Bachelor- und Masterarbeiten

Leitfaden zum Konzipieren und Schreiben wissenschaftlicher Arbeiten

Zu vergebende Bachelor- und Masterarbeitsthemen im Arbeitsbereich Landwirtschaftliche Betriebslehre

1. Ökonomische Analyse von Nachhaltigkeitsmaßnahmen in einer Bayer Forward Farm
Die Bayer Forward Farm in Nauen (Havelland, Brandenburg; https://www.agrar.bayer.de/de-DE/Agrar%20Magazin/ForwardFarming_AgroGmbHNauen) wird in Biodiversitäts- und Nachhaltigkeitsfragen wissenschaftlich begleitet, sodass entsprechende Daten verfügbar sind. Über Biodiversität und Nachhaltigkeit hinaus gibt es Projekte, die sich auf Fragen des Anwenderschutzes und der Digitalisierung beziehen. Bisher unterbeleuchtet ist die Ökonomie: Welche Maßnahmen bringen dem Landwirt ökonomische Vorteile und welche eben nicht. Für mit dem Betriebsleiter abzustimmende Beispielmaßnahmen soll im Rahmen einer Abschlussarbeit eine diesbezügliche ökonomische Analyse durchgeführt werden. (Betreuer: Mußhoff/Michels)



2. Welche latenten Faktoren spielen für eine Umstellung auf den ökologischen Landbau eine Rolle?

Im Rahmen der empirischen Masterarbeit soll auf Basis der Unified theory of acceptance and use of technology (UTAUT) ein Modell geschätzt werden, um die Intention der Landwirte auf eine ökologische Wirtschaftsweise zu wechseln, zu erklären. Das Modell zur UTAUT muss dazu auf Basis der bestehenden Literatur an den Untersuchungsgegenstand angepasst werden. Die Masterarbeit soll dabei auf einer Umfrage basieren, die nach Möglichkeit im Wintersemester 20/21 mit deutschen Landwirten durchgeführt werden soll.

Wir erwarten:

  • Eigenständiges Einarbeiten in die relevante, wissenschaftliche Literatur zu Faktoren die beim Wechsel auf eine ökologische Wirtschaftsweise eine Rolle spielen/ Literatur zum UTAUT

  • Bereitschaft zur Erstellung und Durchführung der Umfrage

  • Auswertung der Umfrage und Schätzung des Modells


  • Wir bieten:

  • Unterstützung bei der Durchführung der Umfrage

  • Unterstützung bei der statistischen Auswertung


  • Kontakt:
    Marius Michels
    E-Mail: marius.michels@agr.uni-goettingen.de




    3.Der Einfluss der Big Five Persönlichkeitseigenschaften auf ökonomisches Entscheidungsverhalten von Landwirten
    Gemäß des Fünf-Faktoren-Modells (Big Five) aus der Persönlichkeitspsychologie lassen sich generelle Verhaltensunterschiede zwischen Individuen anhand von fünf Persönlichkeitseigenschaften (Neurotizismus, Extraversion, Offenheit für Erfahrungen, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit) erklären. Basierend auf experimentell erhobenen Daten soll im Rahmen der Abschlussarbeit untersucht werden, welchen Einfluss Persönlichkeitsmerkmale auf den Einsatz von Pflanzenschutzanwendungen haben können. Zudem soll analysiert werden, welcher Zusammenhang zwischen der Persönlichkeit eines Landwirts und seiner Reaktion auf verschiedene Politikmaßnahmen zur Pflanzenschutzmittelreduktion besteht. (Betruer: Buchholz/Mußhoff)




    4. Mikrofinanzierung
    Im Gegensatz zu Landwirten in entwickelten Volkswirtschaften, verfügen Landwirte in Transformations- und Entwicklungsländern häufig nur über einen eingeschränkten Kreditzugang. Besonders betroffen sind davon informelle, kleinste und kleine landwirtschaftliche Unternehmen. Ein mangelnder Kreditzugang kann zur verringerten Investitionstätigkeit im landwirtschaftlichen Sektor führen, was angesichts der hohen Bedeutung der Landwirtschaft in Transformations- und Entwicklungsländern für Wirtschaftswachstum und Beschäftigung als kritisch zu bewerten ist. Als eine Ursache ist hierbei die nicht adäquate Aufstellung von Finanzinstitutionen und Finanzprodukten in vielen Transformations- und Entwicklungsländern für landwirtschaftliche Unternehmen und landwirtschaftliche Produktionsprozesse. Forschungsgegenstand ist daher die Untersuchung von Kreditzugang und Kreditrückzahlungsverhalten landwirtschaftlicher Unternehmen, um Handlungsempfehlungen für Finanzinstitutionen herausarbeiten zu können. (Betreuer: Weber)




