Wildbienen sind auf die Landschaftsstruktur angewiesen
Forschungsteam unter Göttinger Leitung untersucht Einfluss von Blühstreifen, Öko-Landbau und kleinen Feldern
30.06.2020

Costanz_Geppert_2020_205(pug) Sowohl die Anlage von Blühstreifen an konventionellen Getreidefeldern als auch die erhöhte Blütendichte im Öko-Landbau fördern Hummeln wie auch einzeln lebende Wildbienen und Schwebfliegen. Hummelvölker profitieren von Blühstreifen an kleinen Feldern, aber von großen Feldern im Ökolandbau. Das zeigen Agrarökologinnen und Agrarökologen der Universität Göttingen in einem Vergleich verschiedener Anbausysteme und Landschaftstypen. Die Ergebnisse der Studie sind in der Fachzeitschrift Journal of Applied Ecology erschienen. ...weiter
Foto: Bettina Donkó
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British Ecological Society | Wild bees depend on the landscape structure | 30 June 2020 | By BES Press Office




Wieviel Wald braucht es für die Artenvielfalt in Kulturlandschaften?
Forschungsteam mit Göttinger Beteiligung entwickelt Konzepte zur Förderung der Biodiversität
16.06.2020

Agroforest_System_Victor Arroyo-Rodriguez_205(pug) Wälder, insbesondere in den Tropen, beherbergen die weltweit größte Artenvielfalt, sind aber durch die fortschreitende Landnutzung gefährdet. Ein internationales Forschungsteam mit Beteiligung der Universität Göttingen hat untersucht, wie hoch der Waldanteil in Kulturlandschaften sein muss, um die meisten Tier- und Pflanzenarten zu schützen, die von diesem Lebensraum abhängen. Die Waldanteile müssen bei mindestens 40 Prozent liegen, wobei rund zehn Prozent in großen Schutzgebieten und 30 Prozent in der Landschaft zerstreut sein können. Die Waldfragmente sollten am besten von einer Landschaft mit kleinräumiger, strukturreicher Landbewirtschaftung umgeben sein, um die Wahrscheinlichkeit des Aussterbens der Populationen zu verringern. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Ecology Letters erschienen. ...weiter
Foto: Victor Arroyo-Rodriguez
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Kaffee, Kakao und Vanille ­- eine Chance für mehr Bäume in tropischen Agrarlandschaften
Göttinger Forschungsteam untersucht die Landnutzungsgeschichte von Agroforstsystemen
15.06.2020

Agroforest_System_Dominik_Schwab_205(pug) Der Anbau von Kaffee, Kakao und Vanille sichert das Einkommen vieler Kleinbäuerinnen und Kleinbauern und ist zugleich ein Treiber des Landnutzungswandels in vielen tropischen Ländern. Insbesondere dem Anbau in sogenannten Agroforstsystemen, in denen diese Feldfrüchte mit Schattenbäumen kombiniert werden, wird oft ein großes Potenzial für den ökologisch nachhaltigen Anbau zugeschrieben. Forscherinnen und Forscher der Universität Göttingen zeigen nun, dass die Landnutzungsgeschichte von Agroforstsystemen bei der Beurteilung der Nachhaltigkeit von Agroforsten eine entscheidende Rolle spielt. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Conservation Letters erschienen. ...weiter
Foto: Dominik Schwab
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Wissenschaftliche Vielfalt schützen
Internationale Forscherinnen und Forscher fordern Schutz von Vielfalt, Gleichberechtigung und Eingliederung in der Wissenschaft

Carolina_Ocampo(pug) Im Zuge der COVID-19-Pandemie stehen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor großen Herausforderungen, weil sie Forschung und Lehre neu ausrichten, unterbrechen oder gar ausfallen lassen müssen. Die Fachzeitschrift Nature Ecology and Evolution hat nun einen internationalen Aufruf mit Beteiligung der Universität Göttingen veröffentlicht, der die prekäre Situation vieler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aufzeigt und aktive Maßnahmen zum Schutz wissenschaftlicher Vielfalt fordert.

