Seminar für Deutsche Philologie

Dr. Daniel Eder

wiss. Mitarbeiter in der Abteilung für Germanistische Mediävistik


Aktuelles

  • Interdisziplinärer Workshop "Register des Religiösen. Heiligkeitsentwürfe im Spannungsfeld von Mystik und Legendarik" (Göttingen, 06./07. Juli 2018), veranstaltet zusammen mit Dr. Simone Kügeler-Race (Cambridge). Genauere Informationen zu Anmeldung und Programm finden Sie hier.

  • Call for Papers für die interdisziplinäre Tagung zum Thema „vita perfecta? Formen der Aushandlung divergierender Ansprüche an ein religiöses Leben“ (Göttingen, 13.–15. März 2019), organisiert zusammen mit Daniel Eder und Christian Schmidt. Die Ausschreibung läuft noch bis zum 31. Mai 2018. Das Tagungskonzept finden Sie hier.



Curriculum Vitae

Seit WS 2016/17 wiss. Mitarbeiter bei Prof. Dr. Henrike Manuwald am Seminar für Deutsche Philologie der Georg-August-Universität Göttingen; SoSe 2015: Promotion an der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln; 2010-2016: wiss. Mitarbeiter am Institut für deutsche Sprache und Literatur I der Universität zu Köln in der Abteilung Ältere deutsche Sprache und Literatur, zunächst bei Prof. Dr. Ursula Peters, später bei Frau Prof. Dr. Monika Schausten bzw. Prof. Dr. Udo Friedrich; 2008: Magisterabschluss an der Universität zu Köln; 2002-2008: Studium der Germanistik, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft und Musikwissenschaft an der Universität zu Köln.

Aktuelles Projekt

"Kölner Pilgerdrucke um 1500. Stadtheiligkeit als literarisches Programm im Spannungsfeld von Narration, Raum und Objekt" [Arbeitstitel]

Das Projekt geht von der der immer noch klärungsbedürftigen Frage aus, was unter dem in der Forschung als Schlagwort so prominenten ,legendarischen Erzählen‘ zu verstehen ist, gerade wenn damit eine substanziell spezifische Art des Erzählens, die sich von anderen Formen unterscheidet, gemeint sein sollte. Gegenstand der Untersuchung sind die volkssprachlichen Kölner Pilgerdrucke aus der Zeit um 1500, die die Legendenerzählungen der einschlägigen städtischen Patrone in ripuarisch gefärbtem Idiom darbieten (Hl. Drei Könige, Ursula und ihre elftausend Jungfrauen, Irmgard) und allgemein nicht als ausgesprochen literarisch hochwertig erachtet werden. An ihnen lässt sich jedoch – über das Erzählprogramm von Stadtheiligkeit – ein besonders enger Verweiszusammenhang von Narration, Raumbedeutung und Objektprofilierung (z.B. in Form von Reliquien) demonstrieren, der die ,Realpräsenz des Heils‘ nicht nur einfach absichern hilft, sondern geradezu erst hervorbringt. Dabei kommt es einerseits zu sehr stabilen gegenseitigen Geltungsbestätigungen von Erzählmotiven, spatialen Settings und materiellen Heilsträgern, die sich zirkulär Authentizität garantieren, andererseits – das zeigt ein genauerer Blick – erschöpft sich das Genre des Pilgerbuchs nicht einfach in solchen Gebrauchszusammenhängen und Verfahren sozio-kultureller Bedeutungseinschreibung. Vielmehr produzieren die Texte auch einen semantischen Überschuss, indem sie ambivalente Deutungsmöglichkeiten von Räumen und Objekten provozieren, mehrere Codierungsebenen amalgamieren oder zu imaginativer Auffüllung einladende Leerstellen aufweisen. In dieser Konstellation lässt sich für die Pilgerbücher ein Grad von Literarizität nachweisen, der für übergreifende Konzepte vom ,legendarischen Erzählen‘ noch stärker mit zu berücksichtigen wäre.

