Das Sammeln von Druckgraphik in der Frühen Neuzeit
Leitung: Dr. Stefan Morét
Teilprojekt des Forschungs­ver­bundes "Kupfer­stich­kabinett online - Virtuelle Wieder­vereinigung der Graphik­sammlung der Herzöge von Braunschweig Wolfenbüttel"
Förderung: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur
Laufzeit: 1.4.2014-31.3.2017
Watteau

Das vom Land Nieder­sachsen finan­zierte For­schungs­projekt "Das Sammeln von Druckgraphik in der Frühen Neuzeit" be­schäftigt sich mit Formen, Funk­tionen und Charak­teris­tika früh­neu­zeit­licher Druck­graphik­samm­lungen. Das Pro­jekt ist Teil des Forschungs­ver­bundes "Kupfer­stich­kabinett online - Virtuelle Wieder­vereinigung der Graphik­sammlung der Herzöge von Braunschweig Wolfenbüttel", in dem seit mehreren Jahren die Druck­graphik­be­stände der Herzog-August-Biblio­thek in Wolfen­büttel und die­jenigen des Herzog Anton Ulrich-Museums in einer Online-Bild­daten­bank er­fasst werden. Auf der Basis dieser Daten sowie durch Hin­zu­ziehung von Ar­chi­valien werden zu­nächst die Braunschweiger und Wolfenbütteler Samm­lung der Herzöge Carl I. und Carl Wilhelm Ferdinand unter samm­lungs­his­torischen Frage­stellungen er­forscht, um dann mit zeit­ge­nössischen fürstlichen Druck­graphik­samm­lungen in England, Frankreich und Italien ver­glichen zu werden. D.h.: Wie sammelten die Braunschweiger Herzöge Druck­graphik, was genau erwarben sie und mit welchen Vor­stellungen und Zielen taten sie es. Und schließ­lich: Wie stellt sich ihre Sammel­tätig­keit im Kon­text anderer fürstlicher Graphik­samm­lungen dar.

In diesem Zusammen­hang werden auch die Druck­graphik­samm­lungen religiöser Orden in den Blick ge­nommen, etwa die Samm­lung der Benediktiner in Göttweig oder des ehemaligen Jesuiten­kollegs in Köln. In einem zweiten Schritt wird die Unter­suchung aus­gehend von der in Göttingen vor­han­denen Samm­lung des Frank­furter Patriziers Johann Friedrich von Uffenbach auf bür­ger­liche Sammler aus­ge­weitet. Eine wichtige Frage ist hier, in­wie­weit sich bürger­liche Samm­lungen von fürstlichen Samm­lungen im Hin­blick auf Zu­sammen­setzung und Funk­tion unter­scheiden. Folgt der bürger­liche Sammler in seinen In­teressen und Vor­lieben adligen Vor­bildern oder ver­folgt er spe­zi­fische In­teressen?
Inner­halb der bür­ger­lichen Sammler stellen die Künst­ler eine wichtige "Untergruppe" dar. Die um­fang­reichen Druck­graphik­be­stände, die der Maler Lambert Krahe (1712-1790) zu­sammen­brachte und die in Düsseldorf er­halten sind, bilden hier den Aus­gangs­punkt für den Ver­gleich mit anderen Künstler­samm­lungen. Wie sich Samm­lungen von Künstlern von solchen, die Bürger­liche oder Adelige zu­sammen­ge­bracht haben, im Hinblick auf thematische Aus­richtung und Funk­tion un­ter­scheiden, ist hier eine der vor­dring­lichen Fragen.