In der aktuellen Situation sind besonders Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler betroffen, die auf befristete Einkommen oder Genehmigungen angewiesen sind, Verantwortung für Verwaltung oder Familienpflege tragen oder benachteiligten Gesellschaftsgruppen angehören, insbesondere Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftler, Frauen und Minderheiten. Laut aktueller EU-Berichte verdienen Frauen etwa in der Forschung immer noch 17 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen beim Ausüben derselben Funktionen, während Einkommenszahlen zu Minderheiten noch weitgehend fehlen. ...weiter
Foto: Justine Vansynghel
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Streifen für mehr Artenvielfalt
top agrar | 06/2020 | Interview mit Teja Tscharntke
streifenacker100_v-vierspaltig_cpoy right_Holst_Uwe_300Der Streifenanbau auf den Feldern ist eine alte Anbaumethode. Wissenschaftler der Universitäten Kiel und Göttingen vermuten darin jedoch eine Lösung für moderne Probleme...weiter






Wie die Dozierenden das digitale Semester beurteilen
Göttinger Tageblatt | 11.05.2020
Sechs Professorinnen und Professoren erklären, wie sie den Studierenden die Inhalte auch während eines digitalen Semesters nahebringen. Die Unterstützung seitens der technischen Abteilungen sei hilfreich - ein Fallstrick könnte aber der fehlende persönliche Kontakt sein ...weiter



Streifenacker - Strip intercropping

streifenacker100_v-vierspaltig_cpoy right_Holst_Uwe_300Das Ziel des Forschungsprojekts ist es, durch eine Diversifizierung auf dem Acker die Biodiversität von Insekten und Vögeln zu erhöhen sowie die biologische Kontrolle von Schädlingen und die Bestäubungsleistung durch Wildbienen zu fördern.
Dazu wurden auf großen Ackerflächen Weizen und Raps abwechselnd in Streifen angebaut. Anstelle eines großen Feldes entstand so ein Nebeneinander schmaler Felder mit vielen Rändern, der Streifenacker (strip intercropping). Die Streifen dienen Insekten als Orientierung und ermöglichen eine komplementäre Ernährung. Beispielsweise sollten Schwebfliegen vom Raps-Blütenangebot profitieren, um dann ihre Eier dann an die zahlreichen Getreide-Blattlauskolonien im angrenzenden Weizen abzulegen. ...weiter

Foto: Uwe Holst




Mehr Insekten, Bienen und Vögel auf Feldern
Der tägliche Podcast für die tägliche Dosis guter Nachrichten | COSMO Daily Good News | 28.04.2020. 01:54 Min | Verfügbar bis 28.04.2021

streifenacker100_v-vierspaltig_cpoy right_Holst_Uwe_300Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Unis Göttingen und Kiel haben erfolgreich eine neue Anbau-Methode getestet. Sie sagen: Wenn Weizen und Raps in schmalen Streifen nebeneinander angebaut werden und nicht in großen Flächen mit Monokulturen, hilft das der Artenvielfalt. In dem gemischten Acker leben mehr als 50 Prozent mehr Insektenarten als in Raps- oder Weizenmonokulturen. Auch die Anzahl von Bienen und Vögeln ist höher
Foto: Uwe Holst







Mehr Bienen und Vögel auf Feldern in Streifen
NDR 1 Niedersachsen | 25.04.2020 | 08:26 Uhr

streifenacker100_v-vierspaltig_cpoy right_Holst_Uwe_300Wissenschaftler und Umweltschützer warnen aufgrund des Betriebs riesiger Monokulturen in der Landwirtschaft seit Langem vor einem Insektensterben. Aus diesem Grund wurde unter Begleitung der Universitäten Göttingen und Kiel vor einem Jahr ein Pilotprojekt gestartet, bei dem auf großen Ackerflächen als Mischkultur Weizen und Raps abwechselnd in Streifen angebaut wurde. Das Nebeneinander schmaler Felder mit vielen Rändern dient Insekten dabei als Orientierung und ermöglicht ihnen eine "komplementäre Ernährung". Die Ergebnisse nach dem ersten Jahr sind vielversprechend: Nach Angaben der Universität Göttingen konnten im Streifenacker insgesamt mehr als 50 Prozent mehr Insektenarten festgestellt werden als in der Raps- oder in der Weizen-Monokultur. ...weiter
Foto: Uwe Holst




