Gattungstheorie und Gattungspraxis: Untersuchungen zum Bestand der Gemälde des 19. Jahrhunderts in der Göttinger Universitätskunstsammlung
Forschungsprojekt im Rahmen des Programms „Forschungsorientiertes Lehren und Lernen“
Leitung: PD Dr. Christian Scholl, Dr. des. Anne-Katrin Sors (abgeschlossenes Projekt)

Nach Sanierungsmaßnahmen ist die Gemälde- und Skulpturen­galerie im April 2011 in neuem Ge­wand wieder er­öffnet worden. Ein beson­deres Augen­merk fiel dabei auf einen bis­lang nahezu un­bear­beiteten Be­stand von Gemälden des 19. Jahr­hunderts. Es handelt sich um Werke, die in ihrer spezi­fischen Be­deu­tung erst in den letzten Jahr­zehnten wieder in den Fokus der kunst­his­to­rischen For­schung ge­rückt sind. Durch ihre Bear­beitung er­folgt somit ein un­mittel­barer An­schluss an aktuelle wissen­schaft­liche Debatten.
Dieser Be­stand um­fasst ca. 25 Werke ver­schie­dener Gattungen (religiöse und profane Historien, Genre, Land­schaft, Still­leben), an­hand derer sich die kunst­ge­schicht­lichen Gattungs­dis­kurse im 19. Jahr­hundert auf exempla­rische Weise nach­vollziehen lassen. Hierzu gehören, um nur einige Künstler zu nennen, Gemälde des ersten Göttinger Kunst­geschichts­professors Johann Domenicus Fiorillo, des Hannoveraner Hof­malers Carl Oesterley, eines Göttinger Historien­malers mit Namen Friedrich Spangenberg sowie des Haupt­ver­treters der Weimarer Maler­schule, Karl Buchholz.
Die Aufarbeitung dieses bedeutenden Be­standes, er­mög­licht grund­legende Ein­sichten in die große Band­breite künstlerischen Schaffens dieses Jahr­hunderts und ver­mittelt zu­gleich eine Viel­falt methodischer Heran­gehens­weisen.


Methodische Herangehensweise


Um die zuvor formulierten Ziele zu verfolgen, werden Stu­die­rende diese weit­gehend un­er­forschten Gemälde der Göttinger Kunst­samm­lung selb­ständig bear­beiten. Einen wichtigen Be­stand­teil bildet hierbei die eigen­ständige For­schung der Stu­die­renden in Archiven, Biblio­theken und externen Samm­lungen. Die Unter­suchung be­gleitend soll ein inten­siver Aus­tausch mit Ex­perten anderer Ein­richtungen aus Uni­ver­sitäten und Museen ent­wickelt werden, der in einem von den Studierenden or­gani­sierten Fach­kolloquium vor den Originalen seinen vor­läufigen Ab­schluss findet.
Im Zuge des Pro­jektes ist im Sommer 2012 die Publika­tion eines wissen­schaft­lichen Be­stands­kataloges mit den neu­ge­wonnenen Er­kennt­nissen, sowie eine ab­schließende Sonder­aus­stellung zur Prä­sentation des Samm­lungs­bereiches ge­plant.





ForschungsgruppeDie Mitglieder der Forschungsgruppe:

(oben, v. l.) Phil Miller, Verena Suchy, Julia Diekmann, Lisa Weiß; (unten, v. l.) Ifee Tack, Jan Stieglitz; (nicht im Bild) Katharina Immoor, Janna Krützer, Christina Eifler

Mentor: PD Dr. Christian Scholl

Betreuerin: Dr. des. Anne-Katrin Sors