Prof. Dr. Margarete Vöhringer

Profes­sur für Ma­ter­ia­li­tät des Wis­se­ns

Bitte beachten Sie, dass meine Professur derzeit durch Dr. Jana August vertreten wird. Für Fragen zu laufenden Abschlussarbeiten bin ich weiterhin per E-Mail erreichbar. Sprechstundentermine können bei StudIP angemeldet werden.

Materielle Kulturen des Wissens und Kunst als Erkenntnisform

Die Kunstgeschichte untersucht nicht nur Werke der Kunst, sondern auch die komplexen Verflechtungen zwischen Kunst, Wissenschaft, Ökonomie und Politik. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Frage, wie Kunstwerke im Kontext der jeweiligen materiellen Kulturen ihrer Zeit Wissen hervorbringen, vermitteln und stabilisieren.

Die Göttinger Universitätssammlungen und insbesondere die Kunstsammlung bieten hierfür ein breites Forschungsfeld, das auch neue Lehr- und Lernformen ermöglicht: In interdisziplinären Objektseminaren können Studierende konkrete Sammlungsobjekte als Träger und Vermittler von Wissen untersuchen und ihre Erkenntnisse anschließend in Ausstellungen am Forum Wissen öffentlich zur Diskussion stellen. Kunstwerke erscheinen dabei nicht lediglich als passive Zeugnisse historischer Prozesse, sondern können – im Sinne der materiellen Kulturforschung – eine gewisse Co-Aktivität entfalten: Sie verknüpfen Menschen, Ideen und Institutionen und hinterlassen Spuren historischer Transformationen.

An diese Perspektive schließt die moderne und zeitgenössische Kunst in besonderer Weise an. Der Realismus, die Avantgarden, aktivistische Bewegungen der Nachkriegszeit und die Konzeptkunst haben die Motive der Kunst ebenso wie die Strukturen der Wahrnehmung, die Logiken des Sammelns und die Grenzen des Wissens immer wieder infrage gestellt. Kunst kann daher als Erkenntnisform verstanden werden, die bestehende Wissensordnungen sichtbar macht, kritisch hinterfragt und neue Zugänge zu ihnen eröffnet.

Daraus ergeben sich auch ethische und politische Fragen: nach Verantwortlichkeit in materiell-diskursiven Netzwerken, nach mehr-als-menschlichen Öffentlichkeiten sowie danach, wer Zugang zu Wissen erhält, welche Perspektiven sichtbar werden und welche durch Sammlungs- und Ausstellungspraktiken marginalisiert bleiben.

Interview zur Professur

Objektbasierte Lehre


  1. Wechselbeziehungen zwischen Kunst und Wissenschaft
    (Russische Avantgarde, Fluxus, Konzeptkunst, Stereophotographie, Kunst und Aktivismus, Mixed Media)
  2. Geschichte des Sammelns und Ausstellens
    (Graefe-Museum, materielle Objekte als Forschungsquellen, sammelnde Künstler:innen)
  3. Methoden der Kunst- und Wissensgeschichte
    (Kulturtechniken des Sehens, Geschichte des Reflexes seit dem 18. Jh., materielle & digitale Lehr- und Lernformate, Transformative Humanities, Lehren/ Lernen zwischen Materialität und KI)



  1. Dr.in Jana August, Vertretungsbeauftragte
  2. Max Gallenkamp, wissenschaftlicher Mitarbeiter
  3. Dr. Angela Strauß, wissenschaftliche Mitarbeitende (Drittmittelprojekte)
  4. Laura Lohmann, studentische Hilfskraft
  5. Tabea Eck, studentische Hilfskraft