Thema
Regionalisierte Quantifizierung der Landschaftszerschneidung als Grundlage zur Identifikation von Migrationskorridoren des Rothirsches
Ausgangspunkt:
Der Rothirsch (Cervus elaphus L.) ist das größte in Deutschland noch frei lebende Säugetier und kann als Indika-torart angesehen werden. Der Lebensraum der Hirsche wird durch die Zerschneidung und Zersiedlung der Landschaft eingeengt und die Ausbreitung sowie der Austausch zwischen den einzelnen Teilpopulationen behindert. Vor allem Verkehrsinfrastruktur und Siedlungen bilden Barrieren, auf der anderen Seite dienen Deckungsstruk-turen wie Wälder oder Knicks als Trittsteine und Leitstrukturen. Zum Erhalt der genetischer Diversität der Art ist es notwendig, potentielle Habitate und Migrationsrouten zu identifizieren und aufzuzeigen, an welchen Stellen die Landschaftszerschneidung besonders problematisch ist und wo Handlungsbedarf besteht, Gegenmaßnahmen zur fortschreitenden Zerschneidung zu ergreifen um einen genetischen Austausch zwischen den Teilpopulationen zu ermöglichen.
Themenstellung
Da mit den bestehenden quantitativen Maßen der Landschaftsstrukturanalyse eine Bewertung der Durchlässigkeit bestimmter Landschaftsteile nicht möglich ist, wurde am Büsgen-Institut der Universität Göttingen ein Moving-Window Verfahren zur regionalisierten Quantifizierung des Zerschneidungsgrades entwickelt (RITTER et al. 2009), das es erlaubt die Nutzbarkeit eines Raumes als Habitat beziehungsweise die Durchlässigkeit eines Korridors zu bewerten und somit potentielle Habitate und Migrationsrouten des Rothirsches zu identifizieren.
Im Rahmen der zu vergebenden Bachelorarbeit soll das vorhandene Verfahren einer Sensitivitätsanalyse unterzogen werden, hierbei soll insb. die Reaktion auf Veränderungen der Fenstergröße und Auswahl der Zerschneidungselemente untersucht werden.
Literatur
RITTER, T., REINECKE, H., MEISSNER, M., & NUSKE, R. (2009). FOSSGIS gestützte Identifikation potentieller Habitate und Migrationsrouten des Rothirsches. In Tagungsband der FOSSGIS Anwenderkonferenz für Freie und Open Source Software für Geoinformationssysteme (pp. 130-134).: FOSSGIS e.V. download
Kontakt und weitere Informationen
Die Bachelorarbeit wird in Kooperation mit der Abteilung Forstzoologie und Waldschutz - AG Wildbiologie vergeben, für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Tim Ritter, Abt. Ökoinformatik, Biometrie & Waldwachstum
Horst Reinecke, Abt. Forstzoologie und Waldschutz - AG Wildbiologie & Jagdkunde (hreinec@gwdg.de)