Lehre

Sinnvollerweise stellt die Landesgeschichte keinen eigenen Studiengang dar. Sie ist vielmehr in die vom Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte angebotenen Studiengänge integriert. Im Rahmen des Lehrangebots des Seminars können landesgeschichtliche Themenbereiche studiert und zum Gegenstand der Abschlußprüfung gewählt werden. Insbesondere dient dazu das von Prof. Dr. Arnd Reitemeier und weiteren Mitarbeitern des Instituts angebotene Lehrprogramm.


Es empfiehlt sich, zusätzlich die Eintragungen im UniVZ zu beachten.


Prof. Dr. Arnd Reitemeier

Sprechstunde Prof. Dr. Arnd Reitemeier: im Semester in Präsenz oder via BBB – nur nach Voranmeldung per Mail: arnd.reitemeier@phil.uni-goettingen.de


Veranstaltungen im Wintersemester 2020/2021


Armut, Askese, Bildung: Klöster im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit

Prof. Dr. Arnd Reitemeier
Vorlesung (Nr. 4508113)
Mittwoch 10-12 Uhr
Online mit Wahlanteilen Präsenz

In der longue durée des Mittelalters und der Frühen Neuzeit kommt den Klöstern eine besondere Bedeutung zu, verkörperten sie doch über Jahrhunderte hinweg Mönche ein gesellschaftliches Ideal. Dem stand lange Zeit nicht entgegen, dass kaum ein Jahrhundert ohne eine Klosterreform verging. Manchen Frauen bot das Leben im Kloster die Möglichkeit, als "sponsa Christi" enormes soziales Prestige zu gewinnen und sich zugleich unentbehrlich zu machen für die Memoria der Familie.
Klöster verfügen (teilweise bis heute) über umfangreichen Grundbesitz und boten bspw. im Mittelalter einen für die meisten Menschen unerreichbaren Reichtum - obwohl die regula Benedicti das Armutsgelübde forderte. Sieben Messen am Tag 365 Tage im Jahr bis zum Lebensende konnten als Erfüllung gesehen werden, doch es führte bei anderen in die Verzweifelung. Die Vorlesung führt damit ein in Teile der Geschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, indem die Geschichte der Klöster und Orden nachgezeichnet wird, die Umbrüche nicht zuletzt in Folge der Reformation analysiert und die unterschiedlichen Konzepte der Formen von Frömmigkeit untersucht werden
Die Vorlesung wird nach Möglichkeit in (Teil-)präsenz gehalten und zusätzlich (oder ggf. ausschließlich) digital aufgezeichnet über stud.ip zur Verfügung gestellt. Sie ist damit zum asychronen Studium geeignet.
Die Prüfungsleistung umfasst eine mündliche Prüfung von 15 Minuten.




Frühe Polizeiordnungen in Norddeutschland

Prof. Dr. Arnd Reitemeier
Masterseminar (Nr. 4508154)
Dienstag 16-18 Uhr
Online mit Pflichtanteilen Präsenz

Am Ende des Mittelalters sowie sodann im 16. Jahrhundert erließen die weltlichen Obrigkeiten Normen und Vorschriften zur Regelung des gesellschaftlichen, auch des wirtschaftlichen Zusammenlebens, um eine "policey" im Sinn von "guter Ordnung" zu schaffen. Im Zuge der Selbstermächtigung wurde die inhaltliche Spannbreite rasch ausgedehnt - auch wurden Regelungen getroffen, die uns heute fremd anmuten. Sie erlauben jedoch Einblicke in gesellschaftliche wie politische Diskurse - sie erlauben Rückschlüsse auf die Fürsten und Stadträte und die Herausforderungen, vor denen sie standen. Zur "policey" wird seit knapp zwei Jahrzehnten intensiv geforscht, doch wurde Norddeutschland häufig ausgespart. Das Ziel des Seminars ist es, den frühen Ordnungen zu Beginn des 16. Jahrhunderts nachzuspüren, die in ihrer überwiegenden Mehrzahl rein archivalisch überliefert sind. Im Seminar werden also verschiedene Ordnungen anhand von Digitalisaten gelesen, so dass die TeilnehmerInnen unter Einführung und Anleitung (!) das Lesen von niederdeutschen / deutschen Handschriften des 15. und 16. Jahrhunderts lernen und üben.
Das Seminar zielt also darauf, eine Forschungslücke zu schließen und zugleich Studierende zu befähigen, selbständig mit Archivalien und in Archiven zu arbeiten.
Das Seminar wird in Abhängigkeit von den Hygienevorschriften mindestens hybrid abgehalten, denn Elemente in Präsenz zur inhaltlichen Besprechung der Quellen und Sekundärtexte sollen asynchrone Elemente gegenübergestellt werden, in denen Handschriften gelesen und Ansätze der Forschung analysiert werden.




