu spät nach Hause kommt, und verlangt Keuschheit bis zur Hochzeit. Also muss sie lügen und sich verstecken, wenn sie, wie all ihre Freundinnen, zu den Tanzpartys geht, sich verliebt, Liebeserklärungen entgegennimmt und abwehrt.
    Die Erkundung ihres Ichs geht einher mit der Erforschung der Stadt. In den Istanbuler Cafés und Künstlerkneipen sucht sie Inspiration und Offenheit. Doch die etablierten Literaten verweigern ihr als Frau die intellektuelle Anerkennung. Sie schließt sich den linken Gruppen an. Doch bald spürt sie, die Hinwendung zum »Volk« ist abstrakt, einengend und trügerisch. Aber Nermin gibt die Hoffnung auf eine humanere Welt nicht auf.
    Dieser Erstling brach durch seine offene Form und seine skandalöse Respektlosigkeit alle Tabus und wurde zum Skandal - aber auch zum Aufbruch der modernen Frauenliteratur in der Türkei.


    Über den Autor

    Leylâ Erbil ist 1931 in Istanbul geboren. Sie studierte englische Philosophie an der Istanbul-Universität. Danach arbeitete sie als Angestellte, unter anderem auch am Türkischen Generalkonsulat in Zürich. Für die Türkische Arbeiterpartei engagierte sie sich im Bereich von Kunst und Kultur, bevor sie sich schließlich ganz dem Schreiben widmete. Leylâ Erbil gilt als Pionierin der Frauenliteratur und ist bekannt für ihre innovative Schreibweise. In ihrem Werk experimentiert sie immer wieder mit neuen Erzähltechniken.




  • Ahmet Ümit

  • Nacht und Nebel

    Kurzbeschreibung

    Ein Roman aus dem Innersten des Geheimdienstes: Die Suche nach der verschwundenen Geliebten konfrontiert Sedat mit seiner eigenen Schuld.
    Mine, die heimliche Geliebte des Geheimdienstmitarbeiters Sedat, ist verschwunden. Er selbst hat bei der Aushebung eines Terroristenunterschlupfs kaltblütig auf Fliehende geschossen. Gibt es zwischen diesen beiden Ereignissen einen Zusammenhang? Sedat, der nur knapp einem Attentat entkommen ist, macht sich auf die Suche. Sie führt ihn in Istanbuls Künstlerszene, in die Schattenwelt der Kinderprostitution und Kleinstadtganoven. Kategorien wie »Gut« und »Böse« lösen sich auf. Das herrschende System verliert für Sedat Tag für Tag an Glaubwürdigkeit. Je näher er der Lösung des Falls kommt, desto mehr zerfällt seine Selbstsicherheit. In einem furiosen Finale bricht seine Lebenslüge zusammen.


    Über den Autor

    Ahmet Ümit wurde 1960 in der südost-türkischen Stadt Gaziantep geboren. 1978 zog er nach Istanbul und begann das Studium der Verwaltungswissenschaften. Nach Beendigung seines Studiums an der Marmara Universität (1983) verfasste er seine erste Erzählung. Weitere Gedichte und Erzählungen folgten.
    1974 bis 1989 war er aktives Mitglied der Türkischen Kommunistischen Partei. Während der Militärdiktatur 1980-1990 nahm er an den Kämpfen im Untergrund für die Demokratisierung teil. 1985/86 studierte er illegal an der Akademie für Gesellschaftswissenschaften in Moskau. 1989 bis 1998 arbeitete er in einer Werbeagentur in Istanbul.




  • Hasan Ali Toptaş

  • Die Schattenlosen

    Kurzbeschreibung


    Aus einem Friseursalon verschwindet ein Lehrling, aus einem anatolischen Dorf das Mädchen Güvercin. Dafür taucht dort ein neuer Frisör auf, oder ist es etwa der alte?

    Mit seiner erzählerischen Sogkraft und ungeheuerlichen Sprachgewalt ist der Roman »Die Schattenlosen« die große Überraschung der letzten Jahre.


    Über den Autor

    Hasan Ali Toptaş, geboren 1958 in Buldan, einer Industriestadt im Südwesten der Türkei, arbeitete ab 1981 als Gerichtsvollzieher und später als Beamter in verschiedenen Finanzämtern. Hasan Ali Toptaş gilt als urwüchsiges Erzähltalent.
    Er besitzt eine magische Beziehung zur türkischen Sprache, der er in seiner klaren Prosa poetische Qualitäten abzugewinnen vermag. Bisher hat er drei Sammelbände mit Kurzgeschichten und vier Romane veröffentlicht. 2006 wurde er mit dem Orhan-Kemal-Preis, dem angesehensten Literaturpreis der Türkei, ausgezeichnet.













