Juristische Fakultät

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Deutscher Studienpreis der Körber-Stiftung 2020: Erster Preis für Frau Dr. Lucia Sommerer

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Selbstauferlegte Gedankenlosigkeit der algorithmischen Wende? - Kriminalwissenschaftliche Untersuchung über die Automatisierung der Kriminalprognose – Dr. Lucia Sommerer erhält den Deutschen Studienpreis der Körber-Stiftung 2020 für ihre Dissertation.


Für ihre Dissertation über Predictive-Policing-Systeme (PDS) hat Dr. Lucia Sommerer den Spitzenpreis von 25.000 EUR in der Sektion Geistes- und Kulturwissenschaften der Körber-Stiftung für das Jahr 2020 erhalten. Die Stiftung prämiert jährlich gesellschaftlich besonders bedeutsame Arbeiten. Die Juristische Fakultät gratuliert herzlich zu dieser ehrenvollen Auszeichnung!

Verbrechen verhindern, bevor sie geschehen? Dieses verlockende Narrativ ist nicht länger nur Stoff des Science-Fiction Genres. Computergestützte Systeme mit dem Ziel, kriminelles Verhalten vorauszusagen werden heute auch in Deutschland eingesetzt. Die Juristin Dr. Lucia Sommerer geht den gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen dieser Technologie mit interdisziplinärem Zugang (rechtswissenschaftlich, kriminologisch, soziologisch) auf den Grund. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass die Technologie eine Aushöhlung einer Vielzahl verfassungsrechtlicher Garantien mit sich bringt und selbst bei Einhaltung eines engen rechtlichen Rahmens Risiken für Rechtsstaat und Gesellschaft bestehen. Insbesondere droht sich die Kriminalitätskontrolle bei unreflektiertem Einsatz der Technologie in eine – in Anlehnung an Hannah Arendt – selbstauferlegte algorithmische Gedankenlosigkeit zu begeben. Die Arbeit schließt mit einem Vorschlag für Mindestanforderungen, an denen sich computergestützte Kriminalprognosen in Zukunft orientieren sollten.

Dr. Lucia Sommerer, LL.M. (Yale) promovierte an der Juristischen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen. Sie hat zuvor in München, Oxford und Yale Jura studiert. Sie ist seit 2016 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl von Prof. Dr. Katrin Höffler und seit 2018 Fellow des Information Society Project der Yale Law School.

Deutscher Studienpreis der Körber-Stiftung 2020

Presseinformation der Universität

Deutscher Studienpreis der Körber-Stiftung 2020: Zweiter Preis für Frau Marie von Falkenhausen

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„Menschenrechtsschutz in internationalen Lieferketten: Haften deutsche Unternehmen für die Zustände bei ihren Zulieferern?“ – Marie von Falkenhausen erhält den Deutschen Studienpreis der Körber-Stiftung 2020 für ihre Dissertation.


Marie von Falkenhausen hat für ihre Dissertation einen zweiten Preis in der Sektion Geistes- und Kulturwissenschaften der Körber-Stiftung für das Jahr 2020 erhalten. Die Stiftung prämiert jährlich gesellschaftlich besonders bedeutsame Arbeiten. Die Juristische Fakultät gratuliert herzlich zu dieser ehrenvollen Auszeichnung!

Wer bei einem Textildiscounter einkauft, wird häufig schräg angeschaut. Inzwischen ist bekannt, dass den wirklichen Preis billiger Textilien meist die Arbeiter in deren Lieferkette zahlen. Tatsächlich beeinträchtigen die Lieferketten fast aller Industrien die Menschenrechte. Die Dissertation untersucht, ob deutsche Unternehmen den Opfern von Menschenrechtsverletzungen in ihren Lieferketten auf Schadensersatz haften. Sie gibt damit Impulse für die aktuelle politische Diskussion, ob und in welcher Form eine gesetzliche Neuregelung solcher Ansprüche notwendig ist – und kommt zu überraschenden Ergebnissen: Das geltende Deliktsrecht ist dem Menschenrechtsschutz eher abträglich. Es setzt Anreize, sich so wenig wie möglich in die Zustände bei den eigenen Zulieferern zu involvieren. Außerdem schützt es die Menschenrechte höchstens ausschnittsweise. Schließlich benötigt eine effektive Neuregelung der Haftung auch eine Neudefinition dessen, was Menschenrechte für Unternehmen bedeuten sollen.

Marie von Falkenhausen, LL.M. (Berkeley), promovierte an der Georg-August-Universität Göttingen am Institut für Völkerrecht und Europarecht bei Prof. Peter-Tobias Stoll. Sie hat zuvor in Göttingen, Münster, Paris, Budapest und Berkeley Jura studiert. Seit 2019 ist sie Referendarin beim Kammergericht Berlin.

Deutscher Studienpreis der Körber-Stiftung 2020

Presseinformation der Universität

Können wir Klimaschutz erstreiten? – Projektförderung durch die Robert Bosch Stiftung

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Können wir Klimaschutz erstreiten? – Projektförderung durch die Robert Bosch Stiftung

Die Robert Bosch Stiftung fördert das von Frau Prof. Dr. Angela Schwerdtfeger geleitete Forschungsprojekt „Können wir Klimaschutz erstreiten?“ im Programm „Our Common Future: Schüler, Lehrer, Wissenschaftler forschen für die Welt von morgen“.

In dem auf zwei Jahre angelegten interdisziplinären Kooperationsprojekt mit dem Gymnasium Andreanum Hildesheim untersuchen Schüler/-innen gemeinsam mit Lehrkräften und Wissenschaftler/-innen die naturwissenschaftlichen Herausforderungen für effektiven Klimaschutz und damit verbundene juristische Themenkomplexe. Die Jugendlichen setzen sich mit den Chancen und Grenzen erneuerbarer Energien auseinander und gehen der Frage nach, inwieweit sich Klimaschutzmaßnahmen rechtlich durchsetzen lassen. Durch die Verknüpfung von natur- und rechtswissenschaftlichen Fragestellungen soll ein Problembewusstsein dafür geschaffen werden, vor welchen vielschichtigen Herausforderungen effektiver Klimaschutz steht. Vor diesem Hintergrund sind neben der Juristischen Fakultät auch Kolleg/-innen aus der Politikwissenschaft, der Geographie und den Schülerlaboren der Georg-August-Universität sowie Expert/-innen aus der Praxis in das Projekt eingebunden.

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