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Ägyptologie und Koptologie (B.A.) (2-Fächer)

Steckbrief

Ägypten von den Pyramiden zu Kleopatra und darüber hinaus! Im B.A.-Studiengang in Göttingen erkunden Sie die Geschichte Ägyptens von den Anfängen bis zur islamischen Zeit. Sie lernen die ägyptischen Sprachen, lesen Hieroglyphen und andere Schriftformen, analysieren Papyri und Inschriften. Sie setzen sich intensiv mit den ägyptischen Denkmälern und archäologischen Stätten, mit der Kultur, Literatur und Religion der Ägypter auseinander. Sie vertiefen und erweitern Ihre Kenntnisse, indem Sie an Exkursionen zu (inter)nationalen Museen teilnehmen und Praktika absolvieren.

Name des Studienfachs:
Ägyptologie und Koptologie
Abschluss:
Bachelor of Arts (B.A.) (2-Fächer)
Regelstudienzeit:
6 Semester
Studienbeginn:
nur Wintersemester
Unterrichtssprache:
Deutsch
Zulassung:
Zulassungsfrei (Einschreibung ohne vorherige Bewerbung)
Orientierungsveranstaltung:
Es werden Orientierungsveranstaltungen angeboten

Inhalte

Die Ägyptologie als Wissenschaft erforscht die Kultur des pharaonischen Ägypten. Gegenstand der Koptologie ist das spätantike christliche Ägypten. Beide Schwerpunkte werden in Göttingen an einem Institut vertreten und als ein Studienfach gelehrt, so dass die Studierenden einen besonders weiten Blick über die Ausprägungen und Entwicklungen der Architektur, gegenständlichen Kunst und Literatur im vormodernen Ägypten gewinnen können. Die Forschungsschwerpunkte am Göttinger Institut sind derzeit Religions- und Sprachgeschichte, koptische Kirchengeschichte, Archäologie, Bauforschung, Kulturtheorie, „Gender Studies“ sowie die ägyptologische und koptologische Wissenschaftsgeschichte.

Das Seminar steht in engen Verbindungen mit den Ägyptischen Sammlungen in Hildesheim und Hannover, die es den Studierenden ermöglichen, während ihrer Ausbildung bereits mit Originalobjekten zu arbeiten. Am Seminar wird eine wichtige Fachzeitschrift, die „Göttinger Miszellen“, herausgegeben und es beherbergt seit 2015 ein Akademievorhaben zur Digitalen Edition des koptisch-sahidischen Alten Testaments. Es wird ein reger Austausch mit internationalen Wissenschaftlern und Forschungsinstitutionen gepflegt und regelmäßig Gastvorträge und Tagungen organisiert.

Der Blick auf eine fremde Kultur wirft Fragen zu den Menschen, den Formen ihres Zusammenlebens und zu ihrem Denken und Glauben auf. Mit dem Ziel, Informationen aus den archäologischen Funden und Befunden zu gewinnen und eigene Antworten zu finden, erlernen die Studierenden den Umgang mit den wissenschaftlichen Herangehensweisen von Archäologie, Religions-, Kunst- und Literaturgeschichte, Linguistik, Kultur-, Sozial- und Kirchengeschichte. Der geographische Raum des Alten Ägypten deckt sich annähernd mit dem heutigen, hinzu kommen die west- und südafrikanischen sowie die vorderasiatischen Einflussgebiete. Der zeitliche Bogen spannt sich über mehrere Jahrtausende von der Vorgeschichte des Niltals bis in das hohe Mittelalter.

Die Lehrveranstaltungen geben in der Regel zunächst einen weiten Überblick als Einführung in ein Thema, stellen die Geschichte und den aktuellen Stand der Forschung dar. In den weiteren Sitzungen werden besondere Aspekte in den Fokus gestellt und Fallbeispiele genauer betrachtet.

In den Vorlesungen werden die Themen von den Dozierenden aufbereitet und präsentiert. In Seminaren gibt es mehr Zeit für den Austausch über die Themen und eigene Auseinandersetzungen seitens der Studierenden, auch sie stellen Fallbeispiele in Referaten vor. In den Tutorien helfen studentische Tutor*innen den Studierenden dabei, die Aufgabenstellungen aus den Seminaren (Literaturrecherche, Referate und Hausarbeiten, Übungen zu den Sprachkursen) zu bearbeiten.

