Public History


Der Bereich Public History versteht sich als Schnittstelle zwischen Geschichtswissenschaft und Öffentlichkeit. Im Zentrum stehen ebenso Fragen an die unterschiedlichsten medialen Darstellungen von Geschichte in der Öffentlichkeit, wie auch nach potentiellen Berufs- und Beschäftigungsfeldern für Historikerinnen und Historiker. Dazu organisiert der Bereich Public History ein vielfältiges Vortrags- und Studienangebot, das es ermöglicht, unterschiedliche Praxisfelder kennenzulernen und gleichzeitig den öffentlichen Gebrauch von Geschichte kritisch zu reflektieren.


Ringvorlesung „Public History“

Seit 2016 wird jedes Sommersemester am Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte eine Vorlesungsreihe mit universitären und außeruniversitären Expert*innen auf dem Gebiet der Public History veranstaltet. Darin wird auf das gesamte Themenfeld des öffentlichen Gebrauchs von Geschichte eingegangen und an konkreten Beispielen ein Einblick in die Praxis der Public History gegeben. Neben dem Verhältnis von Geschichtswissenschaft und Gesellschaft wird auch auf potentielle Berufs- und Beschäftigungsfelder für Historiker*innen eingegangen. Dabei werden sowohl bisher wenig beachtete Praxisbereiche behandelt, als auch nach den konkreten, zukünftigen Entwicklungen im Bereich der Public History gefragt.

Die für das SoSe 2020 geplante Ringvorlesung "Und was machst Du dann damit? Berufsperspektiven für Geschichtsstudierende“ muss wegen der Corona-Krise leider verschoben werden.

Das SMNG bietet aber eine digitale Vorlesungsreihe an:

NEU: Digitale Vorlesungsreihe Sommersemester 2020
"Resilienzen – Über den Umgang des Menschen mit Pandemien und anderen Katastrophen in der Geschichte"

Seuchen und Katastrophen haben in der Geschichte immer wieder die menschlichen Gemeinschaften bedroht – die vermeintliche Hilflosigkeit ebenso wie die Konfrontation mit dem Tod erschreckt die Menschen bis heute. Stets ging es zunächst darum, die Gefahr richtig wahrzunehmen, ihr nach Möglichkeit vorzubeugen und sich auf ihre Bewältigung vorzubereiten; dann waren Schutz und Hilfe für die Betroffenen bereitzustellen. Schließlich musste versucht werden, unter den geänderten Bedingungen das menschliche Miteinander neu oder anders zu organisieren – und neu zu überdenken, wie im Wiederholungsfall zu verfahren sei. Die digitale Vorlesungsreihe will das Spannungsfeld zwischen der Verletzbarkeit menschlicher Gesellschaften (Vulnerabilität) und ihrem Willen zum Schutz und zur Reorganisation (Resilienz) ausloten.

Nach einer thematischen und begrifflichen Einführung wird zunächst eine Reihe von Krankheitswellen und Naturkatastrophen samt den Folgen und Reaktionen der Gesellschaften von der Antike bis ins 20. Jahrhundert vorgestellt. In einem zweiten Teil der Vorlesungsreihe stehen sodann die Reaktionen, Strategien der Bewältigung und des Schutzes ebenso wie die hiermit verknüpften Diskurse im Fokus, ging es doch in sehr vielen Fällen um die Diskurshoheit und um Fragen der Macht. Zu der Ringvorlesung tragen viele Kolleginnen und Kollegen aus dem Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte, dem Institut für Historische Landesforschung, dem Althistorischen Seminar, dem Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, dem Seminar für klassische Philologie, dem Ostasiatischen Seminar und dem Center für Modern Indian Studies bei und berichten vielfach aus ihren aktuell laufenden Forschungen

Die Vorlesungen werden als Slidecast am jeweiligen Termin spätestens um 18 Uhr bei stud.ip online gestellt. Bitte melden Sie sich für die Vorlesungsreihe in Stud.IP an, um Zugriff auf die Dateien zu erhalten. Wie in jeder Vorlesungsreihe werden keine Prüfungen abgenommen.

"Resilienzen – Über den Umgang des Menschen mit Pandemien und anderen Katastrophen in der Geschichte" UniVZ


Geschichte im Kulturwissenschaftlichen Zentrum

Bei „Geschichte im Kulturwissenschaftlichen Zentrum“ werden in loser Reihenfolge neue Veröffentlichungen von Mitarbeiter*innen des Seminars für Mittlere und Neuere Geschichte öffentlich präsentiert. Von Doktorarbeiten über Sammelbände bis hin zum „dritten Buch“ von Professor*innen werden aktuelle Ergebnisse aus der Forschung kurz und unterhaltsam vorgestellt, um sie anschließend gemeinsam bei einem kleinen Imbiss zu diskutieren.
Ansprechpartner: Dr. Tobias Weidner


Praktika

Das SMNG kooperiert mit über 70 Institution in Göttingen, Niedersachsen und ganz Deutschland, bei denen sich Geschichtsstudierende auf Praktika bewerben können. Darunter sind unterschiedliche Archive, Bibliotheken, Gedenkstätten und Museen, aber auch Bundes- und Leibnizinstitute, Firmen und Agenturen. Die Koordinationsstelle Praktika des Bereichs Public History bietet dazu eine Praktikumsberatung an und informiert, wie Praktika als Studienleistungen angerechnet werden können.


Projektseminare

In den Projektseminaren setzen sich die Studierenden mit dem öffentlichen Gebrauch von Geschichte auseinander. Sie lernen Felder der Geschichtspolitik und Geschichtsrepräsentation kennen und reflektieren Vermittlungsformen von Geschichtsbildern und Erinnerungskulturen. Die Studierenden erarbeiten dabei konkrete „Projekte“ oder nähern sich ihnen theoretisch, wie die Konzeption von Ausstellungen, Stadtrundgänge zu historischen Themen, kleine Theaterprojekte und Science-Performances oder das Erstellen von Onlineinhalten. Ebenso vielfältig wie die Formate sind auch die Themen der Seminare, Luftfahrt und Raumfahrt im 20. Jh., Reenactment, NS-Zwangsarbeit in Göttingen oder Geschichtsbilder in Brett- oder Computerspielen.

Die Projektseminare werden neben den Mitarbeiter*innen des Seminars auch von externen Lehrbeauftragten angeboten. Sie bringen aktuelle geschichtskulturelle Themen in die Lehre ein und haben über ihre Tätigkeit in Museen, Archiven und Vereinen oder als freie Historiker*innen einen starken Bezug zur Public History.

Aktuelle Projektseminare im SoSe 2020
Archiv der Projektseminare