  • Aslı Erdoğan

  • Die Stadt mit der roten Pelerine

    Kurzbeschreibung

    Rio de Janeiro: Stadt des Karnevals, Meisterin im Spiel der Täuschungsmanöver, der Zufälle und der Maskerade. Özgür, eine introvertierte junge türkische Akademikerin, kann sich von der ebenso faszinierenden wie bedrohlichen Stadt nicht lösen, ja sie fühlt sich vielmehr angezogen von der scheinbar grenzenlosen Freiheit und der Lebensfreude der brasilianischen Metropole. Weit entfernt hat sich dabei die junge Frau von der traditionellen Frauenrolle, wie sie die türkische Gesellschaft vorsieht. Nicht wie eine Touristin führt Özgür den Leser durch die Labyrinthe dieser Großstadt, sondern wie eine Migrantin, die das zunächst Fremde als Vertrautes und Eigenes akzeptiert. Gleichzeitig ist die Stadt Impuls für ihr Schreiben und für die Schöpfung ihrer fiktiven Doppelgängerin Ö. - die beiden Erzählebenen, auf mannigfache Weise miteinander verflochten, spiegeln sich ineinander. Passagen, die aus einem Reiseführer stammen könnten, folgen surrealen Szenen, satirische Momente wechseln sich mit Zeitungsmeldungen ab. Die Reise in die Straßen Rio de Janeiros, immer begleitet von brasilianischen Rhythmen, führt mitten hinein in die Tiefen der Stadt mit ihren aufmüpfigen Favelas. Atemberaubend ist die nuancierte Feinzeichnung der Menschen, die in Liebe und Leid auf oftmals tödliche Weise miteinander verschmelzen.


    Über den Autor

    Aslı Erdoğan, 1967 in Istanbul geboren, studierte Informatik und Physik an der Bosporus-Universität in Istanbul und machte dort 1993 ihren Abschluss. 1990 gewann Aslı Erdoğan den viel beachteten Yunus-Nadi-Preis. Vier Jahre später gab sie ihre Karriere als Physikerin auf und konzentrierte sich auf das Schreiben. 1994 erschien ihr erster Roman »Kabuk Adam«, seither lebt die Autorin als freie Schriftstellerin in Istanbul. 2010 erhielt sie für ihren Roman »Taş Bina ve Diğerleri« den Sait-Faik-Literaturpreis, den bedeutendsten Literaturpreis der Türkei. Aslı Erdoğan ist Mitglied des PEN und der türkischen Schriftstellervereinigung sowie Gründungsmitglied des Kunst- und Literaturforums von Diyarbakır, wo sie regelmäßig Workshops, Seminare und Vorlesungen abhält. In ihren Werken erkundet sie stets das Fremde, das Andere vor dem Hintergrund der türkischen Gesellschaft und der globalen Entwicklungen. In ihren Romanen versucht sie, Erfahrungen wie Leid, Einsamkeit und Gewalt etwas entgegenzusetzen.





  • Erika Glassen (Herausgeberin), Turgay Fişekçi (Herausgeber)

  • Kultgedichte

    Kurzbeschreibung

    Prominente Persönlichkeiten wurden gebeten, ihr liebstes Gedicht auszuwählen und in einem kurzen Essay zu erzählen, was es ihnen bedeutet. Auf diese Weise ist nicht nur eine Auswahl entstanden, die all die großen Dichter versammelt - gleichzeitig bezeugt sie die Faszination und Wirkungskraft der Poesie in der Türkei.
    Der essayistische Dialog zwischen den Dichtern und den zeitgenössischen Interpreten wirft zudem zahlreiche Schlaglichter auf die Gedankenwelt und die Repräsentanten der heutigen Kulturszene.