Natur- und Artenschutz
AUS POLITIK UND ZEITGESCHICHTE | 70. Jahrgang | 11/2020 | 9. März 2020 | Seite 21-26

LANDWIRTSCHAFT UND NATURSCHUTZ - Ingo Grass und Teja Tscharntke
Die moderne Intensivlandwirtschaft verantwortet maßgeblich den anhaltenden Biodiversitätsverlust. Zugleich ist Naturschutz ohne Landwirtschaft unmöglich. Eine Diversifizierung der Landwirtschaft und Agrarlandschaften ist erforderlich, von der Mensch und Natur profitieren. ...weiter




Einführungsvortrag bei der Konferenz "Nachhaltige Landnutzung - Sustainable Land Use"
15.–16. November 2019

Der Göttinger Agrarökologe Prof. Dr. Teja Tscharntke widmet sich in seinem Einführungsvortrag bei der Konferenz "Nachhaltige Landnutzung - Sustainable Land Use" dem vielseitigen Themenfeld der Nachhaltigen Landnutzung. Er zeigt anhand von aktuellen Forschungsergebnissen auf, inwiefern Weltbevölkerungswachstum, die erhöhte Nachfrage nach Lebensmitteln, globale Wachstumstendenzen und Biodiversität zusammengedacht werden müssen. Auf politische Zielsetzungen und -verfehlungen weist Teja Tscharntke ebenfalls hin.





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Praktischer Insektenschutz funktioniert!
Top Agrar | 05.02.2020 | Deutschlands beste Insektenschützer


Praktischer Insektenschutz funktioniert! Das zeigen die deutschen Landwirte täglich und bewiesen es bei dem Wettbewerb „Insekten brauchen Bauern“. Die besten acht Insektenschützer unter Ihnen haben heute auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin Ihre Platzierungen erfahren. Die Pokale und Urkunden überreichte feierlich Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Ministerin Schulze lobte den praktischen Ansatz des Wettbewerbes. Es würde nicht nur darüber geredet etwas für den Insektenschutz zu tun, sondern in vielen praktischen Maßnahmen umgesetzt. „Wir müssen offener über den Insektenschutz sprechen und diese guten Beispiele weiter verbreiten", so Schulze. Den Wettbewerb hatten die Stiftung LV Münster das Saatgut- und Pflanzenschutzunternehmen Syngenta sowie top agrar vor einem Jahr ausgeschrieben. Es bewarben sich 130 Landwirte und Kooperationen aus ganz Deutschland. Die Bandbreite der Bewerber war enorm: Vom kleinen Betrieb mit 10 ha bis zum Großbetrieb, der 3 500 ha bewirtschaftet. Es nahmen konventionell und ökologisch wirtschaftende Betriebe teil sowie Gemüse-, Erdbeer- und Spargelbauern. Es bewarben sich landwirtschaftliche Ortsvereine, Jägerschaften und Landwirte, die sich zusammengeschlossen haben. Sie alle beschrieben ihre Betriebe, Maßnahmen und Kooperationen, schickten uns Bilder, Videos und Konzepte. Dafür sagen wir Danke! Sie zeigen, dass die Landwirte enorm viel für die Biodiversität tun. Acht Preisträger aus deutschlandweit 130 Bewerbern Aufgrund der hohen Qualität der Bewerbungen entschied die Jury zusammen mit den Stiftern Stiftung LV Münster und Syngenta, in den beiden Kategorien Landwirte und Kooperationen zusätzlich je einen Sonderpreis zu vergeben. Die acht ausgewählten Bewerber erwiesen sich bei den Vor-Ort-Besuchen als würdige Preisträger. Sie erhalten zusammen ein Preisgeld von insgesamt 26.550 €. Die drei maßgeblichen Kriterien rief vor der Preisverleihung das Jurymitglied Prof. Dr. Teja Tscharnkte von der Universität Göttingen in Erinnerung. Die top agrar-Chefredakteure Guido Höner und Matthias Schulze Steinmann moderierten die Preisverleihung. ...weiter





Ihr Tanz verrät: Honigbienen fliegen auf Erdbeeren
Forschungsteam unter Göttinger Leitung untersucht das Sammelverhalten in Agrarlandschaften


