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Wie umgehen mit religiös-weltanschaulicher Pluralität

Religiös-weltanschauliche Pluralität ist für moderne Gesellschaften ein Thema von höchster Bedeutung. Phänomenen wie islamistischem Terror, Antisemitismus und identitärer Bewegung steht ein weltweiter Bedeutungsgewinn religiöser Orientierungen und die Anerkennung religiöser Sinnstiftung und Ethosbegründung durch Politik und Zivilgesellschaft gegenüber.

In Deutschland gibt es rund 300 Religionsgemeinschaften, die in der Regel unter ihrem jeweiligen Dach eine große Vielfalt an Positionen und Praxen vereinen. Gleichzeitig vertreten auch die sogenannten Konfessionslosen eine Fülle unterschiedlicher Daseins- und Wertorientierungen.

Gemäß seiner religionsgeschichtlichen und rechtlichen Tradition werden Religionen in Deutschland – anders als etwa in Frankreich – nicht aus dem öffentlichen Raum verbannt. Im Zeichen der doppelten Religionsfreiheit (Art. 4 GG) bringen sie sich vielmehr, ebenso wie nicht-religiöse Weltanschauungen, in den gesellschaftlichen Diskurs ein. Sie tragen unter anderem zur Ausgestaltung des Sozialwesens, zur Bildung, zur Pflege des kulturellen Lebens und zur ethischen und sinnstiftenden Orientierung bei. Staat und Religionsgemeinschaften sind zwar getrennt, aber gerade deshalb auf Kooperation verwiesen.

Die Ringvorlesung lässt die Pluralität der Religionen und Weltanschauungen (in Geschichte und Gegenwart) ebenso sichtbar werden wie die Pluralität der wissenschaftlichen Perspektiven. Sie gibt Antwort auf die Frage, wie wir umgehen können und sollen mit religiös-weltanschaulicher Pluralität. Dabei schöpft sie aus dem Fundus der Göttinger religionsbezogenen Forschung: Beteiligt sind neben der Theologischen Fakultät auch die Sozialwissenschaftliche sowie die Philosophische Fakultät, zudem die Rechtswissenschaft und das „Centre for Modern Indian Studies“ (CeMIS).

Die Aufzeichnungen der Vorträge werden jeweils eine Woche später am Mittwoch um 12 Uhr im StadtRadio Göttingen (107,1 MHz) ausgestrahlt. Anschließend sind sie langfristig als Video-Mitschnitt auf YouTube aufrufbar sowie als Audiodatei auf der GoeScholar Seite https://goedoc.uni-goettingen.de/lectures/list