Arbeitsschwerpunkte

  • Minnesang
  • Literarische Austauschprozesse zwischen den verschiedenen europäischen Lyriktraditionen des Mittelalters
  • Kulturwissenschaft und Literaturtheorie
  • Artusroman im 13. Jahrhundert
  • Legendarisches Erzählen



Publikationen

Monographie:
Der Natureingang im Minnesang. Studien zur Register- und Kulturpoetik der höfischen Liebeskanzone, Tübingen 2016 (Bibliotheca Germanica 66).

Aufsatz:
Diskurstechniken literarischer Rede als Kunst der Möglichkeiten. Kulturwissenschaftliche Überlegungen zum Natureingang im Minnesang, in: Poetica 48 (2016), S. 23-58.

Vorträge (seit Ende 2016):


  • „Wer ist ,Severin von Kölnʻ? Überlegungen zu den Geltungspotenzialen legendarischen Erzählens im Spannungsfeld von Text, Bild und Reliquie“ am Deutschen Seminar der Universität Zürich auf Einladung von Frau Prof. Dr. Susanne Köbele (08.12.2016)
  • „Die Heiligen und ihr Raum. Überlegungen zu einem spatial turn der Legendenforschung am Beispiel der Kölner Stadtpatrone“ im Kolloquium „Themen und Tendenzen der Mittelalterforschung“ (ttm), Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte der Georg-August-Universität Göttingen (27.04.2017)
  • “Constructing sainthood for the city: relics, narratives, and spaces of the local saints in medieval and early modern Cologne.” auf dem 1. DAAD Graduate workshop “New Directions in Medieval German Studies” der University of Cambridge (26.05.2017)
  • „Natureingang und Überlieferung. Von der handschriftlichen Varianz eines Topos zur Interpretation von Minneliedern“ im Rahmen des Mediävistischen Kolloquiums am Germanistischen Institut der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (07.06.2017)
  • „Köln und seine Heiligen. Die sanctitas Coloniae aus literatur- und kulturwissenschaftlicher Perspektive“ als Einzeltermin der Ringvorlesung „Köln im Mittelalter“, veranstaltet von Prof. Dr. Peter Orth und Prof. Dr. Karl Ubl im SoSe 2017 an der Universität zu Köln (22.06.2017)
  • „Erzählen von den Kölner Stadtheiligen. Die sanctitas Coloniae aus narratologischer und kulturwissenschaftlicher Perspektive“ im Rahmen des Altgermanistischen Kolloquiums am Seminar für Deutsche Philologie der Georg-August-Universität Göttingen (12.07.2017)
  • „Arbeit an der Evidenz. Figuren der Rahmung und Spiegelung im Kölner Severin-Zyklus zwischen Referenz und Differenz (Chorraum St. Severin, Köln)“ auf der 2. interdisziplinären Werkstatt des DFG-Netzwerks „Vor-Augen-Stellen“ mit dem Thema „Rahmung und Spiegelung Wiederholungsfiguren in Text, Bild und illustrierten Texten“ (24.11.2017)
  • “St. Ursula and her bridegroom: A martyrdom story in the tension field between mysticism and legendary narration” im Rahmen des DAAD-Workshops “Between Mysticism and Legend: Saints and Visionaries in Medieval German Literature” an der University of Cambridge (01.12.2017)
  • „Kohärenzprinzip Autorschaft? Überlegungen zu den Klein- und Kleinstœuvres im Minnesang aus hermeneutischer Perspektive“ auf der in Zusammenarbeit mit der DFG-Forschergruppe 2305 „Diskursivierungen von Neuem. Tradition und Novation in Texten des Mittelalters und der Frühen Neuzeit“ veranstalteten Tagung „Lyrische Kohärenz im Mittelalter. Spielräume – Kriterien – Modellbildung“ an der Universität Zürich (20.01.2018)



Lehre
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