Abteilung Agrarökologie

Presse

Presseinformationen 2018


AUSGEKRABBELT?

Die Fachwelt ist beunruhigt, denn in der Insektenwelt geht der Tod um. Die Hauptverdächtigen: Der anhaltende Verlust von Lebensräumen und hochwirksame Insektizide. Eine Bestandsaufnahme von Roy Fabian

Der Orbroicher Bruch im Nordwesten Krefelds ist ein beschauliches Fleckchen. Röhrichte und Seggenriede ziehen sich entlang des Flöthbachs, rund herum erstrecken sich Feuchtwiesen mit kleinen Tümpeln und Relikten von Auwald. Der Steinkauz hat hier einige Reviere, auch Eisvogel, Schwarzspecht und Kammmolch lassen sich blicken. Das etwa hundert Hektar große Naturschutzgebiet hat jedoch wegen etwas anderem Aufsehen erregt. Im Zentrum des Interesses sind die Insekten, oder besser: ihre Abwesenheit. Das zumindest zeigen Daten des Entomologischen Vereins Krefeld. Bereits Ende der 1980er Jahre spürte der Verein den Fluginsekten des Orbroicher Bruchs mithilfe von sogenannten Malaise-Fallen nach, zeltartigen Konstruktionen, deren Aufbau die Tiere in eine Fangflasche leitet. 2013 wiederholten die Insektenkundler ihre Aktion – mit Ergebnissen, die es in sich hatten: Die gefangene Biomasse war um knapp 80 Prozent eingebrochen, auch in den Folgejahren zeigte sich keine Erholung. weiter... Naturgucker, Dezember 2017