Geschichten von Studierenden


Ein Leben zwischen Kacheln und Normalität

Studieren während einer Pandemie, damit haben wir alle nicht gerechnet, als wir unser Studium begannen. Das Leben von Studierenden an unserer Fakultät ist zurzeit sicher anders als Sie es damals erleben durften. Unser Alltag ist zumeist von sehr vielen Kacheln geprägt. Ob Online-Seminare, Online-Vorlesungen oder Online-Gremiensitzungen, fast alles findet digital statt. Manchmal befinden sich Köpfe in diesen Kacheln und manchmal nur weiße Namen auf schwarzem Grund, wenn die Internetverbindung es nicht anders zulässt oder wenn andere Dinge während des Seminars wichtiger sind.
Bei all diesen eher negativen Aspekten des Studiums in einer Pandemie werden in diesem neuen Unialltag die Ereignisse und Begegnungen besonders wertgeschätzt, die über den Kachelrand hinausgehen und jenseits davon stattfinden. Die Theologische Fakultät hebt sich den anderen Fakultäten gegenüber gewiss durch Einiges hervor, aber ganz besonders durch ihren wunderschönen Innenhof im Theologicum. Dieser ermöglichte es uns im Sommer, bei lauen Temperaturen, als erste Präsenzveranstaltung nach eineinhalb Jahren, das traditionelle Sommerfest der Theologischen Fakultät stattfinden zu lassen. Es war im wahrsten Sinne des Wortes ein „Meet and Greet“. Für Studierende, die sich bisher nur anhand ihrer Stimmen kannten, die erstmals mehr als den Kopf ihrer Dozent*innen zu Gesicht bekamen und die überhaupt zum ersten Mal einen Fuß ins Theologicum setzen. Es war ein „Meet again“ für diejenigen, die schon länger in Göttingen studieren, aber dennoch einige ihrer Kommiliton*innen und Dozent*innen seit über einem Jahr nicht gesehen hatten. Überall war die Freude über diese Begegnungen und Wiedersehen deutlich zu spüren und es herrschte das wunderbare Gefühl von ein wenig Normalität. Das Fest dauerte bis in die Nacht und rief allen in Erinnerung, dass das Fakultätsleben auch in einer Pandemie mehr ist als Videokonferenzen in den eigenen vier Wänden.
Gestärkt durch dieses (fast) normale Sommerfest starteten wir in diesem WiSe 2021/2022 endlich wieder mit einer hauptsächlich präsentischen O-Woche, die nicht nur den neuen Erstis viel Freude bereitete. Hinzu kam Ende November das traditionelle Laternenbasteln und der daran anschließende gut besuchte Laternenlauf, der mit einem besinnlichen Glühweintrinken in der Fakultät abgerundet wurde.
Voller Vorfreude erwarten wir nun die Sommermonate 2022, in denen wir hoffentlich das Fakultätsleben wieder aufblühen lassen können und das erleben, was unsere Fakultät so sehr auszeichnet: den engen Kontakt innerhalb der Studierendenschaft, den guten und fruchtbaren Austausch in (kleinen) Präsenzseminaren, die intensive Zusammenarbeit zwischen allen Statusgruppen, die Nähe zu den Dozierenden, das kalte Bier beim Meet & Greet im Theo.

Elisabeth Behr und Felicitas Butzer