Agroecology

Press release 2018


Viel beachtete Forschung

Drei Wissenschaftler der Universität Göttingen gehören zu meist zitierten Forschern weltweit

(pug) Drei Wissenschaftler der Universität Göttingen sind in der Liste der „Highly Cited Researchers“ des Jahres 2017 vertreten. Wie im Vorjahr gehören der Chemiker Prof. Dr. Lutz Ackermann, der Agrarökologe Prof. Dr. Teja Tscharntke sowie der Bodenkundler Prof. Dr. Yakov Kuzyakov zu den weltweit meist zitierten Wissenschaftlern ihres Fachgebiets. Das Ranking des Unternehmens „Clarivate Analytics“ untersucht für die Natur-, Sozial- und Lebenswissenschaften, wie viele Publikationen eines Forschers besonders häufig von Kolleginnen und Kollegen zitiert wurden. Dies ist ein wichtiges Anzeichen für den wissenschaftlichen Einfluss einer Veröffentlichung. Evaluiert wurden dabei alle Publikationen der Jahre 2005 bis 2015, die in der „Web of Science Core Collection“ des Unternehmens gelistet sind....weiter




Das leise Sterben der Insekten

Von Susanne Billig und Petra Geist

In den vergangenen 27 Jahren sind laut einer Studie 75 Prozent der fliegenden Insekten in Deutschland verschwunden. Und ohne ein radikales Umdenken in der Landwirtschaft könnten schon in zehn Jahren auch die restlichen Bienen, Hummeln und Libellen ausgerottet sein.
Deutschlandfunk Kultur | Zeitfragen | Beitrag vom 25.01.2018



Diskussion über Insektensterben und Artenvielfalt: Bienen, Vögel und wir

Das Insektensterben in der Region, der Rückgang der Zahl der Vögel und die Bedrohung der Artenvielfalt ist auch in der Region dramatisch. Zu dieser Einschätzung kam am Dienstagabend eine Expertenrunde im Neuen Göttinger Rathaus.

Überraschend groß war das Interesse an dem derzeit in vielen Medien diskutierten Thema. Mehr als 500 Menschen, darunter viele junge Besucher, drängten sich in dem dafür eigentlich zu kleinen Großen Ratssaal zu der Veranstaltung der Grünen-Ratsfraktion. Das Einführungsreferat hielt der frühere Niedersächsische Umweltminister und derzeitige Göttinger Landtagsabgeordnete Stefan Wenzel (Grüne). Besonders der Rückgang bei den Insekten sei dramatisch, erklärte Wenzel. Deutschland wie auch Europa machten einen Fehler, wenn sie bei der Bewertung von möglichen Ursachen wie beispielsweise beim Einsatz des Pestizids Glyphosat sich auf das Risiko auf das Risiko- statt auf das Vorsorgeprinzip verließen: Beim Risikoprinzip wartet man ab, ob sich schädliche Entwicklungen überhaupt einstellen, um dann die betreffende Praxis gegebenenfalls zu verbieten; beim Vorsorgeprinzip lässt man mögliche Schäden von vornherein gar nicht zu, indem potenziell gefährliche Produkte gar nicht erst zum Einsatz kommen. Außerdem fehle in Deutschland eine ausreichende Überwachung, um die Schäden richtig erfassen zu können – notwendig sei ein professionelles Monitoring.
Göttinger Tageblatt, Artikel veröffentlicht: Mittwoch, 06.12.2017 18:27 Uhr



AUSGEKRABBELT?

Die Fachwelt ist beunruhigt, denn in der Insektenwelt geht der Tod um. Die Hauptverdächtigen: Der anhaltende Verlust von Lebensräumen und hochwirksame Insektizide. Eine Bestandsaufnahme von Roy Fabian

Der Orbroicher Bruch im Nordwesten Krefelds ist ein beschauliches Fleckchen. Röhrichte und Seggenriede ziehen sich entlang des Flöthbachs, rund herum erstrecken sich Feuchtwiesen mit kleinen Tümpeln und Relikten von Auwald. Der Steinkauz hat hier einige Reviere, auch Eisvogel, Schwarzspecht und Kammmolch lassen sich blicken. Das etwa hundert Hektar große Naturschutzgebiet hat jedoch wegen etwas anderem Aufsehen erregt. Im Zentrum des Interesses sind die Insekten, oder besser: ihre Abwesenheit. Das zumindest zeigen Daten des Entomologischen Vereins Krefeld. Bereits Ende der 1980er Jahre spürte der Verein den Fluginsekten des Orbroicher Bruchs mithilfe von sogenannten Malaise-Fallen nach, zeltartigen Konstruktionen, deren Aufbau die Tiere in eine Fangflasche leitet. 2013 wiederholten die Insektenkundler ihre Aktion – mit Ergebnissen, die es in sich hatten: Die gefangene Biomasse war um knapp 80 Prozent eingebrochen, auch in den Folgejahren zeigte sich keine Erholung.
Naturgucker, Dezember 2017



Zertifizierung der Trophäenjagd in Afrika

Göttinger Wissenschaftler schlagen Schema für Naturschutz und nachhaltige Entwicklung vor


(pug) Das Töten von Löwen, Elefanten und anderem afrikanischen Großwild sorgt seit Jahrzehnten für stark polarisierende Diskussionen. Ein internationales Forscherteam unter der Leitung der Universität Göttingen hat nun ein Zertifizierungssystem vorgeschlagen, um sicher zu stellen, dass bei der Trophäenjagd ethische Kriterien eingehalten werden. Ein solches System könnte Vorteile für die Großwildpopulationen, die lokale Bevölkerung und die nachhaltige Finanzierung des Naturschutzes in Afrika bedeuten. Die Studie ist in der Fachzeitschrift Nature Ecology and Evolution erschienen. ...weiter