Abteilung Pflanzenbau

Entwicklung eines operationellen, multisektoralen, globalen Vorhersagesystems für Dürregefahren - Projekt OUTLAST gestartet

dry soil global

01.09.2022: Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Entwicklung des weltweit ersten operationellen, multisektoralen, globalen Vorhersagesystems für Dürregefahren durch das Verbundprojekt OUTLAST. Das Vorhersagesystem soll die Bereiche 1) Wasserversorgung, 2) Flussökosysteme, 3) nichtlandwirtschaftliche terrestrische Ökosysteme, 4) den Regenfeldbau, sowie 5) den Bewässerungslandbau abdecken und monatlich Indikatoren bereitstellen, die die Entwicklung von Dürregefahren in einem 6-monatigen Vorhersagezeitraum räumlich explizit darstellen. Diese Indikatoren werden öffentlich frei verfügbar gemacht als Bestandteil des Global Hydrological Status and Outlook System (HydroSOS) der World Meteorological Organization (WMO).

Das Verbundprojekt mit Partnern am Institut für Physische Geographie (IPG) der Goethe-Universität Frankfurt am Main, dem Institut für Meteorologie und Klimaforschung (IMK-IFU) am Karlsruher Institut für Technologie sowie dem Internationalen Zentrum für Wasserressourcen und Globalen Wandel (ICWRGC) an der Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz wird koordiniert durch die Abteilung Pflanzenbau. Weitere Aufgaben der Abteilung Pflanzenbau sind die Entwicklung operationeller saisonaler Dürregefahrvorhersagen für den Bewässerungsfeldbau sowie den Regenfeldbau und die Integration des Vorhersagesystems in das übergeordnete, multisektorale Vorhersagesystem, sowie die systematische Evaluation des multisektoralen Vorhersagesystems auf globaler Skala sowie auf regionaler Ebene in Zusammenarbeit mit regionalen Pilotanwendern.

Anprechpartner(innen) in der Abteilung Pflanzenbau:


DFG SFB1502 wird eingerichtet - Abteilung Pflanzenbau mit Teilprojekt dabei

Beregnung

25.11.2021: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG richtet 14 neue Sonderforschungsbereiche ein. Gefördert wird auch der SFB1502 „Regionaler Klimawandel: Die Rolle von Landnutzung und Wassermanagement“ (DETECT).

In diesem Sonderforschungsbereich wird untersucht werden, in wie weit der vom Menschen verursachte Landnutzungswandel und ein intensiviertes Wassermanagement das regionale Klima beeinflussen – und dadurch zu unbeabsichtigten Veränderungen im natürlichen regionalen Wasser- und Energiekreislauf führen. Sprecher des Verbunds ist Prof. Dr. Jürgen Kusche von der Universität Bonn. Weitere Partner neben der Universität Göttingen sind das Forschungszentrum Jülich, der Deutsche Wetterdienst (DWD) sowie die Universität Köln.

Die Abteilung Pflanzenbau wird im Teilprojekt B05 die Rolle landwirtschaftlicher Bewässerung bei der Veränderung lokaler und regionaler Wasserflüsse untersuchen. In der ersten Projektphase liegt dabei der räumliche Schwerpunkt auf Europa.

Weitere Informationen:
Doktorand(inn)en und Postdocs gesucht - offene Stellen im SFB
Teilprojekt an der Universität Göttingen
Zentrale Webseite des Sonderforschungsbereiches
Pressemitteilung 48 der DFG zu den 14 neuen Sonderforschungsbereichen
Pressemitteilung der Universität Bonn zur Einrichtung des SFB1502

Anprechpartner in der Abteilung Pflanzenbau:


Veränderte Schneeschmelze gefährdet Versorgung mit Bewässerungswasser - Artikel in Nature Climate Change

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April 2021: Auszeichnung des Artikels durch die Herausgeber von Nature Climate Change
Anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Zeitschrift Nature Climate Change wurde unser Artikel als einer von 11 herausragenden Beiträgen hervorgehoben und ausgezeichnet.

20.04.2020: In einem heute in der Zeitschrift Nature Climate Change veröffentlichten Beitrag wird auf globaler Skala untersucht wie sich die Verfügbarkeit und der Bedarf an Bewässerungswasser durch den Klimawandel verändert. Im Mittelpunkt stehen dabei Veränderungen der Schneeschmelze. So trägt in vielen Gebieten die Schneeakkumulation in der kalten Jahreszeit und die Schmelze des Schnees im Frühjahr und Sommer wesentlich zur Versorgung mit Bewässerungswasser bei. Durch den Klimawandel verändert sich die Länge der Periode in der Schnee fällt sowie der Zeitpunkt und die Geschwindigkeit der Schneeschmelze.

Basierend auf Simulationsergebnissen eines hydrologischen Modelles sowie eines Pflanzenwassermodelles wird in der Studie der direkte Beitrag der Schneeschmelze zur Deckung des Bewässerungswasserbedarfes in den Wassereinzugsgebieten der Welt für den Zeitraum 1986-2015 berechnet und anschließend verglichen mit Simulationsergebnissen bei einer Erwärmung von 2°C und 4°C.

Es wird gezeigt, dass etwa 600 Millionen Menschen in Wassereinzugsgebieten leben in denen mehr als die Hälfte des Oberflächenabflusses aus der Schneeschmelze stammt. Der Anteil der Produktion im Bewässerungslandbau in diesen Einzugsgebieten beträgt etwa 40% bei Gerste und Roggen sowie 20% bei Zuckerrüben, Kartoffeln, Weintrauben, Sonnenblumen und Baumwolle. Durch die globale Erwärmung verringert sich das Schmelzwasservolumen und die Schneeschmelze setzt früher im Jahr ein. In den meisten Einzugsgebieten kann die Verringerung der Verfügbarkeit von Bewässerungswasser aus der Schneeschmelze nicht durch erhöhte Regenfälle ausgeglichen werden. Insbesondere in Südeuropa (Po, Ebro, Rhone), Zentralasien sowie Nordamerika sind daher Anpassungsmaßnahmen wie die verstärkte Nutzung von Grundwasser, die verstärkte Speicherung von Wasser in Stauseen oder der Wassertransport über Einzugsgebietsgrenzen hinweg nötig.

Die Studie entstand in Zusammenarbeit mit 11 US-amerikanischen Forschungsteams. Die Arbeitsgruppe Pflanzenbau hat Simulationsergebnisse zum monatlichen Bewässerungswasserbedarf der unterschiedlichen Feldfrüchte beigetragen sowie konzeptionelle Beiträge geleistet.

Link zum Artikel in Nature Climate Change
Link zur Presseerklärung der Universität Göttingen

Anprechpartner in der Abteilung Pflanzenbau: