Lehrstuhl für Strafrecht und Kriminologie

Forschung

Aktuelle Forschungsprojekte des Lehrstuhls (Auswahl)

RadigZ - Radikalisierung im digitalen Zeitalter

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Ziel des Verbundprojekts "Radikalisierung im digitalen Zeitalter - Risiken, Verläufe und Strategien der Prävention (RadigZ)" ist es, unterschiedliche Präventionsansätze und Handlungsempfehlungen zu erarbeiten, die sich auf entwicklungsbezogene Radikalisierungsprozesse beziehen und die Gefährdungspotentiale des Internets als zentrales Verbreitungsmedium extremistischer Ideologien in besonderer Weise berücksichtigen. Neben einer vertieften Analyse der Wirkungen von internetbasierter Propaganda sowie der Identifikation vulnerabler Gruppen und Personen ist daher die Entwicklung zielgruppenspezifischer Schutzmaßnahmen das zentrale Anliegen des Projekts. Dies soll insbesondere durch eine kritische Analyse bereits bestehender Präventionsbemühungen sowie durch an Radikalisierungsprozessen orientierte und neu entwickelte Präventionsmaßnahmen geschehen. Das Projekt adressiert dabei unterschiedliche extremistische Ideologien.
Das Projekt wird vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen geleitet. Informationen hierzu und zu weiteren Verbund- und Projektpartnern unter http://www.radigz.de.

Schwerpunkt der Arbeiten in Göttingen sind zum einen Biographie- und Netzwerkanalysen, zum anderen Erkenntnisse von Sicherheitsexperten abzufragen, mit dem Ziel, Prognosen zu ermöglichen.

Ansprechpartner: Katrin Höffler, Miriam Meyer, Veronika Möller


Predictive Algorithms in the Criminal Law System - Predictive Policing

Time Magazine named predictive policing one of the 50 most important innovations in 2011. The software concept that is designed to give police departments the locations of future crimes before they occur has since spread around the world and is considered one of the most promising technology-led law enforcement tactics to date. My thesis explores predictive policing approaches in Germany and the United States from a legal perspective and aims at sketching at set of framework principles by which predictive policing may be governed in the future.

Datengestützte Prognose von Verbrechen - Predictive Policing
Bereits 2011 wurde Predictive Policing vom Time Magazin zu einer der 50 bedeutendsten Innovationen des Jahres gekürt. Das Softwarekonzept, das der Polizei die Orte zukünftiger Verbrechen nennt, bevor sie sich ereignen, hat seitdem einen globalen Siegeszug angetreten und gilt heute als eines der vielversprechendsten technologiebasierten Strafverfolgungstaktiken. Mein Dissertationsvorhaben untersucht Predictive Policing Ansätze in Deutschland und den USA aus einem rechtlichen Blickwinkel, und strebt den Entwurf von Grundprinzipen an, an denen Predictive Policing in Zukunft ausgerichtet werden kann.
Ansprechpartnerin: Lucia Sommerer


Evaluation des stationären sozialen Trainings im Jugendarrest (insbesondere im sog. "Warnschussarrest") in Baden-Württemberg

Das Land Baden-Württemberg hat die Einführung des in Wissenschaft und Praxis hoch umstrittenen Warnschussarrests im Jahr 2013 zum Anlass genommen, einen weiteren Schritt bei der Umgestaltung des Arrestvollzugs in ein stationäres soziales Training zu unternehmen. So wurden in den Jugendarrestanstalten Göppingen und Rastatt speziell für Warnschussarrestanten soziale Trainingskurse eingerichtet, die auf die besonderen Bedürfnisse dieser Gruppe von jugendlichen Straftätern zugeschnitten sind. Im Rahmen der Evaluation des Modellprojekts wird u.a. untersucht, durch welche spezifischen Merkmale sich die Personengruppe der Warnschussarrestanten auszeichnet, ob sie durch das stationäre soziale Training erreicht werden kann und wie sich die Rückfalldelinquenz nach Entlassung aus dem Warnschussarrest entwickelt.
Ansprechpartnerin: Ursula Gernbeck


Tötungsdelikte an Neugeborenen und die Möglichkeit der vertraulichen Geburt

Mit dem Ziel der Verhinderung von Kindstötungen hat der Gesetzgeber das Gesetz zum Ausbau der Hilfen für Schwangere und zur Regelung der vertraulichen Geburt erlassen, welches am 1. Mai 2014 in Kraft getreten ist (BGBl. I S. 3458). Ob die Möglichkeit der vertraulichen Geburt tatsächlich hierzu beitragen kann, ist jedoch aufgrund der Aktualität der gesetzlichen Regelung bislang weitgehend unerforscht. Im Rahmen des Projektes soll besagtes Gesetz einerseits in zivilrechtlicher Hinsicht, andererseits die Rechtstatsächlichkeit mit Blick auf die angestrebte Präventionswirkung in ihren strafrechtlichen und kriminologischen Bezügen untersucht werden.
Ansprechpartnerin: Sophie Marsch