Herausforderungen von E-Klausuren

EP-Diagramm klein

Das elektronisch unterstützte Prüfen stellt besondere Anforderungen an die dafür notwendigen technischen, organisatorischen, rechtlichen und prüfungsdidaktischen Rahmenbedingungen:


Technische Zuverlässigkeit
Die technische Infrastruktur muss so zuverlässig sein, dass ein Verlust von Prüfungsdaten ausgeschlossen ist. Durch eine ausreichende Zahl parallel nutzbarer Arbeitsplätze sollen mehrere Klausurdurchläufe mit aufwendig zu erstellenden gleichwertigen Aufgaben vermieden werden.


Rechtssicherheit
Hohe Ansprüche werden auch im Hinblick auf die Betrugs- und Manipulationssicherheit, die Chancengleichheit für alle Prüflinge und die Archivierung der Klausurergebnisse an die Rechtssicherheit gestellt und verlangen eine entsprechende Berücksichtigung in den Prüfungsordnungen. Dort ist u.a. hinterlegt, wie geschlossene Fragen zu gestalten sind, wie die Qualität der Prüfungsinhalte sicherzustellen und wie die digitale Archivierung der Antworten der an der Klausur Teilnehmenden vorzunehmen ist, damit diese rechtssicher eindeutig den jeweiligen Geprüften zuzuordnen sind und Manipulationen verhindert werden.


Fragenqualität
Als Hauptgrund für die Skepsis gegenüber E-Klausuren kann die vermeintliche Beschränkung auf automatisch auswertbare, geschlossene Fragetypen angesehen werden. Durch diese sei lediglich die Überprüfung von Faktenwissen möglich, was einen Verlust von Prüfungsqualität bedeute. Höhere kognitive Prozesse wie Verständnis oder Anwendung lassen sich aber durchaus durch das mittlerweile breite Spektrum unterschiedlicher Fragetypen der Prüfungssysteme und eine sorgfältige Konstruktion geschlossener Fragen erfassen. Die Anpassung der verfügbaren Fragetypen an die lernzielorientierten Prüfungsinhalte bedeutet im Vergleich zu herkömmlichen Klausuren für die Lehrenden in der Vorbereitungsphase tatsächlich einen höheren Aufwand, fördert aber ebenso eine vertiefte Auseinandersetzung mit der angestrebten Prüfungsqualität.


Umgang mit dem Prüfungssystem
Darüber hinaus müssen sich die Lehrenden zur Erstellung der Fragensammlungen und Klausuren mit der Bedienung des Prüfungssystems vertraut machen. Auch um dies zu erleichtern, wird ein Prüfungssystem eingesetzt, das von dem an der Universität Göttingen verwendeten Lern-Management-System abgeleitet und daher vielen Lehrenden bereits bekannt ist.


Die Herausforderungen annehmen
Es existiert ein umfassendes Angebot an Beratungs- und Betreuungsleistungen, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Während der E-Learning-Service geeignete technische und organisatorische Rahmenbedingungen gewährleistet, unterstützt er die Lehrenden bei der Erstellung möglichst hochwertiger Prüfungsinhalte. Außerdem informiert er im Bedarfsfall über explizite Regelungen in der Allgemeinen Prüfungsordnung (APO) und sich daraus ergebende praktische Konsequenzen.