Käte-Hamburger-Preis
für die beste Publikation vor der Dissertation im Fach Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Göttingen
Die Jury hat 2011, im ersten Jahr der Ausschreibung des Käte-Hamburger-Preises, zwei zweite Preise vergeben.
„Statt dass es auf der ganzen Welt einfach nur einen verbindlichen Ort gäbe, wohleingerichtet zwischen zwei Buchdeckeln am besten“. Dietmar Daths popintellektuelle Kritik (Janet Boatin)
Der besonders lesenswerte Aufsatz widmet sich einem noch wenig erschlossenen Werk, kann sich daher kaum auf vorliegende Forschung stützen und stellt schon deswegen, aber auch wegen seines Ansatzes eine eigenständige Leistung dar. Er bietet nicht nur eine literaturwissenschaftliche Analyse zweier Romane Dietmar Daths und der Position des Autors als zugleich linker und popkultureller Intellektueller, sondern liefert zudem einen eigenen Beitrag zur aktuellen Zeitdiagnose. Der Beitrag ist stilistisch originell, anregend und mit Esprit geschrieben; seine im positiven Sinne essayistischen Qualitäten wurden von der Jury besonders hervorgehoben.
Tieck und seine Verleger (Philipp Böttcher)
Mit dem Aufsatz liegt ein informativer, gut geschriebener Handbuchartikel vor, der eine solide sozial- und mediengeschichtliche Rekonstruktion seines Gegenstandes präsentiert. Tiecks Verhältnis zu seinen Verlegern wird mit Blick auf die Verlagslandschaft der Zeit und die Bedingungen der Produktion und Distribution von Literatur kenntnisreich entfaltet. Dabei versteht es der Verfasser, seinen textsortengemäß faktenlastigen Gegenstand auf eine besonders anschauliche und anregende Weise zu vermitteln. Die Anforderungen der Textsorte ‚Handbuchartikel’ werden sehr gut erfüllt, die erforderliche breite Aufarbeitung von Forschungsergebnissen wird mit aktuellen Positionen der Autordebatten verbunden und in entsprechender Terminologie präsentiert.