In publica commoda

Campus-Covid-Screen

Die Universität Göttingen arbeitet gemeinsam mit der Universitätsmedizin Göttingen und ihren Partnern am Göttingen Campus unter Hochdruck an der Einführung von flächendeckenden und regelmäßigen SARS-CoV-2-Tests. Diese möchten wir allen Universitätsangehörigen anbieten, die dazu bereit sind.

Wenn sich ein genügend hoher Anteil von Universitätsangehörigen freiwillig testen lässt,können wir mit den Tests das Eingangsrisiko, dass bei einer Präsenzveranstaltung jemand infektiöses anwesend ist, deutlich besser kontrollieren. Gleichzeitig erreichen wir damit in der Universität und am Campus deutlich mehr Sicherheit im Hinblick auf den im Wintersemester geplanten Präsenzbetrieb.

Sobald die Tests verfügbar sind, informieren wir Sie auf dieser Seite über den Fortschritt und geben nach Start des Programms Hinweise zur Teilnahme.

Einführung


Das Wintersemester steht vor der Tür, und immer noch ist kein Ende der Corona-Pandemie abzusehen. Auch wenn das Sommersemester an der Universität Göttingen dank einer gemeinsamen Kraftanstrengung aller Beteiligten in digitaler Form mit nur wenigen Einschränkungen stattfinden konnte, ist das akademische und soziale Leben an der Universität fast vollständig zum Erliegen gekommen. Zwar haben die meisten Studierenden ihre akademischen Ziele für das Semester mehr oder weniger gut erreichen können, eine Umfrage am Semesterende hat aber ergeben, dass fast zwei Drittel unserer Studierenden unter der sozialen Isolation und Motivationsproblemen gelitten haben. Kein Wunder – die Uni war gespenstisch leer. Es sind ja nicht nur das fachliche Bildungsangebot, sondern die vielen Diskussionen mit Kommiliton*innen und Lehrenden und die gemeinsamen Unternehmungen, die das Studium zu einem einmaligen Erlebnis und einem nachhaltig prägenden Lebensabschnitt machen.

Was können wir tun, damit im kommenden Semester wenigstens teilweise wieder persönliche Begegnungen in unserer Universität möglich werden? Wir haben uns entschieden, einen Teil der Lehrveranstaltungen in Präsenz abzuhalten. Zugegeben: Ganz normal wird es nicht sein – Abstandsregeln müssen eingehalten werden, Vorlesungs- und Seminarräume können nur reduziert genutzt werden, und in allen Universitätsgebäuden müssen Hygiene-Regeln beachtet und ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden („AHA-Regeln“), sofern man sich nicht auf dem vorgesehenen Sitzplatz befindet.

Leider wissen wir inzwischen, dass auch die Einhaltung dieser Regeln uns nicht sicher vor Infektionen schützen kann, insbesondere wenn die Infektionszahlen weiter ansteigen. Es besteht die sehr reale Gefahr, dass wir dann den Präsenzbetrieb wieder teilweise oder im Extremfall sogar vollständig einstellen müssen – wirklich keine schöne Vorstellung! Um das möglichst zu vermeiden, haben wir uns entschlossen, Studierenden und Mitarbeiter*innen während des Semesters regelmäßige Corona-Tests anzubieten, in enger Zusammenarbeit mit der Medizinischen Mikrobiologie der Universitätsmedizin Göttingen, dem Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin und dem Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation. Wir werden mehrere Testzentren einrichten, an denen man sich online für ein bestimmtes Zeitfenster anmelden kann. Die Probenabnahme ist einfach und deutlich weniger unangenehm als der bisher übliche Nasenrachenabstrich – man steckt einfach eine Art Wattestäbchen in den Mund, lässt es mit Speichel vollsaugen und übergibt dann das Stäbchen einem*r Mitarbeiter*in (wir suchen Aushilfen für diese Aufgabe!). Die Ergebnisse werden, wenn alles klappt, noch am selben Tag per E-Mail mitgeteilt.

