IV. Physikalisches Institut - AG Wenderoth

Die Entwicklung der nächsten Generation elektronischer Bauelemente ist direkt verknüpft mit der Fähigkeit, diese Systeme auf atomarer Skala zu analysieren. Dabei wird nicht nur die Kenntnis der lokalen Defektstruktur und die zugehörigen elektronischen Eigenschaften benötigt. Vielmehr muss diese Information mit dem Wissen über lokale Transportfelder und über dynamische Prozesse einzelner Defekten verknüpft werden. Das Gebiet der Rastersondenmikroskopie (engl. Scanning Probe Microscopy SPM) hat in den letzten Jahrzehnten einen Zugang sowohl zu Ober- und Grenzflächen wie auch in ausgewählten Systemen zu Volumeneigenschaften eröffnet. Der Reiz der Sondenmikroskopie liegt in ihrer Vielfalt und der einzigartigen Fähigkeit, elektronische Eigenschaften einzelner Atome mit atomarer Auflösung abbilden zu können. Unsere Arbeitsgruppe nutzt und entwickelt verschiedenste SPM Techniken, um aktuelle Fragen der Grundlagenforschung zu beantworten. Dabei werden Metall-Halbleiter-Grenzflächen, Transport in Graphene, die Ladungsdynamik von einzelen Störstellen in Halbleitern und Metallen, der Kondoeffekt von einzelnen und gekoppelten magnetischen Störstellen in Kupfer oder aktuelle Materialsyteme wie Hexaboride oder Iridate untersucht.


Auf die Nähe kommt es an: Wie das Substrat den Widerstand von Graphen beeinflusst

Graphen wird oft als Wundermaterial der Zukunft bezeichnet. Mittlerweile können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler perfekte Graphen-Lagen auf Quadratzentimeter großen Kristallen wachsen lassen. Wir haben gemeinsam mit der Technischen Universität Chemnitz und der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt Braunschweig den Einfluss des darunter liegenden Kristalls auf den elektrischen Widerstand des Graphens untersucht. Entgegen bisheriger Annahmen zeigen die neuen Ergebnisse, dass der im englischen als Proximity-Effekt bezeichnete Prozess lokal stark variiert. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Nature Communications erschienen.

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Jan Peter Tönnies Physikpreis

Wir freuen uns, dass der mit 1.000 Euro dotierte Jan Peter Tönnies Promotionspreis in diesem Jahr an Dr. Philipp Kloth verliehen wurde. Mit dem Preis wird "die experimentelle Umsetzung einer neuen genialen Idee oder die Durchführung eines besonders schwierigen Experiments" gewürdigt. Durch die Kombination eines örtlich hochpräzisen Rastertunnelmikroskops mit einer unkonventionellen gepulsten Laseranregung war es ihm erstmals möglich, den zeitlichen Verlauf elektrischer Ladungsdynamiken mit atomarer Auflösung zu charakterisieren.

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