    Über die Autoren

    Erika Glassen, geboren in Malchow/Mecklenburg 1934, studierte zunächst in Greifswald Kunstgeschichte, später in Freiburg i.Br. und Basel Islamwissenschaft (Arabisch, Persisch, Türkisch). 1968 wurde sie mit einem Thema über die islamische Geschichte Persiens: "Die frühen Safawiden" promoviert, arbeitete als wissenschaftliche Assistentin am Orientalischen Seminar der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und habilitierte sich mit der Arbeit: "Der mittlere Weg. Studien zur Religionspolitik und Religiosität der späteren Abbasiden-Zeit".
    Danach war sie als Referentin am Orient-Institut der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft in Beirut/Libanon (1981-1983) tätig, und von 1989-1994 war sie Direktorin des Orient-Instituts. Während dieser Zeit baute sie eine Zweigstelle in Istanbul auf und lernte die türkische Literatur näher kennen und lieben. Sie genoss die anregende Atmosphäre der Istanbuler Antiquariate und hat sich eine reichhaltige türkische Bibliothek aufgebaut, von der sie nach ihrer Rückkehr an die Freiburger Universität profitieren konnte. Erika Glassen ist zusammen mit Prof. Dr. Jens Peter Laut Herausgeberin der Türkischen Bibliothek.

    Turgay Fişekçi, geboren 1956 in Balıkesir, studierte Rechtswissenschaft, schreibt seine ersten Gedichte als Student und widmet sich nach dem Studium ganz der Literatur. Schon mit seinem ersten Gedichtband »Flimmern auf dem Schnee« gewinnt er 1980 den Lyrik-Preis des Akademie-Verlags. Er veröffentlicht sieben weitere Gedichtbände, zwei Reiseberichte und wird mit zahlreichen Lyrik-Preisen ausgezeichnet. Manche seiner Gedichte wurden von Pop-Bands vertont. Aziz Nesin hält ihn für einen »weisen Dichter«. Von 1999 bis 2006 war er Herausgeber der Zeitschrift »Adam Sanat«. Fişekçi hat zudem eine Kolumne auf der Kulturseite der Cumhuriyet unter der Rubrik »Lorbeerschatten«. 2005 schreibt er seinen ersten Roman mit dem Titel »Bleib immer bei mir« und erhält dafür den Roman-Preis des Inkilap-Verlags. Seit Mai 2006 gibt er die Literaturzeitschrift »Sözcükler« heraus.





  • Murat Uyurkulak

  • Zorn

    zorn Kurzbeschreibung

    Ein alter Kämpfer, mit Beinamen "der Dichter", und ein junger Enthusiast reisen zufällig im selben Zugabteil nach Diyarbakır, trinken, rauchen Hasch, reden, bis "der Dichter" auf einmal dem jungen Mann ein Konvolut mit Manuskripten in die Hand drückt und sagt: "Los, lies!" Die lose miteinander verwobenen Erzählungen, Beschreibungen und Gespräche handeln, wie der junge Mann bald feststellt, von seinem Vater, den er nie kennengelernt hat. Gleichzeitig wird damit die Geschichte einer ganzen Generation erzählt, die die Hoffnung auf eine Revolution nie aufgegeben hat.

    Dieses Erstlingswerk ist eine literarische Sensation und sorgte bei seinem Erscheinen für Furore, weil der Roman auf hohem sprachlichen Niveau sämtliche Tabus bricht. Gleichzeitig hat der junge Autor mit "Zorn" die inoffizielle Geschichte der Türkei seit den 1950ern bis heute geschrieben.


    Über den Autor

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    Murat Uyurkulak, geboren 1972 in Aydın, studierte zunächst Jura, dann Kunstgeschichte in Izmir, brach jedoch beides ab und zog schließlich nach Istanbul. Dort arbeitete er u. a. als Kellner, Übersetzer, Journalist und Verleger. Heute ist er Auslandskorrespondent der Tageszeitung »Bir Gün«. Zudem hat er Bücher u. a. von Edward Said und Mikhail Bakunin ins Türkische übersetzt. Sein erster Roman wurde 2002 veröffentlicht und erregte sofort größtes Aufsehen, seither gilt Murat Uyurkulak als eine wichtige literarische Stimme in der zeitgenössischen türkischen Literatur.