Was gewinnen wir durch diese Tests? Sie erlauben uns, die Entwicklung der Pandemie in der Universität viel genauer zu kontrollieren, insbesondere, wenn möglichst viele an den freiwilligen Tests teilnehmen. Wir werden belastbare Zahlen über den „Durchseuchungsgrad“ erhalten, der zurzeit nur grob hochgerechnet werden kann. Wir können das Risiko bei jeder Lehrveranstaltung besser abschätzen. Wenn es einen Ausbruch geben sollte, werden wir ihn schneller unter Kontrolle bekommen und damit in der Lage sein, gezielt einzugreifen anstatt große Teile der Universität wieder schließen zu müssen. Klar: Niemand kann garantieren, dass man zwar im Test noch negativ war, aber wenige Tage danach infektiös wird. Sie dürfen daher auch bei negativem Ergebnis die Vorsichtsmaßnahmen keineswegs vernachlässigen und das Ergebnis nicht als Freibrief für eine Party ohne Vorsichtsmaßnahmen ansehen! Dennoch – dies ist ein Riesen-Fortschritt angesichts einer ansonsten totalen Unsicherheit, und es ist eine Möglichkeit, risikoärmer zu einem wenigstens in Ansätzen normaleren Universitätsleben zurückzukehren.

Noch haben wir eine Menge zu tun, bis diese Tests flächendeckend zu Verfügung stehen. So werden wir zu Beginn des Semesters nur relativ wenige Tests anbieten können und die volle Kapazität erst im Laufe des Semesters erreichen. Auch ist die Finanzierung noch ungeklärt. Da wir vom Land leider nicht unterstützt werden, sind wir auf Spenden angewiesen. Wir bereiten zurzeit eine Spendenaktion vor und hoffen, hierdurch so viele Tests wie möglich finanzieren zu können.

Und was ist, wenn ich positiv getestet werde? Glücklicherweise erkranken die meisten jungen Menschen gar nicht oder nur leicht – das Risiko eines schweren Verlaufs ist denkbar gering. Zudem haben wir in Göttingen eine hervorragende ärztliche Versorgung, und man kann die Krankheit inzwischen viel besser behandeln als am Anfang der Pandemie. Klar – infizierte Menschen müssen dem Gesundheitsamt gemeldet werden, und Sie werden für eine Zeit in Isolation müssen. Andererseits – wenn Sie nicht erkranken, ist die Zeit überschaubar, und die Wahrscheinlichkeit ist gering, dass Sie sich danach erneut infizieren.

Das regelmäßige Screening ist eine Chance auf etwas mehr Normalität im Universitätsbetrieb, und wir hoffen auf rege Beteiligung - mit Ihrer Mithilfe kommen wir alle gemeinsam sicher durch das Wintersemester!

Informationen

Ziel des Programms:
Um den eingeschränkten Präsenzbetrieb im Wintersemester 2020/2021 abzusichern, plant die Universität Göttingen regelmäßige Test für möglichst viele Universitätsangehörige.

Die Teilnahme an den Tests ist freiwillig, personenbezogene Ergebnisse der Tests werden der Universität nicht mitgeteilt. Es wird keine Nachweispflicht durch einen negativen Test für die Teilnahme an einer Präsenzveranstaltung geben.

Die Tests ergänzen die an der Universität und im Land geltenden Hygieneregeln und die Arbeit des Gesundheitsamtes, sie sollen diese nicht ersetzen.

Zeitfenster:
Start November 2020 zum Beginn des Wintersemesters, schrittweiser Ausbau im Laufe des Wintersemesters.


Warum testen wir?
Solange weder eine effektive Therapie noch ein wirksamer Impfschutz zu Verfügung stehen, ist ein regelmäßig durchgeführtes Screening auf SARS-CoV-2 der einzige Weg, die negativen Auswirkungen eines reinen Digitalbetriebs wie im Sommersemester 2020 zu vermeiden und wenigstens teilweise wieder zu einem Präsenzbetrieb zurückzukehren.
Neben den persönlichen Vorteilen für getestete Studierende und Mitarbeiter*innen ergeben sich durch die wissenschaftliche Begleitung und Auswertung der Daten folgende Vorteile für die Universität:

  • Die Risiken für verschiedene Präsenzveranstaltungen können besser und genauer vorhergesagt werden. Die Tests bieten hier eine zusätzliche Sicherheit für den eingeschränkten Präsenzbetrieb.
  • Wir erhalten erstmals belastbare Daten über die Häufigkeit der Infektion unter den Studierenden, wobei durch die regelmäßigen Wiederholungen auch eine Verlaufskontrolle und damit ein enges Monitoring des Pandemie-Verlaufes in dieser Gruppe ermöglicht wird („early warning“).
  • Mögliche Ausbreitungen bei einer Veranstaltung („superspreader events“) können durch regelmäßige Tests zeitnah erfasst werden, was die Kontaktverfolgung durch das Gesundheitsamt zeitnaher ermöglicht und damit die Eingrenzung der Ausbreitung bedeutend vereinfacht.