Das gemeinsam mit der ECNU gegründete Göttingen-Shanghai-Forum of Comparative Studies in the Humanities hat das Ziel, die Wissenschaftler der kleineren kulturwissenschaftlichen Disziplinen, die auf Seiten der UGoe und auf Seiten der ECNU an vergleichbaren Gegenständen arbeiten, beim Aufbau gemeinsamer vergleichender Forschung zu unterstützen.
I. Schnittpunkt Zentralasien: gerade hier können wir eine wichtige Aufgabe erfüllen. In der Beschäftigung mit den dynamischen Kulturen Zentralasiens kann auf beiden Seiten deutlicher gemacht werden, dass diese Nationen im Rahmen von europäischen Förderprojekten wie auch im Rahmen des Seidenstraßen-Projekts erstmals in ihrer Geschichte Partner auf Augenhöhe sein können.

II. Die Entstehung und Entwicklung von Schriftsystemen und die Funktion früher autoritativer Texte: in dieser Frage werden Vergleichspotentiale zwischen der ägyptologischen Forschung in Göttingen und der klassisch-sinologischen Forschung in Shanghai ausgelotet.

III. Alte Theaterkulturen im Vergleich: Die Klassische Philologie (Gräzistik) der Universität Göttingen und die Alte Abteilung der Fakultät für chinesische Sprache und Kultur loten Gemeinsamkeiten zwischen klassischer Komödie und ältesten Komödienformen in China aus.

IV. Vergleichende Literaturtheorie: die semantischen Funktionen und die Funktionsweise universeller literarischer Verfahren wie Parallelismus und Metapher in der chinesischen und in den europäischen Literaturen sollen einem Vergleich unterzogen werden.

V. Ökologische Katastrophen in Zentral- und Nordasien und ihr Reflex im Ökokritizismus der Region: Hydrologische Katastrophen wie das dramatische Schrumpfen des einst viertgrößten Binnengewässers der Welt, des Aral-Sees, werden von zentralasiatischen und sibirischen Autoren intensiv literarisch verarbeitet. Wir wollen gemeinsam ausloten, inwieweit dieser Ökokritizismus ein Bindeglied zwischen den Literaturen Zentral- und Nordasiens darstellt und auf welche Weise er die Gegenwartsliteraturen dieser Region mit weltliterarischen Entwicklungen vernetzt.

VI. Vergleichende Fremdsprachenerwerbsforschung: die Techniken des Fremdsprachenerwerbs in China und in Europa sind sehr unterschiedlich. Inwieweit darauf auch Faktoren jenseits der spezifischen Objektsprachstrukturen Einfluss haben, soll als Anstoß zu einer vergleichenden Forschung ausgelotet werden.



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