Dissertationen

Dissertationen am Institut für Politikwissenschaften

Arbeitsbereich Internationale Beziehungen (Prof. Dr. Anja Jetschke)

  • Dogukan Karakus
    Arbeitstitel: Power Mediators and Pure Mediators: Exploring their Impact on Implementing Internal Peace Agreements
    Modern research on international mediation has mainly focused on the impact of mediation on armed intra-state conflicts, emphasizing successfully completed ceasefires and peace agreements. Scholars have largely ignored the immense influence mediation exerts on the implementation processes of peace agreements. Accordingly, this dissertation aims at closing a research gap, analyzing the impact of pure and power mediation on long-term, implemented intra-state peace agreement processes. To explain why some agreements have been successfully implemented, whereas others have experienced less progress, one must duly acknowledge the third-party mediators’ performance which involves leverage power, facilitation, persuasion, monitoring, verification, dispute resolution, confidence-building, providing security and spoiler prevention, planning timetable and arranging financial support for the implementation process.
    The dissertation is supervised by Prof. Anja Jetschke (International Relations, Göttingen), Prof. Isak Svensson (Peace and Conflict Research, Uppsala) and Dr. Jonathan Hall (Peace and Conflict Research, Uppsala)



Arbeitsbereich Vergleichende Politikwissenschaft und Politische Ökonomie (Prof. Dr. Andreas Busch)

  • Philip Smets
    Arbeitstitel: Der Protestantismus in den Neuen Sozialen Bewegungen der 1970er und 1980er Jahre in der BRD.
    Das Projekt untersucht die Rolle protestantischer Akteure innerhalb der so genannten Neuen Sozialen Bewegungen (NSB) in den 1970er und 1980er Jahren in Westdeutschland und ist damit an der Schnittstelle zwischen vergleichender Politikwissenschaft, Zeitgeschichte und sozialwissenschaftlicher Bewegungsforschung angesiedelt. Es wird ein Beitrag zu der Frage geleistet, aus welchen Motiven, mit welchen Zielen und mit welchen Ressourcen protestantische Akteure in den NSB mitwirkten. Zur Bearbeitung dieser Frage wird methodisch ein Vergleich zwischen der Friedens-, der Anti-Atom- und der Frauenbewegung angestrebt und das protestantische Engagement jeweils in den breiteren Zusammenhang der weiteren Spektren der einzelnen Bewegungen eingeordnet.
    Betreut wird die Dissertation von Prof. Dr. Andreas Busch am Lehrstuhl für Vergleichende Politikwissenschaft und Politische Ökonomie. Zusätzlich ist sie im Rahmen des Unterprojekts „Politische Mitwirkung“ an die Arbeit der interdisziplinär ausgerichteten DFG-Forschergruppe 1765 „Der Protestantismus in den ethischen Debatten der Bundesrepublik Deutschland von 1949 – 1989“ angebunden, die die Rolle und den gesellschaftlichen Einfluss protestantischer Akteure in der Phase der alten Bonner Republik in der Zeit von 1949 bis 1989 untersucht (mehr zur DFG-Forschergruppe 1765).
  • Lavinia Zinser
    Arbeitstitel: Konflikte, Koalitionen und Entscheidungsprozesse zur Regelung der Netzneutralität in der EU-Telekommunikationspolitik (2005-2016)
    In diesem Promotionsprojekt wird untersucht, was den Politikwandel in der Netzneutralität auf europäischer Ebene erklärt, der sich ungeachtet höchst konflikthafter Debatten sowie vielfach divergierender Interessen und Auffassungen der beteiligten Akteure hinsichtlich des policy-Problems durchgesetzt hat. Anhand der beiden bisherigen gesetzlichen Regelungen zur Netzneutralität in der EU-Telekommunikationspolitik werden die Wege zu Politikwandel mit der theoretischen Fundierung des Advocacy-Koalitionen-Ansatzes (ACF) überprüft. Die empirische Untersuchung wird dabei auf Basis von Dokumenten der beiden offiziellen Gesetzgebungsverfahren und vorbereitender öffentlicher Konsultationen über inhaltsanalytische Verfahren umgesetzt.



Arbeitsbereich Politische System der BRD (Prof. Dr. Simon Fink)

  • Jenny Rademann
    Arbeitstitel: The Road Ahead? Institutions for transport infrastructure planning beyond business-as-usual in Germany
    Transport policy is a core field in the striving for more sustainable societies. There is a scientific consensus, that a shift from car-based individual transport to rail-based modes of transportation is required. Among other measures, this demands a new focus in transport infrastructure planning. Planning being primarily an executive task, bureaucracies assume a crucial role in this process. Building on document analysis, descriptive statistics and expert interviews with members of the ministerial bureaucracies, this thesis will flesh out for the case of the German Federal Transport Infrastructure Network Plan how decision-making processes within bureaucracies shape policy outputs in transport infrastructure planning. It thereby will contribute to the understanding of bureaucratic politics in the transport sector and provide insights, that are necessary for the attainment of more sustainable transport infrastructure planning.
    Thesis Committee
    Prof. Dr. Simon Fink (Professur für das politische System der Bundesrepublik Deutschland, Göttingen), Prof. Dr. Eva Ruffing (Osnabrück), Prof. Dr. Jale Tosun (Heidelberg)



