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Kunstgeschichte (B.A.) (2-Fächer)

Name des Studienfachs: Kunstgeschichte (B.A.) (2-Fächer)
Abschluss: Bachelor of Arts (B.A.)
Regelstudienzeit: 6 Semester
Studienbeginn: nur Wintersemester

Zulassung zum Wintersemester 2017/18:

  • 1. Fachsemester: zulassungsfrei (Immatrikulation ohne vorherige Bewerbung)
  • 2. bis 6. Fachsemester: zulassungsfrei (Immatrikulation ohne vorherige Bewerbung)
  • Internationale Bewerber (Non-EU): zulassungsfrei (Bewerbung bei International Student Office)



Darstellung des Studienangebots:
Gegenstand des Faches
Gegenstand der Kunstgeschichte ist die Erforschung von Artefakten und von Bildern allgemein, ihrer historischen Formen und Inhalte, aber auch ihrer Theoriebildung und Einbettung in kulturelle wie gesellschaftliche Kontexte. In der Breite umfasst die Kunstgeschichte die Gattungen Malerei, Bildhauerei, Architektur, Graphik, Photographie, Video und angewandte Kunst, in historischer Perspektive die nachantike Kunst Europas bis zur globalisierten Moderne. Kunstgeschichte ist aber nicht nur das Studium der Geschichte der bildenden Künste, sondern bietet umfassende Orientierung und Kompetenz im Umgang mit Bildern aus Vergangenheit und Gegenwart.
In Göttingen wird die Kunstgeschichte in ihrer ganzen historischen und thematischen Breite gelehrt und qualifiziert für eine Vielzahl von Berufen in Museum, Denkmalpflege, Kunsthandel und anderen Institutionen. Besondere Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen auf der Kunstgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit in Italien, den Bildkünsten des 19. Jahrhunderts und der Moderne, auf historischen Bild- und Kunsttheorien, transkulturellen Verflechtungen und dem neuzeitlichen Künstlerwissen. Ein Schwerpunkt in der Lehre ist zudem die Digitale Kunstgeschichte. Darüber hinaus ist die kuratorische Ausbildung in der Kunstsammlung eine Besonderheit des Göttinger Instituts ist. Sie reicht von der Lehre an den Objekten bis zur Erarbeitung eigener Ausstellungen. Zum Studienangebot gehören regelmäßige Exkursionen ins In- und Ausland sowie Auslandsaufenthalte an europäischen Partneruniversitäten. In Göttingen ist das Kunstgeschichtliche Seminar Mitglied interdisziplinärer Zentren, Studiengänge und Forschungsverbände. Eine enge Zusammenarbeit besteht überdies mit den archäologischen, historischen und kulturwissenschaftlichen Fächern an der Göttinger Universität.

Kunstsammlung
Die Göttinger Universität verfügt über eine der wenigen eigenen Universitätskunstsammlungen in Deutschland mit wertvollen Beständen vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Rund 2.500 Handzeichnungen, 15.000 Blatt Druckgraphik, 300 Gemälde, zahlreiche Skulpturen, eine Foto- und eine Videokunstsammlung spiegeln die künstlerische Produktion mehrerer Jahrhunderte. Studierende lernen in Göttingen schon vom Beginn ihres Studiums an den Umgang mit originalen Kunstwerken. Regelmäßig finden Projektseminare statt und das Forschen im Studium ist eine unserer großen Stärken. Die Studierenden bereiten selbst Ausstellungen vor und publizieren die Ergebnisse ihrer Forschungen in hochwertigen Ausstellungskatalogen. Somit können Studierende in Göttingen schon während des Studiums nachhaltige Erfahrungen für die kunsthistorische Berufspraxis sammeln. Diese Ausrichtung auf die Praxis von Kunsthistorikern in einer hochspezialisierten Berufswelt von Museen, Ausstellungswesen, Kunsthandel und Lehre und Forschung ist ein herausragendes Merkmal des Studiums in Göttingen.

Empfohlene Vorkenntnisse und Sprachvoraussetzungen
Im Studium der Kunstgeschichte werden oft Quellentexte und Texte der Sekundärliteratur in ihrer originalen Sprache gelesen. Hinreichende Kenntnisse der englischen Sprache sowie mindestens einer zweiten modernen Fremdsprache, wie etwa Italienisch, Französisch oder Niederländisch sowie Grundkenntnisse der lateinischen Sprache werden daher empfohlen. Die Sprachkenntnisse können im Lauf des Studiums im Rahmen des Erwerbs von Schlüsselkompetenzen oder während eines Auslandssemester vertieft und erweitert werden.

Sprachanforderungen (während des Studiums zu erfüllen)
Für die Zulassung zur Masterarbeit sind Lateinkenntnisse mindestens im Umfang des Kleinen Latinums nachzuweisen.

Studienverlauf
Im 6-semestrigen Bachelorstudium werden in den ersten Semestern die inhaltlichen und methodischen Grundlagen der Kunstgeschichte gelehrt. Die Studierenden erlernen und erproben dabei die Arbeitsweisen des Fachs und erwerben grundlegende Kenntnisse zu künstlerischen Techniken, Theorien, Epochen und Gattungen. Bereits ab dem ersten Semester werden dabei Objekte der Kunstsammlung in die Lehre integriert. Eine einwöchige Exkursion in ein bedeutendes kulturelles Zentrum, wie Rom, Florenz, Wien, Prag, Paris oder London, eröffnet die zweite Studienhälfte.