Die Exkursion führt in der Regel in ein Museum und bietet besondere Zugänge zu den Objekten, über die referiert und diskutiert wird. Ein Praktikum kann in vielfältiger Form absolviert werden: Entweder durch die Mitarbeit an besonderen Projekten am Seminar für Ägyptologie und Koptologie, etwa in der Redaktion der „Göttinger Miszellen“, bei der Organisation und Umsetzung von Tagungen usw. Darüber hinaus können Studierende sich um Praktikumsplätze an zahlreichen ägyptologischen und koptologischen Institutionen in der Nähe oder auch Ferne bewerben und dafür Unterstützung finden.

Das PONS-Programm kann für einen auswärtigen Studienaufenthalt im Umfang von ein oder zwei Semestern genutzt werden, und die erworbenen Leistungen werden in Göttingen angerechnet.

Grundsätzlich ist es für die Studierenden des B.A.-Studiengangs Ägyptologie und Koptologie von großem Vorteil, wenn sie bereits Englisch und Französisch lesen können. Diese und weitere Sprachkenntnisse, beispielsweise Grundkenntnisse des Altgriechischen für Koptologen, können sie jedoch auch während des Studiums an der Universität erwerben, die dafür ein breites Angebot an Kursen bereithält. Aktuelle Informationen dazu gibt die Homepage der Zentralen Einrichtung für Sprachen und Schlüsselqualifikationen („ZESS“).

Während des Studiums belegen die Studierenden jeweils über zwei Semester Mittelägyptisch und Koptisch. In den Lehrveranstaltungen werden Grundkenntnisse der beiden altägyptischen Sprachstufen vermittelt, sodass am Ende des Seminars bereits kleine Texte übersetzt und gelesen werden können. Bei weiterem Interesse können zusätzliche Lektürekurse wie Neuägyptisch oder Koptische Dialekte belegt werden.

Der Studiengang „Ägyptologie und Koptologie“ gehört der Philosophischen Fakultät an. Aufgrund der Vielfalt an Fakultäten der Universität Göttingen und ihren diversen Fächern sind die Kombinationsmöglichkeiten zahlreich. Empfehlenswert sind Verbindungen mit inhaltlich naheliegenden Fächern wie Altorientalistik, Archäologie der Klassischen und Byzantinischen Welt, Ur- und Frühgeschichte, Geschichte, Klassische Philologie, Kunstgeschichte, Theologie, Religionswissenschaft, Allgemeine Sprachwissenschaft oder Verbindungen mit methodenorientierten Fächern wie den Literaturwissenschaften und modernen Sprach- und Kulturwissenschaften (z.B. Germanistik, Kulturanthropologie).

Die Absolventen dieses Studiengangs beherrschen Schrift und Sprache der Ägypter und können altägyptische Texte selbständig erfassen und interpretieren.

Im Laufe des Studiums der Ägyptologie und Koptologie bildet sich ein Verständnis für die gesellschaftlichen Hintergründe der ägyptischen Quellen (Objekte wie Texte) und für ihre archäologischen Zusammenhänge heraus. Mit zunehmendem Erfolg verfassen die Studierenden schriftliche Arbeiten, bereiten Präsentationen vor und halten Vorträge. Damit üben sie sich in der Auseinandersetzung mit komplexen Sachverhalten und verfügen schließlich über Strategien zur Problemlösung und zur Vermittlung von Wissen.

Nachdem die Lehrveranstaltungen fundierte Einblicke in die unterschiedlichsten Sachgebiete des Faches gewähren, vertiefen sich die Studierenden für ihre Abschlussarbeit in ein spezielles Thema. Diese intensive Auseinandersetzung qualifiziert für verschiedene nichtwissenschaftliche Tätigkeiten oder legt den Grundstein für eine zukünftige wissenschaftliche Spezialisierung.