Honigbienen am Schaukasten_Svenja_Baensch_205Bienen sind Bestäuber vieler Wild- und Nutzpflanzen, jedoch nimmt ihre Vielfalt und Dichte in zahlreichen Landschaften ab. Ein Forschungsteam der Universitäten Göttingen, Sussex und Würzburg hat nun das Sammelverhalten von Bienen in Agrarlandschaften untersucht. Dafür analysierten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die sogenannten Bienentänze. Sie fanden heraus, dass Honigbienen Erdbeerfelder bevorzugen, auch wenn direkt in der Nähe der Raps blühte. Nur bei starker Rapsblüte waren weniger Honigbienen im Erdbeerfeld zu beobachten. Wildbienen wählten hingegen konstant das Erdbeerfeld. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Agriculture, Ecosystems & Environment erschienen. ...weiter






»Angesichts der starken Agrarlobby sehe ich schwarz«
Tageszeitung junge Welt | 15.01.2020 | Interview: Oliver Rast

Insektensterben bedroht Ökosysteme. In BRD fehlt es an Taten, in der EU dominieren die Konzerninteressen. Ein Gespräch mit Teja Tscharntke


Landschaft_Breitenberg_Eichsfeld_SusanneEs summt, brummt und krabbelt zuwenig in der Flora, besagen Studien zum Insektensterben. Sind diese Tiere denn alle ausnahmslos gut für das Ökosystem?

Insekten sind die artenreichste Tiergruppe und stellen 70 Prozent aller Arten – damit sind sie zentraler Teil aller Ökosysteme. Wahrscheinlich wurden die meisten Insektenarten noch gar nicht entdeckt und haben noch nicht einmal einen Namen. Nur bei wenigen der Arten ist bekannt, wie sie das Funktionieren von Ökosystemen steuern. Beispielsweise bei den bestäubenden Wildbienen, den Aas zersetzenden Fliegen und Käfern oder den Schädlinge kontrollierenden, parasitischen Wespen. ...weiter




Insektenatlas 2020
Januar 2020

Daten und Fakten über Nütz- und Schädlinge in der Landwirtschaft

insektenatlas2020_titel_rgbDer Insektenatlas liefert Daten und Fakten über Nütz- und Schädlinge in der Landwirtschaft, formuliert die Kritik an der zu zögerlichen Politik und benennt die dringend notwendigen Schritte zum Schutz der Insekten. ...weiter




Heinrich Böll Stiftung | Insektenschutz und Landwirtschaft: Mit Vielfalt zur Ernte | 8. Februar 2020 | von Teja Tscharntke









Fahrplan gegen das Insektensterben
07.01.2020

Internationales Forschungsteam mit Beteiligung der Universität Göttingen stellt Maßnahmen vor

Heuschrecke_Catrin_WestphalImmer mehr Studien zeigen, dass die Anzahl von Insekten und deren Artenvielfalt weltweit abnimmt. Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung des Niederländischen Instituts für Ökologie und mit Beteiligung der Universität Göttingen hat einen Fahrplan zum Insektenschutz entwickelt. Der Fahrplan umfasst Sofortmaßnahmen sowie langfristige Finanzierungspartnerschaften und globale Monitoringprogramme, die dazu beitragen können, das Insektensterben aufzuhalten, indem sie deren Lebensräume schützen. Die Studie ist in der Fachzeitschrift Nature Ecology & Evolution erschienen. ...weiter


ndr Hallo Niedersachsen | Forscher entwickeln Fahrplan gegen Insektensterben | 08.01.2020, 12:39 Uhr

innovations report - Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft | Fahrplan gegen das Insektensterben | 07.01.2020


Göttinger Tageblatt | Fahrplan zum Insektenschutz | 10.01.2020
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Mehr Schläge für die Artenvielfalt
Land und Forst | 49/2019 | Dr. Gunnar Breustedt, Prof. Dr. Teja Tscharntke


Alle fordern mehr Artenvielfalt. Die meisten Maßnahmen dafür auf dem Acker kosten Geld, denn der Aufwand erhöht sich und der Ertrag bricht oft ein. Wir wollen einen neuen Ansatz wählen, frei nach dem Motto: Aus eins mach zwei.. ...weiter