  • Adalet Ağaoğlu

  • Sich hinlegen und sterben

    sich_hinlegen Kurzbeschreibung

    Die Dozentin Aysel steckt in einer privaten Lebenskrise und zieht sich, zum Sterben entschlossen, in ein Hotelzimmer zurück. Denn der Konflikt zwischen gesellschaftlichen Pflichten und ihren eigenen Bedürfnissen spitzt sich zu und zwingt sie zu dieser Entscheidung. Ihren Tod vor Augen lässt sie noch einmal ihr Leben Revue passieren, erinnert sich an ihre Schulzeit in der anatolischen Provinz und die Universitätsjahre in Ankara. Sie selbst gehörte zu der kleinen Schar von Jungen und Mädchen, den Kindern der Republik, die der Lehrer Dündar nach seinen kemalistischen Idealen zu einer pflichtbewussten "Armee des Wissens" erziehen wollte. Ihm hat sie, die Krämerstochter, es zu verdanken, dass sie studieren durfte. Heute aber will sie nur noch aus ihren eintönigen Verhältnissen ausbrechen und beginnt eine Beziehung zu einem ihrer Studenten. Einen Abend nur hatte sie ungezwungen und pflichtvergessen mit ihm verbracht, nun spürt sie neues Leben in sich keimen. Schließlich ringt sie sich durch, die Herausforderung anzunehmen - egal, ob das Kind nun von ihrem Ehemann, dem Wissenschaftler Ömer, oder dem Studenten Engin stammt. Dieser facettenreiche Bilderbogen umspannt dreißig Jahre republikanische Geschichte auf höchstem literarischem Niveau, geschrieben von einer der bedeutendsten Autorinnen der Türkei.


    Über den Autor

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    Adalet Ağaoğlu, geboren 1929 in Nallıhan in der Provinz Ankara, studierte französische Sprache und Literatur an der Universität Ankara. Schon seit 1948 veröffentlicht sie Gedichte, Theaterstücke und Hörspiele. 1951 begann sie, beim türkischen Rundfunk und beim Fernsehen als Dramaturgin zu arbeiten, zudem war sie als Übersetzerin tätig. Adalet Ağaoğlu zählt zu den bedeutendsten Erzählerinnen der zeitgenössischen türkischen Literatur, die zentralen Themen in ihren Werken sind die Auseinandersetzung zwischen Individuum und Gesellschaft, die trügerische Scheinwelt der Konsumgesellschaft, die Entfremdung der Menschen und der Wandel traditioneller Werte.





  • Ahmet Hamdi Tanpınar

  • Seelenfrieden

    Seelenfrieden Kurzbeschreibung

    »Tanpınars ›Seelenfrieden‹ ist der bedeutendste je über Istanbul geschriebene Roman«. Orhan Pamuk.

    Der junge Historiker Mümtaz hat eine geradezu osmotische Beziehung zu der alten, vom Verfall bedrohten Sultansmetropole: zu ihren Bauwerken, zum Basar voller rätselhafter Dinge, zur Poesie, zur klassischen Musik. Als er Nuran kennenlernt, erwacht in dieser Liebe einen Sommer lang der Zauber der alten osmanischen Kultur zu neuem Leben. Bis eines Tages der todkranke Suat, Studiengefährte und Rivale von Mümtaz, auftaucht und diese Liebe zerstört.

    Tanpınars Roman hat Kultstatus gewonnen.

    »Tanpınars Werk ist aus der türkischen Gegenwartsliteratur nicht wegzudenken. Nicht nur Linksintellektuelle, Modernisten und am Westen ausgerichtete Denker, sondern auch Konservative, Traditionalisten und Nationalisten räumen ihm diesen Status ein und berufen sich gerne und oft auf Tanpınars Renommée und Ansehen. Seine Auseinandersetzung mit der alten würdevoll-beschaulichen osmanischen Kultur einerseits und sein Aufgreifen moderner Tendenzen der europäischen Literatur andererseits machen ihn zu einer faszinierenden Persönlichkeit.« Orhan Pamuk


    Über den Autor

    Ahmet Hamdi Tanpınar

    Ahmet Hamdi Tanpınar, geboren 1901, veröffentlichte schon 1921 seine ersten Gedichte. Nach einem Studium der Literaturwissenschaft arbeitete er zunächst als Gymnasiallehrer. Schließlich kehrte er nach Istanbul zurück und unterrichtete u.a. türkische Literatur am American College. 1939 wurde er Professor für türkische Sprache und Literatur und hatte bis zu seinem Tod 1962 den Lehrstuhl für moderne Literatur am Turkologischen Institut inne.

    Tanpınar war einer der angesehensten Literaturwissenschaftler der Türkei; ein sensibler, westlich gebildeter Autor, der die kulturellen Werte der osmanischen Tradition nicht aufgeben wollte. Seit man in der Türkei die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte unverkrampfter betreibt, haben seine Romane, insbesondere »Seelenfrieden«, Kultstatus gewonnen.