Auf den nichtwissenschaftlichen Arbeitsmarkt bereitet das Studium vor, indem es eine Reihe von übertragbaren Fertigkeiten und Kenntnissen vermittelt: Fähigkeiten zur Anfertigung von schriftlichen Arbeiten, Vorträgen, Präsentationen, im Umgang mit verschiedenen Medien, zur Erfassung komplexer Sachverhalte und Problemlösung. Insbesondere erwerben Studierende auch interkulturelle Kompetenz und Techniken des Wissenstransfers: Das Alte Ägypten liegt von unserer heutigen Kultur zeitlich und räumlich weit entfernt, daher entwickeln Ägyptologie- und Koptologiestudenten im besonderen Maße die Fähigkeit, sich in andere Menschen bzw. Gesellschaften und Kulturen hineinzudenken.

Mit dem erworbenen akademischen Grad können die Absolventen u.a. folgende Tätigkeitsfelder anstreben:

  • Tätigkeiten in verschiedenen Bereichen, die geisteswissenschaftliche Kompetenzen erfordern: Digital Humanities, Bibliotheken, Verlage, Erwachsenenbildung, Rundfunk, Fernsehen, Tourismus.

Der Weg in die Forschung und Lehre sowie in die Arbeit in einem Museum führt über den Anschluss eines MA-Studiums.

Quote

Schon vor dem Abschluss meines Masterstudiums war mir bewusst, dass es für Geisteswissenschaftler*innen häufig bis zu einem halben Jahr dauern kann, bis sie einen Job finden. Daher habe ich mich bei der Jobsuche bewusst breit aufgestellt. Zumeist richten sich Stellenangebote ganz grundsätzlich an Kultur- und Geisteswissenschaftler*innen (bspw. in Museen, an der Universität oder im Verlag) und nur sehr selten spezifisch an Ägyptolog*innen und Koptolog*innen. Glücklicherweise habe ich bereits einen Monat nach meinem Abschluss einen Job gefunden. Hierbei haben sich insbesondere meine, während des Studiums, erworbenen Schlüsselkompetenzen als hilfreich erwiesen, wie zum Beispiel Kenntnisse in den Digital Humanities, der Öffentlichkeitsarbeit oder des Projektmanagements.

Malu Amanda Dänzer Barbosa, M.A.

Verwandte und weiterführende Studiengänge


Studienaufbau

Im Bacherlorstudium steht den Studierenden die Wahl zwischen dem Schwerpunkt „Ägyptologie“ und dem Schwerpunkt „Koptologie“ offen. Im Verlauf von 6 Semestern erwerben sie insgesamt 180 „Credit Points“ (Anrechnungspunkte nach ECTS, abgekürzt „C“), indem sie in jedem der zwei ausgewählten Fächer (also Ägyptologie und Koptologie und beispielsweise Ur- und Frühgeschichte) 66 C sammeln, daneben 36 C im sog. „Professionalisierungsbereich“ und 12 C durch die Bachelorarbeit.

Für den Professionalisierungsbereich können die Studierenden zusätzlich aus dem Modulangebot der beiden Fächer wählen und/oder aus einem darüber weit hinausreichenden Angebot von Schlüsselkompetenzen (beispielsweise „Französisch für Kulturwissenschaftler“, „Vorbereiten und Halten von Referaten für Bachelor-Studierende“ oder auch „Tätigkeit in der studentischen Selbstverwaltung“).

Ein Modul ist eine Lehreinheit, die (wie in der Studien- und Prüfungsordnung verzeichnet) für ein je bestimmtes Lernziel angesetzt wurde und sich in ganz verschiedenen Formen von Lehrveranstaltungen ausprägen kann: Seminar, Vorlesung, Tutorium, selbständiges Arbeiten und Arbeiten in Gruppen. Die Höhe der Credit Points der Module richtet sich nach dem kalkulierten Mindestarbeitsaufwand, den die Studierenden für eine erfolgreiche Teilnahme (also auch Vor- und Nachbereitung) aufwenden.

