Funktionelle Diversität und biotische Interaktionen in tropischen Ökosystemen im Kontext globalen Wandels

Forschungsinteressen

Klimatischer Wandel sowie die stetige Intensivierung der Landnutzung gehören zu den wichtigsten Bedrohungen für die Ökosysteme unseres Planeten. Zum Beispiel ist sehr gut dokumentiert, wie Habitatfragmentierung und/oder Waldrodung zu teilweise drastischen Verlusten von Artenreichtum und Veränderungen der Zusammensetzung von Gemeinschaften führen können. Allerdings verstehen wir noch nicht besonders gut, wie solche Veränderungen wiederum Ökosystemprozesse beeinflussen. Viele dieser Prozesse, wie z.B. Samenausbreitung und Bestäubung profitieren von biotischen Interaktionen, was in den Tropen besonders offensichtlich ist (z.B. werden die Samen von bis zu 90% der hölzernen Pflanzen in den Tropen von Tieren verbreitet). Es ist aber sehr schwer in den hyper-diversen Gemeinschaften vieler tropischer Ökosysteme, die Auswirkungen des globalen Wandels auf solche Prozesse zu messen.
Untersuchungen zur funktionellen Diversität im Kontext mit globalem Wandel werden seit jüngerer Zeit immer beliebter. Zum Beispiel können bestimmte Merkmale von Arten den Beitrag dieser Art zu einem bestimmten Ökosystemprozess (wie Samenausbreitung oder Bestäubung) widerspiegeln. Deshalb kann es uns vielversprechende Einsichten in den Zusammenhang zwischen den Treibern globalen Wandels und Ökosystemprozessen geben, wenn wir untersuchen, wie etwa Abundanz und Verbreitung bestimmter funktioneller Merkmale entlang von Umweltgradienten schwanken.
Ähnlich verhält es sich mit der Untersuchung komplexer Interaktionsnetzwerke. Diese erlauben uns ein gesamtheitlicheres Verständnis der Mechanismen, die Ökosystemprozesse auf der Ebene von Gemeinschaften formen, und erlauben es uns solche Prozesse zwischen Ökosystemen und entlang von Umweltgradienten zu vergleichen, um folglich die Effekte des globalen Wandels besser zu verstehen.

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