Lehre

Sinnvollerweise stellt die Landesgeschichte keinen eigenen Studiengang dar, sondern ist vielmehr in die vom Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte angebotenen Studiengänge integriert. Im Rahmen des Lehrangebots des Seminars können landesgeschichtliche Themenbereiche studiert und zum Gegenstand der Abschlussprüfung gewählt werden.
Insbesondere dient dazu das von Prof. Dr. Arnd Reitemeier und weiteren Mitarbeitenden des Instituts angebotene Lehrprogramm.

Sprechstunde in der vorlesungsfreien Zeit in Präsenz und digital jederzeit nach Vereinbarung per Mail an
arnd.reitemeier [at] phil.uni-goettingen.de.

  • Faktencheck Mittelalter
    Vorlesung (Nr. 4510219)
    Donnerstag 10:00–12:00
    Präsenz: PH20
    War das Mittelalter „dunkel“ und „schmutzig“? Bedrohten Krankheit und Tod fortwährend die Menschen? Frauen fanden in Klöstern einen Ort der Selbstbestimmung? Papst oder Kaiser – wer war mächtiger? War „die Hanse“ der Vorläufer der europäischen Union? Anhand von 12 Kapiteln will die Vorlesung in das Mittelalter einführen und legt hierbei populäre Annahmen zugrunde, die systematisch widerlegt (oder bestätigt) werden. Die Vorlesung eignet sich für Studienanfänger ebenso wie für Fortgeschrittene zur Wiederholung.
    Die Vorlesung wird in Präsenz gehalten. Ein Videomitschnitt wird im Anschluss an jede Sitzung via stud.ip zur Verfügung gestellt.

  • Göttinger Universitätsgeschichte im 20./21. Jahrhundert. Digitale Präsentation von Raum und Zeit
    Projektseminar, einsemestrig (Nr. 4510221)
    Mittwoch 10:00–12:00
    Präsenz: VG 4.106
    alternativ zum Projektseminar: Vertiefungsseminar
    gemeinsam mit Dr. Niels Petersen
    In Göttingen kannte jede jeden und noch heute begegnet man einander zwischen Goßlerstraße und Schillerwiese. Wissenschaft wurde wörtlich über den Gartenzaun hinweg besprochen. Gebäude zum Forschen, Lernen, Treffen und Wohnen, die gebaute universitäre Umwelt, bestimm(t)en auch immer das soziale Gefüge. Ziel des Projektseminars ist es, diese räumlichen Bezüge und ihre Dynamik gleichsam in einer „Timeline“ vom frühen 20. Jahrhundert bis heute sichtbar zu machen: Sichtbar einerseits durch die Nutzung der Fotosammlung des städtischen Museums und vorhandener digitaler Karten wie dem Uni-Lageplan, andererseits durch die Erfassung und Visualisierung von Wohn- und Arbeitsadressen der Universitätsangehörigen mithilfe einer Datenbank. Hieraus ergeben sich weiterführende Fragen: Wird eine Baupolitik für den Campus sichtbar? Welche Folgen hat dies für die Beziehung zwischen Universität und Stadt? Ergeben sich bisher unbekannte räumliche Bezüge, welche soziale oder wissenschaftliche Zusammenhänge erklären?
    Studierende erhalten auf diese Weise Einblick in die Schnittstellen zwischen Geschichtswissenschaft, Digital Humanities und Bildwissenschaften und lernen den Umgang mit GIS-Software.

  • Der "Deutsche" (?) Wald (ca. 1500–2000)
    Masterseminar (Nr. 4510220)
    Dienstag 16:00–18:00
    Präsenz: KWZ 0.608
    Der Wald wurde im Verlauf der Frühen Neuzeit und Neuzeit in Deutschland zu einem Sehnsuchtsort, doch was als Natur gilt, ist tatsächlich Element gestalteter Kultur. Ein Forst ist Ort obrigkeitlichen Machtstrebens und ökonomischen Handelns, was von der Waldallmende bis zu Monokulturen reicht, wobei die Forstwissenschaften (angeblich) die Idee der Nachhaltigkeit erfanden. Die Größe der Wälder variierte über die Jahrhunderte, nicht nur in Folge von Rodungen, sondern auch durch gezielte Anpflanzungen, wie den Göttinger Hainberg. Wälder speichern Wasser, bieten Tieren Schutz und Lebensraum (Vögel – auch: Wolf). Das Seminar geht also vom Ansatz des „Schauplatzes“ aus und will die verschiedenen Dimensionen des Umgangs mit dem Wald in der Geschichte (primär Norddeutschlands) über die Jahrhunderte von ca. 1500 bis in die Gegenwart ausloten.
    Ein ganztägiger „Unterrichtsgang“ (Exkursion) ist verpflichtendes Element des Seminars.


Nach Vereinbarung per Mail.

  • Die Hanse
    Proseminar Mittelalter (Nr. 4510215)
    Dienstag 14:00–17:00
    Präsenz: KWZ 0.610
    In Nordeuropa war die Hanse, dieser schillernde Verbund an Kaufleuten und Städten, in Politik, Wirtschaft und Kultur zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert allgegenwärtig. Im Rahmen des Proseminars tauchen wir in die Welt des spätmittelalterlichen Fernhandels ein, erkunden Handelswaren und Kreditnetzwerke, lernen prominente Kaufleute und die großen Zentren wie Lübeck, Brügge, London oder Köln kennen, verfolgen Kriege und Blockaden und nehmen an den großen Versammlungen der Hansetage teil. Im Übungsteil, der in die jeweiligen Sitzungen integriert ist, wird das grundlegende Handwerkszeug der Mediävistik vermittelt. Im Rahmen des Seminars wird im Januar ein dreitägiger Aufenthalt in Lübeck angeboten, u.a. mit Einheiten im Europäischen Hansemuseum und im Archiv der Hansestadt Lübeck.