Im Bachelorstudium verteilen sich die Abfragen der erworbenen Kenntnisse auf den gesamten Zeitraum des Studiums, das Verfassen der Bachelorarbeit im letzten Semester ist dann die letzte Prüfung. Je nach Modul bearbeiten die Studierenden die Inhalte der Lehrveranstaltungen während des laufenden Semesters in Form von Referaten, Hausarbeiten, Protokollen und Portfolios. Daneben können am Ende eines Moduls mündliche Gruppenprüfungen oder schriftliche Klausuren anstehen. Der Modulkatalog der Prüfungs- und Studienordnung gibt genauere Informationen darüber, welche Prüfungsform für welches Modul vorgesehen ist.

Studierende der „Ägyptologie und Koptologie“ im Zwei-Fächer-Bachelorstudium belegen im ersten Semester die Vorlesung „Ägypten erforschen: Die pharaonische und nachpharaonische/koptische Kultur“, in der ein breiter Überblick über die Inhalte des Studiums, die wichtigsten Forschungen und Erkenntnisse gegeben wird. Je nachdem, wie ihre Schwerpunktwahl ausfällt, lernen sie zuerst Koptisch oder Mittelägyptisch. Beide Sprachkurse laufen, von Tutorien begleitet, jeweils über zwei Semester.

Im zweiten Semester erwartet die Studierenden eine Einführung in die Geschichte Ägyptens. Je nach Schwerpunktwahl belegen sie Lehrveranstaltungen zur pharaonischen oder koptischen Geschichte. Im Rahmen des Proseminars „Ägypten erforschen: Ägyptologische und koptologische Methoden und Techniken“ lernen sie außerdem, wissenschaftliche Referate und Arbeiten zu verfassen und machen sich mit wichtigsten Grundlagen und Hilfsmitteln für das Studium der Ägyptologie und Koptologie vertraut.

Ab dem dritten Semester werden Seminare zu den Themengebieten „Archäologie und Denkmälerkunde“, „Literatur“ und „Religion“ belegt und die Studierenden nehmen an einer Exkursion teil. In der zweiten Hälfte ihres Studiums können die Studierenden aus einem breiten Angebot an Wahlpflichtmodulen zur Vertiefung einzelner Themengebiete wählen.“

Studienablauf in Coronazeiten

Die aktuelle Corona-Pandemie stellt auch die universitäre Lehre vor große Herausforderungen. Die Seminare finden zur Zeit online über die Programme „Zoom“ und „Big Blue Button“ statt, während Vorlesungen teilweise asynchron ablaufen.Die Dozierenden sowie auch die Fachgruppe des Seminars für Ägyptologie und Koptologie unterstützen die Studierenden dabei u.a. mit Hilfe von virtuellen Sprechstunden und Übersichten zu digitalem Lernmaterial.Die Bibliothek ist während des Lockdowns lediglich zur Ausleihe und Rückgabe von Literatur geöffnet, allerdings kann über die Internetseite der SUB auf online-Literatur zugegriffen werden oder Dozierende stellen benötigte Literatur zu Verfügung.

Exemplarische Studienverlaufspläne

studienverlauf_aegyptologie
studienverlauf_koptologie

Ordnungen und Modulverzeichnis


Zulassung

Studienbeginn:
nur Wintersemester
1. Fachsemester:
zulassungsfrei (Immatrikulation ohne vorherige Bewerbung)
2. bis 6. Fachsemester:
zulassungsfrei (Einschreibung ohne vorherige Bewerbung)

EU
Staatsbürger/in eines Mitgliedsstaates der EU oder EWR (inkl. Deutschland) oder Bildungsinländer/in

Nicht-Deutsche Staatsbürger/in ohne deutschen Bildungsabschluss

Non-EU
Staatsbürger/in eines Staates außerhalb der EU (oder Staatenlose/r) oder Absolvent/in eines Studienkollegs


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Ihr Studium


Kontakt

Studien- und Prüfungsberatung Philosophische Fakultät

Tina Seufer und Eva Wolff

Humboldtallee 17
37073 Göttingen

Tel.: +49 (0)551 39 21888 (Seufer)
Tel.: +49 (0)551 39 26713 (Wolff)

E-Mail: studienberatung@phil.uni-goettingen.de

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