Forschungsprojekt: Rechte Tötungsdelikte
Das Forschungsprojekt untersucht Tötungsdelikte, die sich seit 1990 in Niedersachsen ereignet haben und bei denen ein rechtes, rassistisches oder sozialdarwinistisches Tatmotiv vermutet wird. Die Fälle werden in zivilgesellschaftlichen Zählungen zu Todesopfern rechter Gewalt geführt, sind bislang jedoch nicht in der Statistik der politisch motivierten Kriminalität (PMK) erfasst. In Kooperation mit dem Institut für Kriminalitäts- und Sicherheitsforschung (IKriS) an der Polizeiakademie Niedersachsen werden die Fälle auf der Grundlage kriminologischer und geschichtswissenschaftlicher Kriterien neu bewertet. Zudem untersuchen die Forscher:innen, warum die Tötungsdelikte damals nicht als politisch motivierte Gewalt eingeordnet wurden und wie sich Kriterien und Verfahren zur Beurteilung politischer Tatmotivation seit den 1990er Jahren verändert haben. Die Studie wird im Auftrag und mit Mitteln des Niedersächsischen Ministeriums für Inneres, Sport und Digitalisierung durchgeführt. Zum geplanten Projektende im Februar 2028 legt das Team einen Bericht mit den Ergebnissen der Überprüfung und Empfehlungen zur Neubewertung vor.
Jan Renken
Seit August 2026 ist Jan Renken Projektkoordinator und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Kooperationsprojekts der Georg-August-Universität Göttingen und der Polizeiakademie Niedersachsen.
Ezra Rudolph
Seit Oktober 2026 hat Ezra Rudolph die wissenschaftliche Leitung der vom Land Niedersachsen beauftragten Überprüfungsstudie zu potenziell rechten Tötungsdelikten in Niedersachsen seit 1990 inne.
Magali Schaate
Seit August 2026 unterstützt Magali Schaate das Projekt als Studentische Hilfskraft.