Abteilung für Römisches und Gemeines Recht

Seminar im WiSe 2019/20: Bergleute, Handwerker, Händler - Das Recht der römischen Wirtschaft von der Republik zum Dominat


Seminar WS 2019/20Handel und Handwerk sind elementare Bestandteile menschlicher Gemeinschaften, Arbeitsteilung und Spezialisierung tragen wesentlich zu Wohlstand und Fortschritt bei. Sie können friedenssichernd wirken, zugleich aber können Sie auch Anlass zu Krieg bieten. Um den Erfolg und die Langlebigkeit des römischen Reiches, zugleich aber auch viele seiner – vor allem sozialen – Probleme zu verstehen, lohnt ein vertiefter Blick in die wirtschaftlichen und wirtschaftsrechtlichen Strukturen der einstigen Supermacht.

Dabei spiegeln die Regelungen selbst die römische Geschichte wieder: von den Bedürfnissen eines bäuerlichen Gemeinwesens bis hin zu jenen des global players am Mittelmeer zeigt der Wandel der Rechtsnormen, wie sich Bedürfnisse und Wirkungskreis des Gemeinwesens am Tiber verändert haben. Oft genug waren Auseinandersetzungen um den rechtlichen Rahmen des Wirtschaftens auch Anlass für tiefgreifende Krisen. Besonders deutlich zeigt sich dies in den Gracch’schen Reformen, die den Untergang der römischen Republik einleiteten.

Das Seminar widmet sich sowohl einzelnen Vertragstypen und Gesetzen, als auch der Untersuchung struktureller Zusammenhänge von Recht und Wirtschaft. Es erstreckt sich von den Frühformen des Rechts bis hin zu den Normen und Erscheinungen der späten Kaiserzeit.

Es besteht die Möglichkeit zur Anfertigung einer Probeseminararbeit als Zulassungsvoraussetzung zum Schwerpunktbereich (PO 2012). Die Veranstaltung wird für Studierenden in den Schwerpunktbereichen 1, 2 und 3 angeboten; sie ist auch für Studierende in Bachelor- und Masterstudiengängen geöffnet. Lateinkenntnisse sind nicht erforderlich, aber von Vorteil.


Die Vorbesprechungen finden am Mittwoch, 17. Juli 2019, um 12 c.t. Uhr, sowie am Mittwoch, den 30. Oktober 2019, um 12 c.t. Uhr, jeweils im Seminarraum des Alten Auditoriums (AUDI 1.123) statt. Um Voranmeldung per E-Mail wird gebeten.

Seminarankündigung



Kolloquium im WiSe 2019/20: Europa und das englische Recht. Konvergenz und Divergenz von Common Law und Civil Law


William HogarthDer Blick der kontinentalen Juristen auf das Common Law hat sich in den letzten Jahrzehnten mehrfach gewandelt. Nachdem man traditionell die grundlegenden Gegensätze betont und in der "gänzlichen Andersartigkeit des englischen Rechts" ein unüberwindliches Hindernis für eine Annäherung gesehen hatte, schienen europäische Integration und zunehmende europäische Rechtsvereinheitlichung zwischenzeitlich zu einer "Erosion der klassischen Formen" und damit zu einer Konvergenz der Rechtssysteme zu führen.
Mit dem Brexit ist nun alles wieder offen. Dies erlaubt es uns, einen kritischen Blick auf die Gemeinsamkeiten und Gegensätze zwischen dem Common Law und den kontinentaleuropäischen Rechtsordnungen zu werfen. Ein solcher darf sich dabei nicht auf die Entwicklung des materiellen Rechts beschränken, sondern muss auch die historischen Grundlagen der Institutionen, des Verfahrens, der Ausbildung und des Rechtsdenkens im Common Law miteinbeziehen, wenn geklärt werden soll, ob es nun tatsächlich einen fundamentalen Unterschied zwischen dem englischen und dem kontinentalen Recht gibt oder nicht.

Das Kolloquium wird von Herrn Dr. Kent Lerch (Berlin) angeboten. Die Veranstaltung richtet sich an Studierende der Rechtswissenschaften im Pflichtfach und im Schwerpunktbereich 1 (Historische und philosophische Grundlagen des Rechts). Es können vorbereitende Leistungen erbracht werden.

Ankündigung des Kolloquiums