  • Tevfik Turan (Herausgeber)

  • Von Istanbul nach Hakkari

    Von Istanbul nach Hakkari Kurzbeschreibung

    Über 30 Erzählungen namhafter türkischer Autorinnen und Autoren aus verschiedenen Generationen sind hier versammelt. Sie sind so gegensätzlich und vielfältig wie das Land selbst. Die literarische Rundreise führt von der schillernden Metropole Istanbul in die Welt der Ägäis, durch Anatolien zum Schwarzen Meer, nach Ankara und wieder zurück nach Istanbul. Ein Reisebegleiter, der viel über das Land und seine Geschichte offenbart.

    Ein alter Mann kehrt in seine Heimat zurück, weil er das Leben der Nomaden wieder spüren möchte. Eine Frau verdammt ihren Mann, als der mit ihren Ersparnissen durchbrennt. Ein Dichter betritt das Fotostudio, Müllkippen geben ihre Geheimnisse preis. Auf Küsten mit mediterranem Zauber, wo aberwitzige Wellen aus Flaschen ausbrechen und eine Stadt überfluten, folgen raue Landstriche im Osten des Landes, wo Schneemassen einen Träger und einen Tierarzt unter sich begraben. Menschen erzählen von der Liebe und ihrer Sehnsucht nach der Familie, nach einem besseren Leben.

    Die Geschichten sind so gegensätzlich und vielfältig wie dieses Land selbst. In einer literarischen Rundreise führen uns Autoren von der schillernden Metropole Istanbul in die Welt der ägäischen Mittelmeerwinde, in die jüngere Vergangenheit und Gegenwart ihres Landes.


    Über den Autor

    Turan Tevfik

    Tevfik Turan, geboren 1954 in Istanbul, arbeitete nach seinem Studium der Germanistik und Kunstgeschichte zunächst als Übersetzer und Deutschlehrer in der Türkei und zog 1981 nach Deutschland, wo er seither als Lektor für Türkisch an der Universität Hamburg tätig ist.











  • Börte Sagaster (Herausgeberin)

  • Liebe, Lügen und Gespenster

    Liebe Lügen und Gespenster Kurzbeschreibung

    Mit Lust am Experiment, mit Skepsis und Ironie brechen diese Erzählerinnen und Erzähler mit Konventionen und Tabus.

    Respektlose Familiengeschichten und experimentell anmutende Skizzen, Science-Fiction-Erzählungen und Satiren wie die Geschichte um einen schmerzenden Zahn, der einen Mann fast in den Selbstmord treibt: Allen gemein ist der schier unerschöpfliche Reichtum an Fantasie. Tabus werden aufgebrochen, große und kleine Lügen entlarvt, Gespenster tauchen aus einer unheilvollen Vergangenheit auf.

    Die Schriftsteller experimentieren lustvoll mit der Sprache, sie brechen mit herkömmlichen Genres und stellen konventionelle Plots in Frage.
    Dieser Erzählband bietet einen Querschnitt durch die modernste türkische Prosa. All die Autoren sind Zeugen und Akteure des kulturellen Wandels, der in der Türkei seit 1980 stattfindet.

    Mit Texten von Mehmet Açar Erendiz Atasü, Nalan Barbarosoğlu, Faruk Duman, Nazlı Eray, Nedim Gürsel Müge Iplikçi, Şebnem Işigüzel, Cemil Kavukçu, Gönül Kıvılcım, Gürsel Korat, Mario Levi, Cem Mumcu, Leyla Ruhan Okyay, Mehmet Zaman Saçlıoglu, Hakan Şenocak, Izzet Yaşar, Siirk Erkök Yılmaz, Tahsin Yücel.


    Über den Autor

    Sagaster Börte

    Börte Sagaster, geboren 1962, studierte Islamwissenschaft, Turkologie und Germanistik in Freiburg i.Br. und Hamburg. Nach ihrer Promotion 1995 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum Moderner Orient in Berlin. Von 1991 bis 1993 war sie als Stipendiatin und von 1999 bis 2003 als Referentin am Orient-Institut in Istanbul. 2005 unterrichtete sie türkische Literatur an der University of Cyprus in Zypern. Derzeit betreut sie ein turkologisches Projekt zu »Erinnerungskulturen« an der Universität Gießen.






  • Murathan Mungan

  • Palast des Ostens

    Palast des Ostens Kurzbeschreibung

    In den Höhlen, Zelten und Palästen schlägt das menschliche Herz.

