Einfluss von Düngung, Pflanzenschutzmitteln und Wachstumsregulatoren auf Wachstum und Ertrag alter und neuer Winterweizensorten

Forschungsprojekt in Kooperation mit den Universität Bonn

In einem Dauerfeldversuch an der Universität Bonn (Dikopshof) konnte auf gut mit Nährstoffen versorgten Flächen ein kontinuierlicher Anstieg der Weizenerträge im Laufe des 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts von etwa 2 auf bis zu 10 t/ha beobachtet werden. Bei Parallelanbau aller im Versuch genutzten, zwischen 1895 und 2007 zugelassenen, Weizensorten in den Jahren 2014/15 und 2015/16 hat sich gezeigt, dass auch sehr alte Sorten hohe Erträge, die mit denen von modernen Sorten vergleichbar sind, erzielen können. Somit kann der im Langzeitversuch beobachtete Ertragszuwachs nicht primär durch den Züchtungsfortschritt erklärt werden. In einem Feldversuch der Abteilung Pflanzenbau der Universität Göttingen soll herausgefunden werden, welchen Einfluss der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Wachstumsregulatoren auf die Ertragsunterschiede zwischen alten und modernen Sorten hat.

Der Feldversuch ist im Oktober 2018 auf dem Versuchsgut Reinshof der Universität Göttingen (Schwarzerde-Parabraunerde) angelegt worden. Das wichtigste Prüfmerkmal ist der Kornertrag, weitere Prüfmerkmale sind u.a. die Entwicklung der ober- und unterirdischen Biomasse, die Entwicklung des Blattflächenindexes, die phänologische Entwicklung sowie Treibhausgasemissionen. Folgende Faktoren und Faktorstufen werden getestet:

# Faktor Faktorstufen
1 Sorte 16 Sorten, zugelassen im Zeitraum 1895-2007
2 Düngung 3 Stufen (Nulldüngung, mittel, hoch)
3 Pflanzenschutz 2 Stufen (ja, nein)
4 Wachstumsregulatoren 2 Stufen (ja, nein)

Der Versuch besteht aus 12 Blöcken, in denen jeweils die 16 Sorten randomisiert enthalten sind, so dass insgesamt 192 Parzellen vorliegen.

Zahlreiche Parameter werden im Feld erhoben um die Forschungsfragen zu beantworten. Beispielsweise soll im Rahmen von Bachelorarbeiten erforscht werden, welchen Effekt der Pflanzenschutzmittel- und Wachstumsreglereinsatz auf den Kornertrag alter und neuer Weizensorten hat. Auch die Architektur der Pflanzen und Pflanzenbestände soll untersucht werden. So ist es interessant zu erfassen, wie sich die Anzahl, Höhe und Stellung der Blätter bei den Weizensorten unterscheidet und sich schließlich die Lichtausnutzung verhält. Frühere Untersuchungen zur Phänologie der unterschiedlichen Sorten haben ergeben, dass sich die Zeit zwischen der Blüte und der physiologischen Reife und damit die Kornfüllungsphase bei neueren Sorten verlängert hat. Auch diesbezüglich soll neben dem Sorteneffekt der Effekt der unterschiedlichen Managementstrategien untersucht werden. Im Rahmen einer Masterarbeit soll zudem untersucht werden, ob sich alte und neue Weizensorten hinsichtlich der Durchwurzelung (Tiefe und Intensität) unterscheiden. Auch die Effekte der Düngung und des Wachstumsreglereinsatzes sollen hier berücksichtigt werden. In einer weiteren Masterarbeit soll der Einfluss der Weizensorte (alt vs. modern) sowie des Wachstumsreglereinsatzes auf Treibhausgasemissionen untersucht werden. Weitere Themen für Abschlussarbeiten finden sich unter der Rubrik „Lehre“.

Beteiligte aus der Arbeitsgruppe:
Katharina Hey (verantwortlich)
Prof. Dr. Stefan Siebert
Dr. Ehsan Eyshi Rezaei
Dr. Catharina Meinen
Dr. Ana Meijide
Dr. Hamideh Nouri

Laufzeit:
Es ist beabsichtigt den Versuch im Jahr 2019 zu wiederholen.

Projektpartner:
Dr. Hubert Hüging, Dr. Hella Ahrends, Dr. Thomas Gaiser (Arbeitsgruppe Pflanzenbau, Universität Bonn)