Arbeitsbereich Politikwissenschaft/ Didaktik der Politik (Prof. Dr. Monika Oberle)

  • Märthe Stamer
    Arbeitstitel: Die Veränderbarkeit von EU-bezogenem politischen Wissen, politischem Interesse und politischen Einstellungen von jungen, durch politische Bildung wenig erreichten Menschen in Deutschland
    Im Rahmen des geplanten Promotionsvorhabens soll erhoben werden, über welches EU-bezogene politische Wissen, politisches Interesse und welche EU-bezogenen politischen Einstellungen junge, von politischer Bildung wenig erreichte Menschen verfügen und ob (und wenn ja, wie) diese sich durch eine gezielte, zielgruppenspezifische Intervention zum Thema EU und Europa verändern. Die empirische Erhebung soll in (berufs-)schulischen sowie außerschulischen Settings stattfinden.
  • Marcel Grieger
    Arbeitstitel: Selbstwirksamkeitserwartungen angehender und praktizierender Lehrkräfte zum Unterrichten von Gesellschaftslehre. Messung – Ausprägung – Prädiktoren
    Wissenschaftlicher Mitarbeiter/Promovend im „Schlözer Programm Lehrerbildung“
    In Verbundfächern wie Gesellschaftslehre können angehende Lehrkräfte nicht vollumfänglich ausgebildet werden. Ob sie trotz fehlender Fakultas an ihre Fähigkeit glauben, fachdidaktisch guten Unterricht abhalten zu können und über ausreichend Fachwissen verfügen, wird mit einem neuen Fragebogen quantitativ untersucht. Die Entwicklung und Validierung dieses Messinstruments ist Gegenstand des Promotionsprojekts.



Arbeitsbereich Politische Theorie und Ideengeschichte (Prof. Dr. Tine Stein)

  • Sven Altenburger
    Arbeitstitel: The Constitutional Duties of Citizens (gefördert von der Friedrich-Ebert-Stiftung)
    Conceptions of citizenship within contemporary political theory are predominantly based on rights, identity, or civic virtue. Contrary to this, in my PhD Project I intend to advance a duty-based account of citizenship, which holds a number of descriptive and prescriptive merits. More specifically, I engage in a historical, institutional, and theoretical reconstruction and rethinking of the American and German constitutional traditions, pertaining in particular to taxation, military service, and schooling.
  • Kim-Kathrin Lewe
    Arbeitstitel: „Nachhaltiges Verhalten als Politik? Zur politischen Bedeutung zeitgenössischer Initiativen in der ökologischen Transformation“ (Das Promotionsvorhaben im Projekt „Endliche Welt und nachhaltiges Verhalten als Politik. Zur ökologischen Transformation der Gesellschaft“ (Prof. Tine Stein) ist Teil des DFG-geförderten, kooperativen Rahmenprojektes „Politik und Ethik der Endlichkeit“ mit der CAU Kiel.)
    Zeitgenössische gesellschaftliche Initiativen wie Urban Gardening, Verbraucher-Erzeuger Gemeinschaften und Bürgerenergiegenossenschaften übersetzen die ökologische Krise beispielhaft in nachhaltige Handlungsstrategien und direkte Problemlösungsmodelle jenseits des Staates. Das Vorhaben widmet sich einer kritischen Reflexion dieser Initiativen mit Blick auf ihren Beitrag zur ökologischen Transformation der Gesellschaft und stellt die zentrale Frage nach ihrem spezifisch politischen Gehalt. Ausgehend von einer politisch-soziologischen Bestandsaufnahme und einer politiktheoretischen Analyse zu Politikbegriffen und demokratischen Potenzialen soll geklärt werden, inwiefern sich diese nachhaltigen Verhaltensweisen als genuin politisch qualifizieren lassen und ob darin womöglich eine „neue Form“ von Politik erkennbar wird.
  • André Rathfelder (Kiel)
    Dissertation zum Thema „Ökologische Krise und ökologische Transformation im zeitgenössischen politischen Denken in Deutschland“, gefördert durch ein Promotionsstipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes. Im Zentrum steht die Frage, wie Denkerinnen und Denker mit verschiedenen politischen Selbstzuordnungen die Herausforderung „ökologische Krise“ in ihr Denken integriert haben bzw. integrieren. Davon ausgehend wird untersucht, inwiefern die diesbezüglich einschlägigen Werke als Ausdruck einer in den 1970er- und 80er-Jahren neu entstehenden Denkströmung eines ökologischen politischen Denkens verstanden werden können.