    Alle Paare dieser fünf Erzählungen sind Liebende. Überraschende Rituale von Anziehung und Abstoßung werden durchgespielt.
    Der Hirte und der Räuber. Zwei junge Männer aus dem Nomadenstamm, die den Initiationsritus vollziehen müssen. Der Todesengel Azrail und der kühne, rebellische Brückenbauer Deli Dumrul, der alevitische Kulttänzer und die Prinzessin aus dem Kristallpalast, ja sogar der osmanische Großwesir und der stumme Bote erfahren das Geheimnis der Liebe bedrohlich und beglückend zugleich.

    »Der Mensch hat nur Kraft, wenn er im Leben und in der Liebe verletzbar bleibt. Mich haben Liebesverhältnisse stark gemacht, wenn sie mich besiegten. Vorausgesetzt, die Verletzungen sind heilbar. Das ist es, was ich unter Seelenpflege verstehe.« Murathan Mungan


    Über den Autor

    Murathan Mungan

    Murathan Mungan gilt als einer der vielseitigsten und experimentierfreudigsten Autoren der türkischen Gegenwartsliteratur. 1955 in seiner heutigen Wahlheimat Istanbul geboren, verbrachte er Kindheit und Jugend in Mardin im Osten der Türkei, zum Studium der Theaterwissenschaft zog er nach Ankara. Mungan schöpft aus einem reichen Literaturgut; er verwertet Stoffe aus Liedern, Sagen, Märchen und Mythologien der Kurden, Araber und Türken. Seine Gedichte sind populär, werden von Liedsängern vorgetragen. Auch seine Prosatexte haben poetische Qualitäten. Mungan ist fasziniert von den Möglichkeiten der Medien, die den Spieltrieb des Verwandlungskünstlers herausfordern.






  • Erika Glassen (Herausgeberin), Hülya Adak (Herausgeberin)

  • Hundert Jahre Türkei

    Hundert Jahre Türkei Kurzbeschreibung

    Zeitzeugen gehen den Fragen nach, die die türkische Gesellschaft umtreiben: dem türkische Nationalismus mit all seinen Facetten, dem problematischen Umgang mit den Nationalitäten, der Lage der Frauen oder auch der Frage, wohin die kemalistische "Revolution von oben" letzten Endes geführt hat. Dieses Lesebuch ist gleichzeitig Einführung und Quellenband eine Geschichte der Türkei aus erster Hand, wie es sie noch nicht gab. Mit Beiträgen von Yahya Kemal, Orhan Veli Kanık, Oya Badar, Mehmed Uzun, Murat Belge, Ahmed Hamdi Tanpınar u.a.


    Über die Autoren

    Erika Glassen, geboren in Malchow/Mecklenburg 1934, studierte zunächst in Greifswald Kunstgeschichte, später in Freiburg i.Br. und Basel Islamwissenschaft (Arabisch, Persisch, Türkisch). 1968 wurde sie mit einem Thema über die islamische Geschichte Persiens: "Die frühen Safawiden" promoviert, arbeitete als wissenschaftliche Assistentin am Orientalischen Seminar der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und habilitierte sich mit der Arbeit: "Der mittlere Weg. Studien zur Religionspolitik und Religiosität der späteren Abbasiden-Zeit".
    Danach war sie als Referentin am Orient-Institut der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft in Beirut/Libanon (1981-1983) tätig, und von 1989-1994 war sie Direktorin des Orient-Instituts. Während dieser Zeit baute sie eine Zweigstelle in Istanbul auf und lernte die türkische Literatur näher kennen und lieben. Sie genoss die anregende Atmosphäre der Istanbuler Antiquariate und hat sich eine reichhaltige türkische Bibliothek aufgebaut, von der sie nach ihrer Rückkehr an die Freiburger Universität profitieren konnte. Erika Glassen ist zusammen mit Prof. Dr. Jens Peter Laut Herausgeberin der Türkischen Bibliothek.

    Hülya Adak

    Hülya Adak, geboren 1972, studierte u.a. Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universtität Chicago, konzentrierte sich bei ihrer Foschung auf Memoiren aus der osmanisch-türkischen Epoche, auf Fragen nach Gender und Sexualität, und sie veröffentlichte Artikel über die armenischen Deportationen während des Ersten Weltkriegs. Zurzeit ist sie als Assistant Professor für Vergleichende Literaturwissenschaft an der Sabancı-Universität in Istanbul tätig.










