Universität Göttingen reicht Vollanträge für vier Exzellenzcluster ein

21.02.2018

Forschungscluster bauen auf erfolgreicher Zusammenarbeit am Göttingen Campus auf

Die Universität Göttingen hat heute (21. Februar 2018) Vollanträge für vier Exzellenzcluster im Wettbewerb um Fördergelder aus der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern eingereicht. Die Themen sind „Multiscale Bioimaging“, „Primatenkognition“, „Grenzziehungen des Religiösen“ und „Integrative Landnutzungswissenschaften für nachhaltige Entwicklung“. Die Clusteranträge hat die Universität mit ihren Partnern am Göttingen Campus erarbeitet. Die endgültige Entscheidung über die Förderung der Cluster fällt Ende September 2018.

„Ich danke allen beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern für ihren Einsatz“, so Universitätspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Beisiegel. „Die beantragten Cluster sind integraler Bestandteil unserer langfristigen Strategie und bauen auf der erfolgreichen Zusammenarbeit mit unseren Partnern am Göttingen Campus in den vergangenen zehn Jahren auf.“ Wenn mindestens zwei Cluster bewilligt werden, kann die Universität auch am Wettbewerb „Exzellenzuniversität“ teilnehmen. Hierfür hat die Universität heute ihre Absichtserklärung eingereicht.

Die Universität hat Vollanträge für folgende vier Exzellenzcluster gestellt:

Multiscale Bioimaging: von molekularen Maschinen zu Netzwerken erregbarer Zellen
Ziel des Clusters ist es, die strukturellen und die sich daraus ergebenden funktionellen Eigenschaften erregbarer Zellen in Herz und Hirn über mehrere Längenskalen hinweg zu verstehen. Um krankheitsrelevante nanoskalige Funktionseinheiten in Herz- und Nervenzellen zu entschlüsseln, sollen innovative bildgebende analytische Methoden entwickelt und angewandt werden. Mit den gewonnenen Erkenntnissen sollen neuartige diagnostische und therapeutische Ansätze für Erkrankungen von Herz und Hirn ermöglicht werden. Sprecher des Vorhabens sind der Neurowissenschaftler Prof. Dr. Tobias Moser von der Universitätsmedizin Göttingen, die Chemikerin Prof. Dr. Claudia Steinem von der Universität Göttingen und der Molekularbiologe Prof. Dr. Patrick Cramer vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie.

Primatenkognition – Informationsintegration in einer komplexen sozialen Welt
Ziel des Clusters ist das bessere Verständnis der evolutionären Basis und der Mechanismen, die dem Sozialverhalten und der Kognition von Menschen und nichtmenschlichen Primaten zugrunde liegen. Insbesondere soll die Diskontinuität der kognitiven Leistungsfähigkeit zwischen Menschen und anderen Primaten erklärt werden. Hierfür sollen von der Freiland-Forschung bis ins Labor mit innovativen Methoden Verhaltens-, Hormon- und neurophysiologische Daten von Individuen in sozialen Interaktionen erhoben und ausgewertet werden. Sprecherin des Vorhabens ist Prof. Dr. Julia Fischer, Professorin für Primatenkognition an der Universität Göttingen und am Deutschen Primatenzentrum, die von Prof. Dr. Hannes Rakoczy, Prof. Dr. Annekathrin Schacht und Prof. Dr. Stefan Treue unterstützt wird.

Grenzziehungen des Religiösen
Ziel des Clusters ist das Verständnis von Dynamiken der Konstruktion und Dekonstruktion des Religiösen in verschiedenen historischen Perioden und kulturellen Kontexten. Untersucht werden Praktiken der Grenzziehung zwischen religiösen und nicht-religiösen Domänen ebenso wie inter- und intrareligiöse Differenzen. Neben einer für globale und transregionale Verflechtungen sensiblen Vergleichsmethodik sollen Methoden zur Erforschung des Religiösen im digitalen Zeitalter entwickelt werden. Insgesamt soll der Cluster neue Impulse für die interdisziplinäre Religionsforschung geben. Sprecher des Vorhabens sind der Religionssoziologe Prof. Dr. Matthias Koenig, die Historikerin Prof. Dr. Hedwig Röckelein und Prof. Dr. Ran Hirschl, Alexander von Humboldt-Professor für Komparativen Konstitutionalismus, von der Universität Göttingen.

Integrative Landnutzungswissenschaften für nachhaltige Entwicklung (LUSci)
Der Cluster verknüpft forst- und agrarwissenschaftliche Forschung und hat globale Probleme der Landnutzung vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern im Blick. Es soll ein international sichtbares Zentrum für Landnutzungswissenschaft aufgebaut werden, in dem interdisziplinär die Wissensbasis und neue Methoden entwickelt werden, um Antworten auf übergreifende Fragen zu geben. Untersucht werden soll zum Beispiel, wie Landnutzung nachhaltig betrieben werden kann. Sprecher des Vorhabens sind der Forstwissenschaftler Prof. Dr. Edzo Veldkamp, der Agrarökonom Prof. Dr. Bernhard Brümmer und die Ökologin Prof. Dr. Kerstin Wiegand von der Universität Göttingen.