Richtik Deutsch
Herzlich Willkommen auf der Seite des Fallarchivs Richtik Deutsch
Die Plattform für literaturdidaktische Unterrichtsforschung an der Universität Göttingen ermöglicht fallbasiertes Lernen, Lehren und Forschen. Es richtet sich an Studierende, Dozierende und Forschende, die sich empirisch mit Unterrichtsprozessen im Fach Deutsch auseinandersetzen möchten.
Zur Konzeption
Das Fallarchiv Realistische Fachdidaktik Deutsch (RICHTIK Deutsch) verfügt über eine umfangreiche Sammlung von Interaktionsprotokollen und Unterrichtsmaterialien aus dem Deutschunterricht. Das Datenmaterial umfasst sieben Unterrichtsreihen mit 98 Deutschstunden aus unterschiedlichen Schulformen der Sekundarstufe. aus unterschiedlichen Schulformen und Jahrgangsstufen. Im Kontext des Lehramtstudiums Deutsch dient das Fallarchiv als Datengrundlage für forschungsorientiertes Lernen. Ziel ist es, praxisnahe Analysen und Reflexionen didaktischen Handelns zu ermöglichen und so die Professionalisierung angehender Lehrkräfte zu unterstützen. Die im Unterricht wirksamen Strukturen der Vermittlungs- und Aneignungsprozesse können empirisch rekonstruiert und theoretisch reflektiert werden. „Literaturvermittlung als eine pädagogische Praxis ist wie alle sozialen Praktiken selbst notwendigerweise normativ strukturiert [...]. Daher lassen sich die Normen, an denen sich die Teilnehmer dieser kommunikativen Praxis orientieren, prinzipiell rekonstruieren“ (Pflugmacher 2011, 123). Die Archivdaten machen authentisches Unterrichtsgeschehen für Forschung und Lehre zugänglich und trägt dazu bei, die Komplexität pädagogischer Praxis empirisch sichtbar und didaktisch fruchtbar zu machen. Hier finden Sie eine kurze Übersicht über die einzelnen Unterrichtsreihen:
- A) Vierstündige Unterrichtsreihe zur Kurzgeschichte „Brudermord im Altwasser“ (Georg Britting) (Sek. I, 8. Klasse): Im Zentrum der ersten Stunde stehen die Wirkung der Bildlichkeit und die Eingangsbeschreibung der Kurzgeschichte. In der anschließenden Doppelstunde wird die Schuldfrage handlungs- und produktionsorientiert bearbeitet.
- B) Aufklärung: „Nathan der Weise“ (Lessing) (Sek. II) : Im Fokus stehen Fragen danach, wie Figurenperspektiven im Unterricht erschlossen und für Deutungen fruchtbar gemacht werden können. Zugleich wird sichtbar, welche Anforderungen diese Perspektivarbeit an Lernende stellt.
- C) Literaturgeschichte zwischen Aufklärung und Moderne (Sek II. Gk Jg. 12): Die Reihe behandelt literaturgeschichtliche Entwicklungen von der Aufklärung über die Romantik bis zur Moderne anhand dreier zentraler Texte: Lessings Nathan der Weise, Hoffmanns Der Sandmann und Kafkas Die Verwandlung.
- D) Gegenwartsliteratur (Sek II.): Zwischen Inhaltsangabe und Produktion verfassen die Schüler:innen zunächst Inhaltsangaben zu ausgewählten Texten. Darauf aufbauend entwickeln sie produktionsorientiert ein alternatives Ende und setzen dieses als kurzes Filmkonzept bzw. Kurzfilm um (u. a. Tote Mädchen lügen nicht (Jay Asher), Der Junge im gestreiften Pyjama (John Boyne), Erebos (Ursula Poznanski), Das Schicksal ist ein mieser Verräter (John Green).
- E) Thomas Mann: „Der Tod in Venedig“ (Sek. II. GK): Die Lerngruppe setzt sich umfassend mit zentralen Fragen der Novelle auseinander. Didaktisch im Fokus stehen u. a. Symbolverstehen, Formen der Kontextualisierung sowie der Umgang mit Autorschaft und Erzählperspektive im Prozess der gemeinsamen Lektüre und Interpretation.
- F) Rhetorik und Buchvorstellung (Sek. II): Thematisiert werden Formen und Funktionen der Buchvorstellung, Kriterien gelingender Präsentationen sowie adressatengerechtes Sprechen und Feedback im Unterricht.
- G) Verfassen eines Berichts (Sek. I): Im Mittelpunkt stehen Merkmale der Textsorte Bericht, die Auswahl und Ordnung von Informationen, eine sachlich-präzise Darstellung sowie Überarbeitung auf der Grundlage von Kriterien und Rückmeldungen.
Hier finden Sie einen Überblick über alle Publikationen, die im Rahmen des Projekts entstanden sind oder noch entstehen. Wir wären Ihnen sehr dankbar, wenn Sie uns entsprechende Veröffentlichungen mitteilen könnten.
Kontakt:
richtik@uni-goettingen.de
Aktuelle Projektleitung:
Lydia Brenz
lydia.brenz@uni-goettingen.de
Dank:
Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Lehrpersonen und Schulen für die Unterstützung unseres Projekts.