Forschungsschwerpunkte

Die Forschungsinteressen von Prof. Dr. Mann sind zum einen im Schnittbereich von Öffentlichem Recht und Zivilrecht angesiedelt, insbesondere mit Blick auf die staats- und verwaltungsrechtlichen Rahmenbedingungen einer Zusammenarbeit von Staat und Privaten bei der Erledigung von Verwaltungsaufgaben sowie bei den sich aus der Verzahnung verwaltungsrechtlicher Vorgaben mit dem Wettbewerbs- und Gesellschaftsrecht ergebenden Rechtsanwendungsproblemen. Darüber hinaus sind seine Arbeiten von der transdisziplinären Verschränkung des Verwaltungsrechts mit den Erkenntnissen der Ingenieur- und den Wirtschaftswissenschaften geprägt.

Daraus resultieren Arbeitsschwerpunkte in den Bereichen des Kommunalrechts, des Berufsrechts der Freien Berufe, des Öffentlichen Wirtschaftsrechts und des Energie- und Umweltrechts, hier insbesondere bei Rechtsproblemen des Abfall-, Berg- und Atomrechts. Hinzu treten verfassungsrechtliche Forschungsinteressen vornehmlich im Landesverfassungsrecht, den Verfahren der Gesetz- und Verordnungsgebung sowie bei den wirtschaftsrelevanten Grundrechten.

In seiner Dissertationsschrift „Abfallverwertung als Rechtspflicht“ (1991) hat sich Prof. Dr. Mann mit der rechtlichen Einhegung der technischen und ökonomischen Voraussetzungen der seinerzeit noch neuen Verwertungsidee befasst und u.a. in Auseinandersetzung mit den Erkenntnissen der ökonomischen Distributionslehre das Rechtsmodell eines rückwärtsgerichteten Distributionskanals entwickelt, das später auf der Basis der Verpackungsverordnung als sog. „Duales System“ rechtlich verbindlich und für uns heute selbstverständlich geworden ist. In seiner Habilitationsschrift „Die öffentlich-rechtliche Gesellschaft“ (2002) hat Prof. Dr. Mann die mit der Organisation Öffentlicher Unternehmen in Rechtsformen des Kapitalgesellschafts strukturell einhergehenden Einwirkungs- und Steuerungsverluste untersucht und darauf aufbauend de lege ferenda ein Organisationsmodell für öffentliche Unternehmen auf der Basis der Anstaltsverfassung entwickelt, das nachfolgend bis zum Ende der sog. „Nullerjahre“ von alle deutschen Landesgesetzgebern mutatis mutandis als Organisationsalternative für Kommunalunternehmen im kommunalen Wirtschaftsrecht eingeführt haben (vgl. in Nds. §§ 141 ff. NKomVG). Mit seinem Referat „Großvorhaben als Herausforderung für den demokratischen Rechtsstaat“ auf der Jahrestagung der Vereinigung Deutscher Staatsrechtlehrer im Jahr 2012 hat Prof. Dr. Mann in Abgrenzung zu den sozialwissenschaftlichen Akzeptanz- und Legitimationsmodellen u.a. ein Kaskadenkonzept entscheidungsadäquater Öffentlichkeitsbeteiligung entwickelt, das in der gegenwärtigen Diskussion um eine Beschleunigung der Energiewende wieder verstärkt diskutiert wird.

Für weitere Veröffentlichungen sei auf das nebenstehende Schriftenverzeichnis verwiesen.


Aktuelle größere Forschungsprojekte

  • Funktionsbedingungen der dritten Gewalt (gefördert durch die Alexander von Humboldt-Stiftung)
  • Rechtsfragen der Erdverkabelung von 380 kV-Höchstspannungsleitungen
  • Die Verantwortlichkeit des Straßenbaulastträgers für die Anforderungen der Sicherheit und Ordnung bei Bau und Unterhaltung von öffentlichen Verkehrsanlagen
  • Handbuch der kommunalen Wissenschaft und Praxis, 3. Auflage, Band III (Kommunale Aufgaben und Instrumente ihrer Erfüllung), Band IV (Kommunale Finanzen)