Im 5. Semester wählen die Studierenden zwischen dem berufsqualifizierenden und einem betont fachwissenschaftlichen Profil. Ersteres setzt intensiv auf praktische Fähigkeiten, die der Berufsvorbereitung dienen; ein mindestens dreiwöchiges Pflichtpraktikum dient der Vertiefung der im Studium erworbenen praktischen Fähigkeiten und hilft, frühzeitig Kontakte zu knüpfen. Das fachwissenschaftliche Profil bietet die Möglichkeit, selbständiger als bisher aus dem Lehrangebot zu wählen und somit eigene thematische und epochenorientierte Schwerpunkte zu setzen. Dadurch ist eine qualifizierte Vorbereitung auf ein stärker wissenschaftlich orientiertes Masterstudium gewährleistet.

Zusätzlich können in Kursen des Sprachenzentrums Fremdsprachenkenntnisse vertieft und neue Sprachen erlernt werden. Es besteht darüber hinaus die Möglichkeit, ein oder zwei Semester an einer der ausländischen Partneruniversitäten, etwa in Venedig oder Barcelona, zu studieren. Bei der Planung eines Auslandsaufenthalts werden die Studier­enden durch das Seminar beraten und unterstützt.

Feste Kooperationen in der Lehre bestehen mit dem Landesmuseum Hannover, der HAWK Hildesheim (Studiengang Konservierung und Restaurierung), dem Herzog-Anton-Ulrich-Museum in Braunschweig, der Museumslandschaft Hessen-Kassel und der niedersächsischen Denkmalpflege.

Studienziel
Die Absolventen beherrschen die grundlegenden Fragestellungen und Methodendiskussionen des Faches in systematischer wie historischer Perspektive von der fachgerechten Beschreibung des Objekts in seiner materiellen Beschaffenheit über die formale und inhaltliche Analyse bis zur Einordnung in die kunsthistorischen, politischen, sozialen und ideologischen Kontexte einer Epoche. Sie können Werke verschiedener Medien und Gattungen mit ihren zugehörigen Quellen in fachgerechter Terminologie beschreiben, analysieren und kategorisieren und sind in der Lage, wissenschaftliche Probleme zu erkennen, zu fokussieren, zu bearbeiten und neue Forschungsperspektiven zu entwickeln. Darüber beherrschen sie die wichtigsten wissenschaftlichen Textsorten des Faches und sind dazu befähigt, Ergebnisse und Probleme der Forschung sowohl in schriftlicher Form wie im mündlichen Vortrag zu präsentieren und in einen Fachdiskurs einzubringen. Sie verfügen auch über die Fähigkeit zu eigenständiger Methodenreflexion.

Empfohlene Fächerkombinationen
Sinnvoll sind fast sämtliche Kombinationen mit Fächern der Philosophischen Fakultät. Die Klassische und die Christliche Archäologie und die Ur- und Frühgeschichte untersuchen Kulturbereiche aus den Perioden, die zeitlich vor denen von der Kunstgeschichte analysierten liegen, aber für sie bis in die jüngere Gegenwart traditionsbildend sind. Da gute Fremdsprachenkenntnisse nötig sind, um das Fach angemessen zu studieren und später vertreten zu können, kann die Wahl einer europäischen Fremdsprache als Nebenfach zweckmäßig sein, im Hinblick auf den privaten Kultursektor aber auch Volkswirtschaft, Rechtswissenschaften oder Fächer der Sozialwissenschaftlichen Fakultät.

Berufsfelder
Zu dem Berufsfeld der Kunstgeschichte gehört die Arbeit im Museum, in der Denkmalpflege und in der Universität, aber auch in Galerien, im Kunsthandel, im Tourismus, in Verlagen, Zeitungen, Medienanstalten, Versicherungen und in allen Bereichen des Kulturmanagements. Ein Abschluss der Kunstgeschichte soll für alle diese Berufsfelder qualifizieren, was einerseits ein breites Spektrum des Lehrangebots voraussetzt, andererseits aber gezielte Schwerpunktsetzungen gegen Ende des Studiums verlangt. Um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Studierenden für den internationalen Arbeitsmarkt entsprechend zu stärken, wird in dem Studienjahr, das dem Abschluss vorausgeht, der Anteil praxisorientierter Module stark erhöht. Dabei machen wir uns die spezifischen Göttinger Standortvorteile zunutze: die fachliche Ausrichtung unserer eigenen Dozenten, die Nachbardisziplinen sowie als besonderen Pluspunkt die Kunstsammlung der Universität.

Der B.A.-Abschluss deckt die Kernbereiche des Faches ab und ermöglicht es den Absolventinnen und Absolventen, sowohl in Göttingen als auch an anderen deutschen und ausländischen Universitäten ein Masterstudium anzuschließen. Der Master-Studiengang qualifiziert besonders für eine wissenschaftliche Karriere an Universitäten, außeruniversitären Forschungseinrichtungen des Faches, Museen und Sammlungen klassischer und moderner Kunst im In- und Ausland sowie für die Denkmalpflege und ist - über die genannten Berufsfelder hinaus - auch Eingangsvoraussetzung für den Promotionsstudiengang Kunstgeschichte.