    5. Management von Klimarisiken in der Landwirtschaft
    Es ist seit langem bekannt, dass das Wetter den Hauptunsicherheitsfaktor in der landwirtschaftlichen Produktion darstellt; und es ist davon auszugehen, dass Schwankungen im Witterungsverlauf infolge des globalen Klimawandels weiter zunehmen werden. In der Vergangenheit haben Landwirte versucht, sich durch den Kauf von Versicherungen gegen wetterbedingte Ertragsschwankungen abzusichern. Ein relativ neues Instrument zur Steuerung des Mengenrisikos stellen sog. "Wetterderivate" dar. Obwohl Wetterderivate gegenüber traditionellen Versicherungen Vorteile aufweisen, ist der Markt für diese Produkte in der Landwirtschaft noch relativ klein. Dies wird u.a. darauf zurückgeführt, dass nicht klar ist, ob und in welchem Umfang Wetterderivate ein nützliches Risikomanagementinstrument in der Landwirtschaft darstellen. Daher soll für ausgewählte Betriebe die risikomindernde Wirkung quantifiziert werden, die durch den Einsatz von Wetterderivaten erzielt werden kann. (Betreuer: Buchholz)




    6. Managing weather risks in agricultural microfinance through meso-level insurance
    Weather risks in agricultural production are assumed to be a main driver of the risk in agricultural lending. In many developing countries, weather risk is substantial. Weather risks influence the profitability of agricultural production and increase the volatility of the annual cash flow. This jeopardizes the small-scale farmers? capacity to handle their installment payments in due time. Accordingly, weather shocks are assumed to render the agricultural loan portfolios of financial institutions considerably riskier than urban business loan portfolios. In the absence of adequate risk management measures, e.g., insurance, the only option for financial institutions to deal with weather shocks is avoiding it. This often leads to partially or fully credit rationing of agricultural loan applications.
    For overcoming this dilemma, meso- or macro-level insurance solutions especially for insuring agricultural weather risks bear a high potential. In contrast to micro-level insurance solutions, where individuals are insured, meso- or macro-level insurance solutions focus on insuring agricultural intermediaries. In this context, agricultural intermediaries can be any institution along the agricultural value chain, e.g., agricultural input suppliers, financial institutions, producer organizations, agricultural traders, which is exposed to the risks of primary agricultural production.
    Within the master thesis a meso-level index based weather insurance product for a microfinance institution (MFI) in Madagascar shall be developed and a a cost-benefit-analysis of such product for the MFI and the MFI?s clients under different weather scenarios be carried out. Therefore, we have access to a rich database of the MFI?s agricultural loan portfolio (mainly rice farmers) comprising client and loan information. Furthermore we have precipitation and wind speed data from different weather stations of Madagascar's central plateau.
    (Supervisor: Weber)

    Bei Interesse an der Bearbeitung dieses Themas melden Sie sich bitte bei uns (ron.weber@agr.uni-goettingen.de oder betriebslehre@agr.uni-goettingen.de).




    7. Qualitative analysis (Master thesis)
    Obstacles to Sustainable Economic Growth of Smallholder Farmers in the Larger Mekong Region

    The student will analyze around 60 qualitative interviews conducted in Vietnam and Cambodia among smallholder farmers, extension workers, village chiefs, and other officials. The aim of the analysis is to understand why some smallholder farmers seem to be stuck in poverty.

    The student should:
    • Be interested in qualitative research (previous experience is a plus)
    • Possess good English language skills

    If you are interested, please send your motivation and CV to selina.bruns@uni-goettingen.de




    8. Geschlechterbestimmung im Hühnerei – was denkt der Verbraucher?
    Die Problematik des Kükentötens nach dem Schlupf ist hochaktuell. Neue Methoden ermöglichen eine Geschlechterbestimmung im Ei, bevor das Küken geschlüpft ist. In einer Verbraucherbefragung wurden Daten erhoben, die sich mit der Einstellung der Verbraucher zu dieser Thematik befassen. Ziel einer Bachelor-/Masterarbeit ist es mittels Faktoren- und Clusteranalyse die Verbrauchereinstellung zu analysieren und verschiedene Einstelllungsdimensionen herauszuarbeiten. (Betreuer: Hr. Danne)





    9. Sonstige Themen:



    • Hedging von Beregnungskosten mit Wetterindexversicherungen (Betreuer: Buchholz)
    • Gesamtbetriebliche Folgenabschätzung einer möglichen Pflanzenschutzmittelsteuer unter Anwendung des zustandsabhängigen Ansatzes (Masterarbeit, Betreuer: Buchholz)
    • Ansätze zur Optimierung landwirtschaftlicher Betriebe unter Berücksichtigung von Risiko: Ein Methodenvergleich (Betreuer: Buchholz)
    • Möglichkeiten und Grenzen der teilflächenspezifischen Applikation von Pflanzenschutzmitteln: Eine ökonomische Bewertung (Bachelor/Master) Betreuer: Buchholz
    • Präferenzen landwirtschaftlicher Entscheider für die teilflächenspezifische Applikation von Pflanzenschutzmitteln: Ein Discrete Choice Experiment (Master): Betreuer Buchholz/Danne



    Eigene Ideen und Konzepte sind ebenfalls herzlich Willkommen!