Didaktik der Geschichte

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Was ist Didaktik der Geschichte?
Didaktik der Geschichte befasst sich mit fachspezifischen Vermittlungsprozessen. Dabei geht es in erster Linie um das Lehren und Lernen von Geschichte in der Schule. Didaktik der Geschichte interessiert sich aber auch dafür, welche Rolle Geschichte in der Öffentlichkeit spielt und wie sie in der Gesellschaft verhandelt wird; das wird in der Geschichtsdidaktik als Geschichtskultur bezeichnet, andere Begriffe sind Erinnerungsgeschichte oder Public History.
Üblicherweise unterscheidet man – das gilt auch für andere Fachdidaktiken – drei didaktische Arbeitsbereiche: theoretisch-konzeptionelle Grundlagen, Empirie (im sozialwissenschaftlichen Sinn) und Pragmatik. Theoretisch-konzeptionell geht es um leitende Begriffe und Konzepte, um die Begründung des Unterrichtsfaches oder um die Legitimation von Inhalten. Empirische Forschung untersucht, wie geschichtsbezogene Vermittlungsprozesse ablaufen und welche Kenntnisse, Einstellungen oder Praktiken bei den beteiligten Personen zu finden sind. Pragmatik hat es mit der Planung, Realisierung und Reflexion von (vornehmlich schulischen) Vermittlungsprozessen zu tun.

Didaktik der Geschichte in Göttingen
Wer an der Universität Göttingen im Rahmen des Lehramtsstudiums (höheres Lehramt) das Fach Geschichte studiert, muss obligatorisch ein Geschichtsdidaktik-Modul im Bachelor und zwei Module im Master absolvieren. Jedes Modul deckt schwerpunktmäßig einen der drei Didaktik-Arbeitsbereiche ab.
Im Bachelormodul (B.Gesch 700) werden die konzeptionellen Grundlagen der schulischen und außerschulischen Geschichtsvermittlung thematisiert (Schule: Bildungsziele von Geschichtsunterricht, psychologische Voraussetzungen des Geschichtslernens, organisatorische Rahmenbedingungen, Umgang mit fachspezifischen Medien und Methoden u.a.; Geschichtskultur: Geschichte im öffentlichen Raum (Straßennamen, Denkmäler), in den Medien (Magazine, Romane, Spielfilme, Computerspiele u.a.) und in Institutionen (Museen und Gedenkstätten).
Im umfangreicheren der beiden Mastermodule (Wahlmodule M.Gesch.FD2/3) steht die Orientierung an der Unterrichtspraxis im Vordergrund; zu diesem Modul gehört ein Fachpraktikum. Es geht um eine exemplarische Einführung in Unterrichtsplanung unter Berücksichtigung von geschichtsdidaktischen Prinzipien, Kompetenzen, fachspezifischen Material-, Medien- und Methodenarrangements.
Das zweite Mastermodul (M.Gesch.FD1) verknüpft empirische Zugänge und (nochmals) konzeptionelle Fragestellungen der Geschichtsdidaktik. Ziel ist, dass Studierende zentrale Forschungsprobleme auf der Basis empirischer Befunde kennenlernen und diskutieren sowie exemplarisch eigene empirische Erkundungen vornehmen können.
Diese Module sind unter dem Reiter „Studiengang“ auf dieser Homepage studientechnisch genauer beschrieben.

„Forschendes Lernen“
Studierende sollen nicht nur bestimmte fachliche Inhalte und Methoden erlernen, sie sollen im Studium generell einen „forschenden“ oder einen „forschend-reflexiven Habitus“ vermittelt bekommen: Sie sollen Phänomene, die ihnen in ihrem Studium und im späteren Beruf begegnen, hinterfragen, reflektieren und mit Hilfe geeigneter methodischer Verfahren untersuchen können. Dafür steht das Konzept des „forschenden Lernens“. Hier werden (nach Huber) drei Stufen bzw. Arten von Lehrveranstaltungen unterschieden:
Forschungsbasierte Lehrveranstaltungen sind dadurch gekennzeichnet, dass Lehrende Forschungen vorstellen und erläutern.
Forschungsorientierte Veranstaltungen vermitteln explizit wissenschaftliche Arbeitsweisen. Das kann die gezielte Vermittlung und das Einüben von Methoden sein, aber auch das gemeinsame Lesen und Analysieren von Studien.
Forschendes Lernen schließlich findet statt, wenn Studierende selbst forschend tätig werden. Hier gilt es, den gesamten Forschungszyklus durchlaufen.
Die Geschichtsdidaktik orientiert sich dabei an dem folgenden Modell eines Forschungszyklusses, auf das in den Lehrveranstaltungen zurückgegriffen wird und auf das sich die Forschungsarbeiten Studierender beziehen sollen:

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