  • Memduh Şevket Esendal

  • Die Mieter des Herrn A.

    die_mieter Kurzbeschreibung

    In einem Mietshaus findet sich eine bunt zusammengewürfelte Gesellschaft wieder. Dem Vermieter selbst, dem einstigen Banditen Ayaslı, geht es weniger um die Mieteinnahmen als um die Geselligkeit.
    Da ist Iskender, ein smarter junger Mann, der vorgibt, eine Fabrik für Betonziegel zu besitzen, tatsächlich aber Opiumextrakt herstellt. Der Ich-Erzähler, ein junger Bankangestellter, lässt sich umgarnen von Dienstmädchen, arbeitssuchenden Damen und leidenschaftlichen Frauen, die dem Glücksspiel frönen. Trotz seines Vorsatzes, sich so weit wie möglich von dieser kuriosen Gesellschaft fernzuhalten, ist er mehr in die Geschehnisse verwickelt, als ihm lieb ist. Schließlich geht er gestärkt aus dieser Schule des Lebens hervor und heiratet am Ende die Tochter eines alten Bekannten.
    Ein großer Sittenroman aus der Gründerzeit Ankaras, schillernd wie ein Kaleidoskop.

    Über den Autor

    Memduh Sevket Esendal

    Memduh Şevket Esendal wurde 1883 in Çorlu geboren. Er war Autodidakt und wirkte in der jungtürkischen und republikanischen Zeit in parteipolitischen Ämtern, als Journalist und Diplomat. Er war eine eigenwillige, unbestechliche Persönlichkeit und galt in der Literaturszene als Außenseiter. Als Esendal 1952 starb, hinterließ er ein Werk von drei Romanen und vielen Erzählungen, in denen er den Alltag in der Republik realistisch und in klarer Prosa schilderte.











  • Ayşe Kulin

  • Der schmale Pfad

    Der schmale Pfad Kurzbeschreibung

    Die Journalistin Nevra Tuna steckt in einer privaten und beruflichen Krise. Ihre ganze Hoffnung setzt sie auf ein Interview mit der inhaftierten kurdischen Politikerin Zelha Bora, das ihre Karriere retten soll. Doch zwischen den beiden Frauen, deren Lebensverhältnisse unterschiedlicher nicht sein könnten, stehen nur Vorurteile und Vorwürfe.
    Kurz bevor das Gespräch zu scheitern droht, entdecken sie: In ihrer Kindheit waren die beiden engste Freundinnen, nun versuchen sie, die vergangenen Jahre heraufzubeschwören und ungelöste Rätsel zu lösen. Warum war Nevras Vater, der türkische Landrat, bei der kurdischen Familie Zelhas so angesehen? Weshalb wurde seine Karriere vereitelt? Und was hat das Ganze mit Cengiz zu tun, dem jungen Verwandten Zelhas, der sich den Partisanen anschloss?
    Letzten Endes ist es die wiedergefundene Freundschaft der beiden Frauen, die politische Gräben überbrückt.

    Über den Autor

    Ayse Kulin

    Ayşe Kulin, geboren 1941 in Istanbul als Tochter von Muhittin Kulin, einem Bosnier, der das Wasserministerium aufbaute, und Sitare Hanım, einer Tscherkessin und Enkelin des ersten osmanischen Wirtschaftsministers. Kulin wuchs in Ankara auf, verbrachte die Sommermonate aber bei der Familie ihrer Mutter in Istanbul, die noch dem traditionellen osmanischen Kodex verpflichtet war – beide Welten beeinflussten gleichermaßen ihr Schreiben. In Ankara ging Kulin zur Schule, besuchte das Gymnasium in Istanbul und studierte am American College für Girls Literaturwissenschaften. Während des ersten Militärputsches am 27. Mai 1960 war sie eine aktive Sozialdemokratin. In den Achtzigerjahren arbeitete Kulin als Redakteurin und Reporterin für diverse türkische Zeitungen und Zeitschriften, als Produzentin für Fernsehen, Werbespots und Kinofilme. Für ihre Erzählung »Fotografien von Sabah« (»Foto Sabah Resimleri«) erhielt sie 1996 den Sait-Faik-Preis für Kurzgeschichten. Einige Mal wurde sie als »Autorin des Jahres« ausgezeichnet, viele ihrer Erzählungen und Romane wurden verfilmt und in zahlreiche Sprachen übersetzt. Seit 2007 ist sie ehrenamtliche UNICEF-Botschafterin.






