Bestandskatalog der italienischen Gemälde der Göttinger Kunstsammlung
Forschungsprojekt im Rahmen des Programms „Forschungsorientiertes Lehren und Lernen“
Betreuerinnen: Dipl. Kulturw. Christine Hübner, Lisa Marie Roemer M.A.
Mentor: Prof. Dr. Michael Thimann
FoLL Italiener

Die Göttinger Kunst­sammlung be­sitzt circa 30 Gemälde italienischer Künstler vom 14. bis zum 19. Jahr­hundert. Die Kunst­werke sind von unter­schiedlicher Her­kunft: einige wenige Gemälde kamen bereits im Februar 1796 im Rahmen des Nach­lasses des Sekretärs am Ober­appelations­gericht in Celle, Johann Wilhelm Zschorn, nach Göttingen. Weitere wert­volle Kunst­werke kamen durch Schen­kungen und Ver­mächt­nisse einiger Göttinger Professoren hinzu (z.B. Baum 1882, Hasse 1902, Dilthey 1907). Der letzte Zu­gang erfolgte in den 1950er Jahren.

In den vergangenen Jahren konnten zahlreiche Restau­rierungs­paten­schaften ein­ge­worben werden, so dass einige der ita­lienischen Gemälde nun nach und nach restauriert werden. Nicht nur die Res­tau­rierungen, die den Gemälden neuen Glanz verleihen, geben einen will­kommenen An­lass, den ge­reinigten und wieder­her­ge­stellten Kunst­werken mehr Auf­merk­sam­keit zu schenken. Auch macht die Tat­sache, dass die ita­lie­nischen Werke der Göttinger Kunst­sammlung bis heute nur in den wenigsten Fällen Ein­gang in die Forschungs­dis­kussion ge­funden haben, eine grund­legende wissen­schaft­liche Unter­suchung des italienischen Be­stands sowie die Ver­öffent­lichung der Er­geb­nisse zwingend not­wendig.
Bereits in den späten 1950er Jahren hatten die damalige Göttinger Assistentin Dr. Lucy von Weiher und der nach Amerika emigrierte Prof. Dr. Wolfgang Stechow eine über­ar­beitete Neu­auf­lage des knappen und un­be­bil­derten Bestands­katalogs von 1926 geplant, mit dem Ziel, die Gemälde der Sammlung durch eine wissen­schaftliche Be­ar­beitung und die Abbildung aller Ob­jekte der inter­natio­nalen Forschung zu­gäng­lich zu machen. Leider kam das Projekt nicht zum Ab­schluss.
Die letzte zu­sammen­hängende Er­fassung der ita­lie­nischen Gemälde erfolgte in dem von Dr. Gerd Unverfehrt heraus­gege­benen Katalog über die nieder­ländischen Kunst­werke der Sammlung (1987). Das dort an­ge­hängte Ver­zeich­nis der ita­lie­nischen Werke geht je­doch über tech­nische An­gaben und Eck­daten nicht hinaus.
Gemeinsam mit Studierenden der Kunst­geschichte wird derzeit ein fundierter Bestands­katalog der ita­lie­nischen Gemälde der Göttinger Kunst­sammlung er­ar­beitet, der voraus­sichtlich Ende 2017 im Universitäts­verlag Göttingen er­scheint.