Abteilung für Römisches und Gemeines Recht

Zukunftsdiskurse-Projekt "Verwandtschaft neu denken" startete erfolgreich mit der Tagung "Contested Kinship: Towards a Redefinition of Human Relations" am 14./16. März 2019


Verwandschaft neu denkenDas interdisziplinäre Projekt „Verwandtschaft neu denken“, das vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur im Niedersächsischen Vorab der Volkswagen-Stiftung aus der "Zukunftsdiskurse"-Förderlinie mit 100.000 Euro finanziert wird, begann erfogreich mit der internationalen Tagung “Contested Kinship: Towards a Redefinition of Human Relations”. Auf dem Programm standen über zwanzig interdisziplinäre Vorträge, darunter zwei Keynote Lectures. Margaret Homans (Yale) sprach zum Thema "Sisters and Brothers, Twinsters and Identical Strangers: Siblings in Adoption Narratives", Elizabeth Peel (Loughborough) zu "Stories from Kinship at the Margins". Die Forscherinnen und Forscher nahmen historische, literarische und populärkulturelle Erzählungen und Normierungen von Abstammung und Verwandtschaft in den Blick und fragten nach den Auswirkungen moderner Reproduktionstechniken auf das aktuelle Verhältnis von Biologie, Reproduktion und Genealogie.

Homepage der Tagung “Contested Kinship: Towards a Redefinition of Human Relations”

Flyer zur Tagung "Contested Kinship"



Seminar im SoSe 2019: Berühmte Prozesse der römischen Antike


Seminar Sommer 19Anhand der Justizgeschichte lassen sich das Recht und seine praktische Durchsetzung zu einer bestimmten Zeit besonders gut analysieren. Das gilt auch und gerade für die causes célèbres der römischen Antike. Ob es sich um Strafprozesse gegen politische Verschwörer oder korrupte Provinzstatthalter handelte oder ob es in einem zivilrechtlichen Rechtsstreit um das Testament eines römischen Bürgers ging, stets wurden auf der Gerichtsbühne Fragestellungen verhandelt, die die römische Gesellschaft zu ihrer Zeit in besonderer Weise bewegt haben. Aufbereitet und vorgetragen wurden die Fälle von Gerichtsanwälten, deren rhetorische und juristische Fähigkeiten bis heute ihresgleichen suchen. Dem bekanntesten Vertreter dieser großen Tradition, Marcus Tullius Cicero, schauen wir im Seminar bei der Arbeit zu.

Im Seminar zum Schwerpunktbereich 1 (Historische und philosophische Grundlagen des Rechts) kommen sowohl Zivil- als auch Strafverfahren der römischen Antike zur Sprache. Das einschlägige materielle und prozessuale Recht steht dabei ebenso im Mittelpunkt der Betrachtung wie der sozialhistorische Hintergrund, vor dem der jeweilige Rechtsstreit zu sehen ist. Lateinische Sprachkenntnisse sind keine notwendige Voraussetzung für den Besuch des Seminars.

Es besteht die Möglichkeit zur Anfertigung einer Probeseminararbeit als Zulassungsvoraussetzung zum Schwerpunktbereich (PO 2012). Die Veranstaltung ist auch für Studierende in Bachelor- und Masterstudiengängen geöffnet.

Die Vorbesprechung findet am Dienstag, 23. April 2019, um 12 c.t. Uhr, im Seminarraum des Alten Auditoriums (AUDI 1.123) statt. Um Voranmeldung per E-Mail wird gebeten.

Seminarankündigung



Kolloquium im SoSe 2019: Europa und das englische Recht. Konvergenz und Divergenz von Common Law und Civil Law


William HogarthDer Blick der kontinentalen Juristen auf das Common Law hat sich in den letzten Jahrzehnten mehrfach gewandelt. Nachdem man traditionell die grundlegenden Gegensätze betont und in der "gänzlichen Andersartigkeit des englischen Rechts" ein unüberwindliches Hindernis für eine Annäherung gesehen hatte, schienen europäische Integration und zunehmende europäische Rechtsvereinheitlichung zwischenzeitlich zu einer "Erosion der klassischen Formen" und damit zu einer Konvergenz der Rechtssysteme zu führen.
Mit dem Brexit ist nun alles wieder offen. Dies erlaubt es uns, einen kritischen Blick auf die Gemeinsamkeiten und Gegensätze zwischen dem Common Law und den kontinentaleuropäischen Rechtsordnungen zu werfen. Ein solcher darf sich dabei nicht auf die Entwicklung des materiellen Rechts beschränken, sondern muss auch die historischen Grundlagen der Institutionen, des Verfahrens, der Ausbildung und des Rechtsdenkens im Common Law miteinbeziehen, wenn geklärt werden soll, ob es nun tatsächlich einen fundamentalen Unterschied zwischen dem englischen und dem kontinentalen Recht gibt oder nicht.

Das Kolloquium wird von Herrn Dr. Kent Lerch (Berlin) angeboten. Die Veranstaltung richtet sich an Studierende der Rechtswissenschaften im Pflichtfach und im Schwerpunktbereich 1 (Historische und philosophische Grundlagen des Rechts). Es können vorbereitende Leistungen erbracht werden.

Ankündigung des Kolloquiums