Schauplätze der Umweltgeschichte in Norddeutschland

Prof. Dr. Arnd Reitemeier
Vertiefungsseminar (Nr. 4508133)
Donnerstag 10-12 Uhr
Präsenz

Nicht nur in Norddeutschland hat der Mensch die Natur vollständig zum Umwelt umgestaltet, ohne dass stets die Folgewirkungen für die Akteure absehbar waren. Aufgabe der HistorikerInnen ist es nun, die Eingriffe der Menschen zu erkennen und zu analysieren sowie die Folgen zu untersuchen, die teilweise bis heute sichtbar sind, wobei das Seminar den Fokus auf das Mittelalter und die Frühe Neuzeit legt.
Abhängig von den im Wintersemester geltenden Hygienebedingungen ist geplant, dass nach einer Einführung in die Umweltgeschichte voraussichtlich drei eintägige Exkursionen in die Umgebung durchgeführt werden (geplant: 26.11.2020 und 17.12.2020 und 4.2.2021), um die Sitzungen in Präsenz im Gelände durchzuführen. Die Anzahl der TeilnehmerInnen ist auf 14 begrenzt, weil lediglich 2 Kleinbusse zur Verfügung stehen. Im Rahmen der Exkursionen werden Kurzreferate erwartet, deren Themen in den beiden ersten Sitzungen festgelegt werden.
Die Prüfungsleistung umfasst die Analyse von einzelnen Schauplätzen / Ereignissen / Folgen.




Kolloquium Nachhaltigkeit

Prof. Dr. Arnd Reitemeier
Kolloquium (Nr. 4508150)
Donnerstag 16-18 Uhr
Vollständig Online



Landeshistorisches Kolloquium

Prof. Dr. Arnd Reitemeier
Kolloquium (Nr. 4508780)
Mittwoch 16-18 Uhr



Dr. Niels Petersen

Sprechstunde Dr. Niels Petersen: im Semester in Präsenz oder via BBB – nur nach Voranmeldung per Mail: niels.petersen@phil.uni-goettingen.de

Veranstaltungen im Wintersemester 2020/2021


Alltag in der Stadt des späten Mittelalters

Dr. Niels Petersen
Proseminar (Nr. 4508104)
Donnerstag 12:30-14 Uhr
Präsenz: Raum ZHG 006

Die allermeisten Menschen lebten im Mittelalter auf dem Land. Daher war die Stadt immer etwas Besonderes: ein Ort der persönlichen Freiheit (aber selten der ökonomischen), der Geldwirtschaft und des Fernhandels, der sozialen Mobilität (auf wie ab), der Schriftlichkeit und des Handwerks.
Das Seminar dient der Einführung in die mittelalterliche Geschichte aus dem Blickwinkel der Sozialgeschichtsschreibung. In 12 Sitzungen werden die gesellschaftlichen Gruppen und Strukturen der mittelalterlichen Stadt behandelt. Zudem werden methodische Kenntnisse wie der Umgang mit städtischen Quellen und das Rüstzeug zum Verfassen eigener historischer Darstellungen eingeübt.
Das Seminar findet in Präsenz in ZHG006 statt (Do, 12:30-14:00) und wird durch obligatorische digitale Lerneinheiten ergänzt.