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Nach Sanierungsmaßnahmen ist die Gemälde- und Skulpturengalerie im April 2011 in neuem Gewand wieder eröffnet worden. Ein besonderes Augenmerk fiel dabei auf einen bislang nahezu unbearbeiteten Bestand von Gemälden des 19. Jahrhunderts. Es handelt sich um Werke, die in ihrer spezifischen Bedeutung erst in den letzten Jahrzehnten wieder in den Fokus der kunsthistorischen Forschung gerückt sind. Durch ihre Bearbeitung erfolgt somit ein unmittelbarer Anschluss an aktuelle wissenschaftliche Debatten.
Dieser Bestand umfasst ca. 25 Werke verschiedener Gattungen (religiöse und profane Historien, Genre, Landschaft, Stillleben), anhand derer sich die kunstgeschichtlichen Gattungsdiskurse im 19. Jahrhundert auf exemplarische Weise nachvollziehen lassen. Hierzu gehören, um nur einige Künstler zu nennen, Gemälde des ersten Göttinger Kunstgeschichtsprofessors Johann Domenicus Fiorillo, des Hannoveraner Hofmalers Carl Oesterley, eines Göttinger Historienmalers mit Namen Friedrich Spangenberg sowie des Hauptvertreters der Weimarer Malerschule, Karl Buchholz.
Die Aufarbeitung dieses bedeutenden Bestandes, ermöglicht grundlegende Einsichten in die große Bandbreite künstlerischen Schaffens dieses Jahrhunderts und vermittelt zugleich eine Vielfalt methodischer Herangehensweisen.
Methodische Herangehensweise
Um die zuvor formulierten Ziele zu verfolgen, werden Studierende diese weitgehend unerforschten Gemälde der Göttinger Kunstsammlung selbständig bearbeiten. Einen wichtigen Bestandteil bildet hierbei die eigenständige Forschung der Studierenden in Archiven, Bibliotheken und externen Sammlungen. Die Untersuchung begleitend soll ein intensiver Austausch mit Experten anderer Einrichtungen aus Universitäten und Museen entwickelt werden, der in einem von den Studierenden organisierten Fachkolloquium vor den Originalen seinen vorläufigen Abschluss findet.
Im Zuge des Projektes ist im Sommer 2012 die Publikation eines wissenschaftlichen Bestandskataloges mit den neugewonnenen Erkenntnissen, sowie eine abschließende Sonderausstellung zur Präsentation des Sammlungsbereiches geplant.
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Die Mitglieder der Forschungsgruppe:
(oben, v. l.) Phil Miller, Verena Suchy, Julia Diekmann, Lisa Weiß; (unten, v. l.) Ifee Tack, Jan Stieglitz; (nicht im Bild) Katharina Immoor, Janna Krützer, Christina Eifler
Mentor: PD Dr. Christian Scholl
Betreuerin: Dr. des. Anne-Katrin Sors
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