Abteilung für Lateinische Philologie des Mittelalters und der Neuzeit

Carl-Friedrich Bieritz, M. A.

Wissenschaftlicher Werdegang:

    Studium der Latinistik und Gräzistik an den Universitäten Leipzig, Lyon 2 (Erasmus), Göttingen, Abschluss Master of Arts 2016.


Publikationen:

    Die Königsreden Dions von Prusa und der Panegyricus des Plinius: Möglichkeiten und Grenzen eines Vergleichs, in: Prometheus 43 (2017) 181-208.

    Gerhoch von Reichersberg: Literatur, Widmung und Kirchenpolitik im 12. Jahrhundert. Erscheint in: Carl-Friedrich Bieritz / Clemens Cornelius Brinkmann / Thomas Haye (Hrsg.): Literarische Dedikationen im Mittelalter und in der Renaissance. Konzepte – Praktiken – Hintergründe. Stuttgart 2019.


Dissertationsprojekt:

    Die Dichtung des Louis Petremol. Diodor-Rezeption im französischen Humanismus.

    Die Dissertation besteht in der Edition und Kommentierung zweier in Hexametern verfasster Bücher über die antiken Personen Ninus und Semiramis, die durch eine Handschrift des 16. Jahrhunderts überliefert werden und von einem Louis Petremol verfasst worden sein sollen. Diese Schrift ist in dreierlei Hinsicht reizvoll: Sie ist erstens ein weiteres Beispiel für erzählende neulateinische Dichtung, die sowohl motivisch als auch sprachlich deutliche Anleihen bei antiken Epikern nimmt (Vergil, Lukan, Silius, Statius). Sie ist zweitens auch eine Herausforderung für generische Definitionen von Epos: Denn obgleich ihr Autor die genannten Epiker imitiert, lässt sie dennoch gewisse Elemente antiker Epik vermissen. Sie unterscheidet sich damit von vielen zeitgenössischen neulateinischen Epen aus dem italienischen und französischen Raum. Drittens ist sie ein Zeugnis für die Rezeption Diodors von Sizilien. Der Verfasser hat auf das zweite Buch des Geschichtsschreibers zurückgegriffen (Diod. 2,1,4 - 2,20,2), dabei aber nicht einen griechischen Text, sondern die lateinische Übersetzung Poggio Bracciolinis verwendet.

    The Poetry of Louis Petremol. Reception of Diodor of Sicily in the Period of French Humanism.

    The thesis aims at providing an edition of two books of narrative poetry in hexameters about the ancient rulers Ninus and Semiramis, preserved in a sixteenth-century manuscript from France and purportedly written by one Louis Petremol. The work is interesting for three reasons: First for its epic elements and its language which borrows heavily from both Virgil and later epic poets (Lucan, Statius, Silius). Secondly for the challenge it poses to generic boundaries: Much like other specimens of narrative poetry written in France during this period, it seems to imitate Virgil's Aeneis, Lucan's Pharsalia und Flavian epics, but is lacking the size, the intricate structure and the completeness of a "full-blown" epic which many of its neo-Latin counterparts exhibit. Thirdly, the author has drawn his material from the second book of the Historical Library written by Diodor of Sicily, which he read in a translation made by Poggio Bracciolini.




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