  • Oğuz Atay

  • Der Mathematiker

    Der Mathematiker Kurzbeschreibung

    Der Ingenieur und Mathematiker Mustafa Inan ist ein Universalgelehrter: Zwar fiel er mit vier Jahren vom Dach, und sein Vater bezweifelt zeit seines Lebens, dass aus dem schwächlichen Jungen noch etwas Rechtes wird. Doch bald machen ihn sein mathematisches Genie, sein phänomenales Gedächtnis und seine eiserne Willenskraft zur Legende.
    Eine Promotion an der ETH Zürich befördert seine wissenschaftliche Karriere an der Technischen Universität Istanbuls, wo er schließlich Dekan und Rektor wird. Der eigenwillige Forscher und Lehrer verzweifelt jedoch an der Denkfaulheit, die sich in den Köpfen der Dozenten und Studenten wie eine Geisteskrankheit eingenistet hat. Unermüdlich sucht er nach einer Möglichkeit, die Logik Einsteins und die intuitive Weisheit der Sufi-Mystiker miteinander in Einklang zu bringen.

    Über den Autor

    Oguz Atay

    Oğuz Atay wurde 1934 in Inebolu im Norden der Türkei geboren. Nach Abschluss des Studiums war er mehrere Jahre lang als Dozent für Bauwesen an der Technischen Universität in Istanbul tätig. 1972 erschien Oğuz Atays erster Roman Die Haltlosen (Tutunamayanlar), ein Jahr darauf Gefährliche Spiele (Tehlikeli Oyunlar), die beide zu den bedeutendsten Werken der türkischen Romanliteratur zählen.
    Oguz Atay starb 1977 in Istanbul.












  • Erika Glassen (Herausgeberin), Hasan Özdemir (Herausgeber)

  • Im Reich der Schlangenkönigin

    Im Reich der Schlangenkönigin Kurzbeschreibung

    Es war einmal, es war keinmal … beginnt so manches Märchen, das uns in die Welt der Feen, Riesen und Dämonen führt, ins Reich der Schlangenkönigin Şahmeran, dorthin, wo Zauberkräfte walten. Die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Fantasie sind durchlässig, als Schlupfloch dient ein Brunnen, den Şahmeran als Honigspeicher nutzt.
    Diese verwunschene Welt der orientalischen Märchen ist uns aus Tausendundeine Nacht vertraut. Das unerschöpfliche arabische Erzählwerk zeigt, dass Araber, Perser, Türken und Inder in vormoderner Zeit eine reiche, gemeinsame Märchen- und Mythentradition pflegten. Die türkischen Volkssänger und Märchenerzähler haben im kulturellen Schmelztiegel Anatolien Mythen verschiedener Herkunft übernommen und mit ihrer eigenen Tradition verbunden.

    Über die Autoren

    Erika Glassen, geboren in Malchow/Mecklenburg 1934, studierte zunächst in Greifswald Kunstgeschichte, später in Freiburg i.Br. und Basel Islamwissenschaft (Arabisch, Persisch, Türkisch). 1968 wurde sie mit einem Thema über die islamische Geschichte Persiens: "Die frühen Safawiden" promoviert, arbeitete als wissenschaftliche Assistentin am Orientalischen Seminar der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und habilitierte sich mit der Arbeit: "Der mittlere Weg. Studien zur Religionspolitik und Religiosität der späteren Abbasiden-Zeit".
    Danach war sie als Referentin am Orient-Institut der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft in Beirut/Libanon (1981-1983) tätig, und von 1989-1994 war sie Direktorin des Orient-Instituts. Während dieser Zeit baute sie eine Zweigstelle in Istanbul auf und lernte die türkische Literatur näher kennen und lieben. Sie genoss die anregende Atmosphäre der Istanbuler Antiquariate und hat sich eine reichhaltige türkische Bibliothek aufgebaut, von der sie nach ihrer Rückkehr an die Freiburger Universität profitieren konnte.
    Erika Glassen ist zusammen mit Prof. Dr. Jens Peter Laut Herausgeberin der Türkischen Bibliothek.

    Hasan Özdemir

    Hasan Özdemir, geboren 1940, Studium der Turkologie in Ankara, der Islamwissenschaft und Volkskunde in Mainz und Freiburg. Habilitation in Volkskunde an der Universität Ankara. Ebendort Ordinarius in diesem Fach und Fachbereichsleiter für Alte Türkische Literatur.






    unionsverlag

    Türkische Bibliothek im Unionsverlag
    Herausgegeben von Erika Glassen und Jens Peter Laut