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Press release: Von Borkenkäfern befallenes Holz bleibt als Rohstoff verfügbar
No. 61 - 13.05.2026
Forschungsprojekt liefert Handlungsempfehlungen zum Umgang mit geschädigtem Fichtenholz
(pug) Klimawandel und der Befall von Borkenkäfern setzen Bäumen massiv zu. Dadurch fallen große Mengen an Schadholz im Wald an, auf die Waldbesitzende reagieren müssen. Wie kann dieses Holz effizient gelagert und verwertet werden? Ein Verbundprojekt mit Beteiligung der Universität Göttingen hat nun gezeigt, dass fachgerecht behandeltes Schadholz über lange Zeiträume als Rohstoff verfügbar bleibt. Abgestorbene, aber noch stehende Bäume können zwei Jahre im Wald verbleiben. Danach verschlechtert sich jedoch die Qualität des Holzes. Die Ergebnisse wurden als Handlungsempfehlung zur Unterstützung der Forst- und Holzwirtschaft veröffentlicht.
Die Forschenden im Verbundprojekt „NUKAFI“ widmeten sich mit ihren Partnereinrichtungen der stofflichen Verwertung und optimalen Lagerung von borkenkäfergeschädigtem Fichtenholz. Um Veränderungen der Holzqualität in Abhängigkeit von Lagerungsdauer und Standort zu erfassen, analysierten sie zwei Arten der Lagerung. Zum einen untersuchten sie Bäume, die im Wald stehen bleiben und zunächst nicht geerntet werden, die sogenannte „Stehendlagerung“. Zum anderen begutachteten sie trocken gelagertes Schadholz mit unterschiedlicher Lagerungsdauer. Die Forschenden untersuchten es hinsichtlich ihrer Feuchteverteilung, Rissbildung, Verformung, inneren Spannungen sowie weiterer physikalischen und mechanischen Eigenschaften. Die erhobenen Daten werteten sie statistisch aus und fassten sie in einem Leitfaden mit konkreten Empfehlungen zur Lagerung sowie in einem Merkblatt mit praxisnahen Hinweisen zur Verwendbarkeit des Holzes zusammen.
„Die Ergebnisse zeigen, dass die Lagerung von Schadholz entscheidend ist, da sie maßgeblichen Einfluss auf die Qualität, die Verwendbarkeit und die spätere Verarbeitung des Holzes nimmt“, sagt Prof. Dr. Holger Militz, Leiter der Abteilung Holzbiologie und Holzprodukte der Universität Göttingen. Abgestorbene Bäume könnten je nach Witterungslage über einen gewissen Zeitraum im Wald verbleiben. „Diese Lagerung entlastet Waldbesitzende, die vor der Herausforderung stehen, mit der Masse an geschädigten Bäumen umzugehen“, ergänzt Jan-Frederik Trautwein, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Projektbearbeiter der Abteilung.
Der Praxis-Leitfaden und das Merkblatt sind unter DeSH-Pressemitteilung zu finden.
Kontakt:
Prof. Dr. Holger Militz
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie
Abteilung Holzbiologie und Holzprodukte
Büsgenweg 4
37077 Göttingen
Telefon: (0551) 39-23541
E-Mail: holger.militz@uni-goettingen.de
Internet: www.holz.uni-goettingen.de