Überblick über das Fach Altorientalistik in Göttingen

Hunderttausende Tontafeln, darunter Werke wie das Gilgameschepos oder Lieder der frühesten bekannten Autorin der Welt (23. Jh. v. Chr.) sind zwischen 3000 v. Chr. und der Zeitenwende im antiken Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris entstanden und haben sich bis heute erhalten ¬- und jedes Jahr kommen durch Ausgrabungen viele neu entdeckte hinzu. Die in diesen Texten gespiegelten Überlegungen über den Menschen, sein Leben und seine Welt haben auf Kulturen wie Griechenland oder Israel ausgestrahlt und fordern auch aktuell zum Weiterdenken heraus. Die Altorientalistik erforscht diese Hochkulturen, welche um 3200 v. Chr. die Keilschrift erfunden und bis ins 1. Jh. n. Chr. verwendet haben, vor allem das antike Sumer, Babylonien und Assyrien. Traditionen aus dem Alten Orient prägen bis heute die Kulturen in Ost und West und bilden daher eine wichtige, gemeinsame Brücke. Ausgrabungen liefern dauernd weiteres neues Material.
Das Studium ist in Göttingen philologisch und kulturanthropologisch ausgerichtet und umfasst vor allem die Bereiche Sprache, Geschichte, Literatur und Religion; der Forschungsschwerpunkt Mythosforschung fließt ebenfalls in das Studienprogramm ein. Wer Interesse und Fähigkeiten hat, kann schon früh zur Forschung beitragen oder Themen des Alten Orient für die heutige Zeit in journalistischer oder künstlerischer Weise fruchtbar machen. Das Studium enthält Elemente, die dem Erwerb der Sprach- und Sachkompetenz dienen, also Sprach- und Lektürekurse sowie Elemente, die Sach- und Methodenkompetenz vermitteln. Beide Bereiche werden parallel belegt und ergänzen sich ideal.
Das Studium führt in die sumerische und babylonisch-assyrische Sprache und ihre Texte ein, wobei der Spracherwerb von Anfang an spannende Einblicke in die Kulturen ermöglicht.